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Marketing

Ben Huh im Interview: Die Geschichte eines Katzenblog-Imperiums

(Foto: t3n.de)

Ben Huh betreibt Websites wie „Fail Blog”, „Know Your Meme” und „I Can Has Cheezeburger?”. Unter der Marke „The Cheezburger Network” erreichen sie jeden Monat mehr als 300 Millionen Besucher. Wir haben ihn auf der Online Marketing Rockstars in Hamburg getroffen.

Ben Huh hat auf der Online Marketing Rockstars in Hamburg vor rund 2.000 Besuchern den Vortrag „Social Media in Action” gehalten. Ein spannender Blick hinter die Kulissen und in die Denkweise seines Unternehmens „The Cheezburger Network”. In unserem Interview erkundigten wir uns nach der Gründung des Netzwerks, ihrer Erfolgsgeschichte sowie seiner jüngsten Unternehmung: der Android- und iOS-App Circa.

Ben Huh im Interview: Ein Geschäft mit Katzen und Memes

(Quelle: Online Marketing Rockstars)
(Quelle: Online Marketing Rockstars)

t3n.de: Fast jeder von uns war schon einmal auf einer ihrer Seiten: Failblog, Know Your Meme, I Can Has Cheezeburger. Wenn wir an die Gründung zurückdenken, war das ein eigenartiger Schritt. Sie haben Investoren um Unterstützung gebeten, um „I Can Has Cheezeburger?” zu kaufen – eine Website, im Prinzip voll von Katzen. Woher wussten sie, dass sich dies im Ende auszahlen würde?

Ben Huh:Ich konnte meinen Investoren natürlich nichts garantieren. Man konzentriert sich deshalb auf die Zahlen. Wir wussten, wie viel Traffic die Website erhält. Wir wussten, wie groß die Zielgruppe ist. Und wir wussten ungefähr, wie viel Umsatz man damit machen konnte. Auf Basis dieser Zahlen war die Investition überzeugend.

t3n.de: Sie haben Recht behalten und dann mehr und mehr dieser Seiten gekauft. Wie viele sind es derzeit?

Ben Huh: Wir haben sechs oder sieben weitere Websites gekauft. Die anderen haben wir eigenständig aufgebaut, indem wir untersucht haben, welche unserer Websites warum funktionieren. Unsere Erkenntnisse haben wir dann umgesetzt.

t3n.de: Warum haben Sie „I Can Has Cheezeburger?” nicht einfach ausgebaut?

Ben Huh: Für uns als kleines Unternehmen war die Übernahme weiterer Websites ein guter Schachzug. Von vielleicht zehn Websites, die uns interessiert haben, kauften wir letztlich eine. Wenn der Preis stimmte, passte dies perfekt zu unserem Geschäftsmodell.

Wenig Gründer denken über einen solchen Schritt nach, dabei gibt es bei einer solchen Übernahme sehr viele Möglichkeiten. Wenn man das gemacht hat, lernt man daraus. Wir haben Websites gekauft, wenn es sich lohnte und dabei gelernt, wie wir sie selbst aufbauen können.

In einigen Fällen kontaktierten wir Seitenbetreiber, die nicht verkaufen wollte. Nachdem wir aber selbst eine Website gestartet haben, machten sie uns ein Angebot für den halben Preis. Man muss als Gründer sicherstellen, dass man genug Wachstumsmöglichkeiten hat. Das ist eher der Fall, wenn man organisches Wachstum und Übernahmen in Betracht zieht.

t3n.de: Wie monetarisieren Sie diese Websites? Ich vermute, ein Großteil der Besucher nutzt mobile Endgeräte.

Ben Huh: Wir wussten, dass es eine Weile dauern würde bis Werbung auf mobilen Endgeräten funktioniert. Im letzten Monat waren die Anzeigenpreise für uns im mobilen Bereich erstmals höher, als auf Desktopgeräten.

Für ein Unternehmen ist Zeit oftmals der schlimmste Gegner. Wenn man die Zeit, die man überlebt, strecken kann, ergeben sich Chancen. Wir wussten, dass dies auch bei uns passieren würde – und wir haben Recht behalten.

t3n.de: Ist Native Advertising eine dieser angesprochenen Chancen?

Ben Huh: Wir machen sowohl Native als auch Display-Advertising. Wir hören dabei stets auf unsere Kunden und fragen uns selbst: Was können wir machen um den Markt anzuführen, ohne unsere Kunden zu überfordern?

t3n.de: Seid etwa zwei Jahren machen sie mit Circa etwas ganz anderes als mit dem Cheezeburger Netzwerk. Für alle die noch nie davon gehört haben, worum geht es?

Ben Huh: Circa ist eine mobile App für Android und iOS, die es dir ermöglicht, einzelnen Geschichten zu folgen. Wenn du dich für die olympischen Spiele interessierst, kannst du damit beispielsweise die Wettkämpfen im Eisschnelllauf verfolgen.

Wir machen die Nutzung dabei so einfach wie möglich. So kannst du morgens aufstehen und innerhalb von fünf Minuten alle für dich wichtigen Nachrichten lesen.

Professionelle Journalisten lösen den Kern der Geschichte von all dem unnötigen Drumherum, dass du regelmäßig beispielsweise im Fernsehen siehst. Für unsere Nutzer ist es deshalb sehr einfach, die Essenz einer Geschichte zu erfassen.

t3n.de: Wie viele Journalisten arbeiten derzeit für Circa?

Ben Huh: Wir haben derzeit zwölf Journalisten. Der Großteil sitzt in den Vereinigten Staaten, einer in Beirut und einer in Shanghai.

t3n.de: Wie viele Nutzer hat Circa derzeit?

Ben Huh: Wir haben noch keine konkreten Zahlen veröffentlicht. Ich kann dazu deshalb keine genauen Angaben machen. Wir haben großen Erfolg mit extrem engagierten Fans von Circa.

t3n.de: Die Monetarisierung von Circa ist vermutlich deutlich schwieriger als die des Cheezeburger Network. Haben sie sich darüber schon Gedanken gemacht?

Ben Huh: Ja, wir haben schon darüber gesprochen. Es gibt noch keine konkrete Entscheidung, wir werden aber sehr wahrscheinlich mit nativen Werbeformaten arbeiten.

t3n.de: Werfen wir einen Blick in die Zukunft: Wo soll es für Circa hingehen?

Ben Huh: Ich glaube, Journalismus wird immer vielfältiger. Wir schreiben News für denjenigen, die nicht länger zeitaufwändig jeden Morgen viele Artikel lesen wollen. Wir bieten vielen einen interessanten Service, indem wir die Nachrichten in kleine Häppchen teilen. Wir arbeiten dabei in einer Nische des Marktes, die wir selbst geschaffen haben. Das ist unser Vorteil.

Der Kern von Circa ist die Verbindung von technischer Basis und journalistischem Know-How. Nur so ist es unseren Nutzern beispielsweise möglich, ganzen Geschichten und nicht nur Artikeln zu folgen. Diese Verbindung wollen wir auch in Zukunft stärken.

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