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Berliner Paypal-Konkurrent Cringle meldet Insolvenz an

Das Cringle-Führungsteam – ganz links CEO Joschka Friedag. (Bild: Cringle)

Die Payment-App Cringle ist insolvent. Potenzielle Investoren seien wegen des Markteintritts von Apple und Co. vor einer Finanzierung zurückgeschreckt. Das Ende für Cringle sei das aber nicht.

Mit der Peer-to-peer-Bezahllösung Cringle können private Nutzer Geld an Freunde und Familienmitglieder senden. Das Berliner Fintech-Startup mit 75.000 Nutzern (Stand: August 2017) arbeitet mit der DKB, der Consorsbank, dem Bankhaus August Lenz und der Deutschen Vermögensberatung zusammen. Jetzt hat Cringle Insolvenz angemeldet, wie Gründerszene zuerst unter Berufung auf einen Eintrag im Insolvenzregister berichtet. Einem entsprechenden Blogeintrag der Cringle-Macher zufolge soll es mit der App aber zunächst weitergehen wie bisher.

Cringle: Investoren sorgen sich um Markteintritt von Google, Apple, Facebook und Amazon

Als eine Begründung für den Insolvenzantrag nannte Cringle den offenbar fehlgeschlagenen Versuch, Kapital für weiteres Wachstum an Land zu ziehen. Die Investoren hätten aus „Sorge um den Markteintritt der GAFA“ – Google, Apple, Facebook und Amazon – abgesagt, heißt es. Mit der angestrebten Kapitalspritze habe Cringle eigentlich versuchen wollen, die „Vision einer europaweiten Zahlungslösung zu realisieren und gegen die aufkommende internationale Konkurrenz wettbewerbsfähig zu bleiben“. Stattdessen jetzt also die Insolvenz.

Cringle: Payment-App soll trotz Insolvenzantrags weiter genutzt werden können. (Bild: Cringle)

Für die Nutzer soll sich derzeit nichts ändern. Cringle-App und Zahlungsinfrastruktur blieben unberührt, versprechen die Macher. Die Transaktionen sollen weiterhin über die Partnerbank abgewickelt werden. Für die kommende Woche wurde zudem eine neue App-Version angekündigt. Eine Einstellung des Cringle-Bezahlsystems sei zum jetzigen Zeitpunkt „nicht abzusehen“. Die Gründer seien „guter Dinge, dass es eine langfristige Zukunftslösung für Cringle geben wird“. Wie die aussehen könnte, dazu gab es zunächst keine konkreten Informationen.

Payment-Lösungen haben es auf dem deutschen Markt offenbar nicht leicht, weil die Bundesbürger das Bezahlen per Bargeld bevorzugen. Vor dem Paypal-Konkurrenten Cringle hat dies auch die ebenfalls in Berlin ansässige Payment-App Cookies zu spüren bekommen. Diese hatte laut Gründerszene schon 2016 Insolvenz angemeldet und war anschließend in Teilen von Klarna übernommen worden.

Interessant in diesem Zusammenhang: Deutsche Banken investieren kaum in Fintechs – außer eine

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5 Reaktionen
David

Mit 75.000 Kunden ist man bei 244 Millionen PayPal-Accounts sicher kein Paypal Konkurrent ;-) Der Bargeld Kommentar ist völliger Nonsens. Schaut nach China und Japan dort ensteht die Zukunft und die heißt nicht Bargeld sondern Mobile Payment. Das große Problem ist das ein extrem schnelles Wachstum in Deutschland mit der Grundskepsis der deutschen Nutzer gegenüber allem Neuen nicht möglich ist. Um hier einen entscheidenden Stich zu setzen was User, Wachstum etc angeht, braucht es eine 8-stellige Finanzspritze, alles darunter macht keinen Sinn in diesem Markt und bei den Wettbewerbern.

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ICU

Ich denke, dass die Bezahl-Apps aus folgenden Gründen (aktuell) keine Chance haben:

1. Bargeld braucht keinen Strom
2. Bargeld braucht kein Mobilfunk
3. mindestens 99,999999% der Geldbörsen sind mit Bargeld kompatibel

Ich stell mir gerade vor, wenn ich an der Elbfähre in Sachsen-Anhalt in einer Smartphone-App bezahlen wollte. Kein Mobilfunk. Und sollte der vielleicht nicht nötig sein, weil NFC oder so geht, dann zeigt mir der Fährmann einen Vogel, weil er eine andere Bezahl-App hat als ich und die meine nicht installieren will. Und ich nicht seine. Zumal der Registrierungsprozess wahrscheinlich auch noch ein Postident benötigt. An der Fähre ist weit und breit keine Post ;-)

Solange die ganzen Bezahl-Apps inkompatibel sind, wird sich das m. E. nicht als Bargeldersatz durchsetzen. Ich installiere mir doch nicht 10 verschiedene Apps, damit ich irgendjemand bezahlen kann, solange der auch Bargeld nimmt.

Und meist ist in Deutschland auch die Art der Registrierung und Validation oft kompiiziert. Wer will sich das für 10 verschiedene Apps antun?

Und wie wollen die App-Betreiber Geld verdienen? Ich denke die Wenigsten sind bereit eine Monatsabo für 9,99€ abzuschließen, um bargeldlos zu bezahlen. Oder eine Transaktionsgebühr? Die will weder ich, noch der Fährmann der Elbfähre bezahlen.

Also, wenn jemand das Fährmannproblem wirklich ersthaft und richtig lösen kann, dann denke ich noch einmal über die Abschaffung von Bargeld nach ;-)

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mane

Guck doch mal die Schweden an:
Kreditkarte ist King.
Bei den Leuten die ich da oben kenne läuft alles über Kreditkarte. Einer zahlt alles und die anderen senden demjenigen ihre Anteile per Geld-App zu.

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Titus von Unhold

Der Kampf gegen das Bargeld ist von Politik und der No-Cash-Alliance dient doch schlussendlich nur der totalen Kontrolle aller Finanzströme. Und diese Kontrolle sollte man weder den USA noch China überlassen.

geeky

Gerade wenn einer kein (oder nicht ausreichend) Bargeld mit hat und ein anderer dann kurz mitbezahlt, wird in meinem Freundeskreis da gerne paypal.me genutzt. Oder auch zum Geld einsammeln für gemeinsame Geschenke.
Das ist schon praktisch, gerade bei kleinen Läden kann man ja häufig immer noch nicht per Girocard/Kreditkarte bezahlen und nen Umweg über irgendeinen Geldautomaten will man auch nicht unbedingt erst machen. Kosten fallen zwischen Privat auch keine an.
Da sieht Cringle eigentlich auch ganz nett aus, hab ich bis gerade allerdings vorher noch nie was von gehört...

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