Du hast deinen AdBlocker an?

Es wäre ein Traum, wenn du ihn für t3n.de deaktivierst. Wir zeigen dir gerne, wie das geht. Und natürlich erklären wir dir auch, warum uns das so wichtig ist. Digitales High-five, deine t3n-Redaktion

News

„Das beste Interface ist kein Interface“ – UI-Designer Golden Krishna fordert Innovation

Golden Krishna: „Das beste Interface ist kein Interface“ (Foto: t3n.de)

UI-Designer sollen aufhören in grafischen Oberflächen zu denken, fordert Golden Krishna. „Das beste Interface ist kein Interface“, proklamiert er auf der NEXT in Hamburg.

Weniger Interface ist mehr: Interaktionsdesigner Golden Krishna will den nächsten Schritt

Weniger Interface: UI-Designer sollen aufhören in grafischen Oberflächen zu denken. (Foto: Shutterstock-Peshkova)
Weniger Interface: UI-Designer sollen aufhören in grafischen Oberflächen zu denken. (Foto: Shutterstock-Peshkova)

Bis zu 200 Mal am Tag gucken Nutzer auf ihr Smartphone. Das ist zu viel, glaubt Golden Krishna. Der Interaktionsdesigner ist der Meinung, dass diese Zahl nicht nur verringert werden kann, sondern sogar muss. Denn der Umstand, das wir so oft wie gebannt auf unser Smartphone starren, ist eine Folge schlechten UI-Designs. „Das beste Interface ist kein Interface“, erklärt Krishna deshalb auf der Bühne der diesjährigen NEXT-Konferenz in Hamburg.

Golden Krishna fordert, dass UI-Designer aufhören sollen, in grafischen Oberflächen zu denken, und sich mehr auf die Lösung von Problemen konzentrieren sollen. Das Stichwort lautet: „Automatisierung“. Software muss selbständiger werden und die Befehle, die wir bislang eigenständig durch Wischen und Tippen eingeben, von alleine erledigen. Software soll quasi erkennen, was wir vorhaben. Sie soll intuitiv das nervige Eingeben von Befehlen beenden.

„Das beste Interface ist kein Interface.“

Aber wie soll das gehen? Ein großartiges Beispiel haben Siemens und Mercedes schon im Jahr 1999 geliefert. Die beiden Unternehmen entwickelten eine Methode, um ein Auto ohne Schlüssel zu öffnen. Sobald ein Fahrer den Griff berührt, überprüft ein Sensor, ob ein passender Schlüssel in der Nähe ist und öffnet die Tür von selbst. Der Fahrer unternimmt also das, was er sowieso tun würde: Er fasst den Türgriff an, den Rest erledigt der Code.

Dieses Beispiel ist zum Teil bereits auf Smartphones übertragen worden – etwa durch Touch-ID. PIN-Eingabe ist von vorgestern. Das Betriebssystem erkennt, dass der Nutzer das Gerät in die Hand nimmt, und entsperrt es durch einen Push auf einen Button. Für Krishna geht das in die richtige Richtung. Anstatt vier kleine Nummern einzugeben, reicht ein Fingerabdruck. Dennoch kann dieser Vorgang noch stärker optimiert werden. Das Ziel muss sein, dass selbst der eine Fingerabdruck entfällt. Möglich wäre beispielsweise eine Entsperrung durch Stimmerkennung.

„Wir bedienen Computer, dabei sollten Computer uns bedienen“, lautet die These von Golden Krishna – und mit ihr provoziert er auch ein wenig. Nicht wenige Kritiker halten selbstständig im Hintergrund ablaufende Automatisierungen für gefährlich. Zum einen sehen sie viele Probleme bezüglich der Privatsphäre. Zum anderen werfen sie ein, dass sobald ein System fehlerhaft ist, die Software und die Geräte unbrauchbar werden. Der Anwender lagert Kompetenzen aus und verliert dadurch die Kontrolle.

Für Golden Krishna sind die Bedenken nachvollziehbar, allerdings warnt er auch vor allzu großem Pessimismus. Es werden zwangsläufig Regeln und Sicherungsprozesse entstehen, die derartige Sorgen bedenken und Lösungen anbieten. Innovation entsteht nicht durch Passivität, so seine Botschaft. Wir müssen den nächsten Schritt wagen.

Finde einen Job, den du liebst

Bitte beachte unsere Community-Richtlinien

2 Reaktionen
Benny Lava

Und der Türgriff ist kein Interface?
Wieder ein Wichtigtuer, der einen Haufen Bullshit ablässt.

Antworten
kayze4

Ja spätestens, wenn das Gerät den Fingerabdruck beim 3. mal Auflegen nicht erkennt und die Eingabe der 4 "Nummern" (Zahlen) nötig wird, um das Gerät dennoch zu entsperren - spätestens dann merkt man, wie gut diese UI-Experimente funktionieren und uns das Leben erleichtern.

Antworten

Melde dich mit deinem t3n-Account an oder fülle die unteren Felder aus.

Abbrechen