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Bedienfehler statt Hacker-Angriff – erneuter Fehlalarm bei Ex-Ministerin Schulze Föcking

Christina Schulze Föcking (CDU), zurückgetretene Umwelt- und Agrarministerin von Nordrhein-Westfalen, hat erneut Probleme mit diesem Internet. (Bild: Federico Gambarini / dpa)

Nichts dazu gelernt oder noch mal Schwein gehabt? Die ehemalige NRW-Agrarministerin Schulze Föcking, die über einen vermeintlichen Hacker-Angriff gestolpert ist, befürchtete erneut eine Cyber-Attacke.

Dass man manchen Politikern Unvermögen in der Bedienung von IT-Equipment bescheinigen kann, ist an sich verwerflich genug. Schließlich entscheiden unsere Volksvertreter auch über Themen der Digitalisierung und der modernen IT-geprägten Arbeitswelt mit, auch wenn sie nicht explizit das Digitalressort verantworten.

Dass eine Politikerin, die über eine vermeintliche Cyber-Attacke gestolpert ist, die sich im Nachhinein als deutlich harmloser und als Bedienfehler herausstellte, erneut ins selbe Fettnäpfchen tritt, ist dagegen schon bemerkenswert. Geschafft hat das Medienberichten zufolge die ehemalige NRW-Landwirtschaftsministerin Christina Schulze Föcking.

Hacker-Angriff? Eher Murmeltiertag bei Schulze Föcking

Die Vorgeschichte, die zu ihrem Rücktritt nach gerade einmal zehn Monaten führte, hat mit Filmmaterial zu tun, das heimlich in ihrem Schweinemastbetrieb gefilmt wurde, aber auch mit einem vermeintlichen Hackerangriff auf ein Fernsehgerät in ihrem WLAN, der sich später als Bedienfehler an einem ebenfalls im Netzwerk befindlichen Videorekorder herausstellte. Es gab einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss, eine Erklärung der Ministerin, die sie eher nebenbei verlas und einen Rücktritt, der sicherlich nicht nur auf das technische Unvermögen von Schulze Föcking und dem Hacker-Angriff, der gar keiner war, zurückzuführen ist.

Jetzt, fast genau ein Jahr nach der vermeintlichen ersten Hacker-Attacke auf ihren Fernseher, hatte Schulze Föcking Ende Februar erneut die Polizei alarmiert. Sie erstattete laut Justizministerium Anzeige wegen einer beleidigenden Nachricht auf der Internetseite Abgeordnetenwatch.de. Dabei habe sie erwähnt, dass es bereits Ende November 2018 erneut einen Cyber-Angriff bei ihr zu Hause gegeben haben könnte. Allerdings sei sie seinerzeit gar nicht zuhause gewesen, sondern ihr Mann habe auf den Vorfall hingewiesen. Das Ehepaar habe ausdrücklich auf eine Anzeige wegen eines möglichen Cyber-Angriffs verzichtet, hieß es weiter. Auch die Staatsanwaltschaft habe keinen Anfangsverdacht für eine Straftat gesehen.

Doch auch in diesem Fall Entwarnung: Vermutlich hat erneut eine Fehlbedienung oder ein versehentliches Öffnen der Youtube-App dazu geführt, dass ein Film auf dem Fernseher im Hause der CDU-Politikerin abgespielt wurde. Ob es dieses Mal vielleicht die Schweine selbst waren, die ihr die Bilder auf den Fernseher geschickt haben, ist nicht überliefert. Vielleicht wäre es in Zukunft allerdings besser, wenn die Familie sich für eine WLAN-lose TV-Lösung entscheiden würde. (mit Material von dpa)

 

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4 Kommentare
Jan
Jan

Man könnten fast darüber schmunzeln, wenn es nicht so unfassbar bitter wäre.

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Tim

Teilweise tatsächlich erschreckend. Ein Grundverständnis der aktuellen Technik kann man meiner Meinung nach in diesen Positionen voraussetzen.

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dennson

Naja, in jeder Arbeit wird eine gewisse Ausbildung gefordert.
Außer als Politiker.

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Hel
Hel

„Ob es dieses Mal vielleicht die Schweine selbst waren, die ihr die Bilder auf den Fernseher geschickt haben, ist nicht überliefert. „.
LOL.
Allerdings: wenn die Schweine tatsächlich hacken könnten, würden die uns wohl ganz andere wesentlich üblere Sachen erzählen…

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