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Bewerbungsprozess: Wo Bewerber vertrauen und wo sie skeptisch sind

Bewerbungsprozess: Menschen auf Jobsuche stehen Arbeitgeberinformationen oft skeptisch gegenüber. (Foto: Shutterstock- Africa Studio)

Digitalisierte Bewerbungsprozesse bewerten Jobsuchende erstaunlich positiv. Den Informationen in Stellenausschreibungen hingegen stehen Bewerber oft skeptisch gegenüber.

Dass die Digitalisierung der Wirtschaft und Gesellschaft bisweilen zu großen Vorurteilen und Ängsten unter den Deutschen führt, ist hinlänglich bekannt. Die sogenannte „German Angst“ gegenüber der Moderne wird vor allem im Ausland immer wieder mit Häme und Kritik zur Kenntnis genommen. Umso erfreulicher, dass es einen Lebensbereich gibt, auf den die Deutschen positiv schauen: Neue, digitalisierte Bewerbungsverfahren schneiden in einer Umfrage überdurchschnittlich gut ab.

Zu dem Ergebnis kommt das Marktforschungsunternehmen Respondi. Dafür wurden 1.004 Bewerber im Zeitraum Juni 2018 befragt, die sich in den vergangenen drei Jahren mindestens einmal beworben haben. 60 Prozent der Befragten sehen keinen Unterschied zwischen einer digitalen und einer analogen Bewerbung. Und selbst unter den Menschen, die die Digitalisierung vornehmlich kritisch sehen, stehen 57 Prozent den neuen Bewerbungsverfahren vorurteilsfrei gegenüber. Die FAZ hat berichtet.

Bewerber stehen Aussagen in Stellenausschreibungen kritisch gegenüber

Als nicht besonders vertrauenswürdig empfinden Bewerber heutzutage die Botschaften der Arbeitgeber. Wie die Daten von Respondi nahelegen, stecken viele Unternehmen bis zum Hals in einer Glaubwürdigkeitskrise. Fast zwei Drittel der Befragten stehen den Aussagen in Stellenausschreibungen oder auf den Karrierewebsites skeptisch gegenüber. Satte 65 Prozent der Bewerber glauben, dass Arbeitgeber in den Annoncen sogar schamlos lügen. Ein weiteres Drittel hält die Aussagen für austauschbar.

Besonders misstrauisch zeigen sich die Befragten gegenüber den Informationen auf hauseigenen Karriere-Websites (61 Prozent), lancierten Stellenanzeigen (53 Prozent) sowie Karriere-Blogs (68 Prozent). Doch auch gegenüber Informationen auf externen Karriereportalen (64 Prozent) sind Bewerber skeptisch. Was auf viele Beobachter zunächst nach faulen Vorurteilen klingt, basiert jedoch auf handfesten Erfahrungen. Die Großteil der Bewerber hat potenzielle Arbeitgeber schon beim Flunkern erwischt.

Insgesamt sieben von zehn Befragten gaben an, dass sie während eines Bewerbungsprozesses mindestens eine widersprüchliche Aussage festgestellt haben. Zwischen dem kommunizierten und dem tatsächlichen Unternehmensbild gibt es demnach häufig Unterschiede. Das hat verheerende Folgen: 98 Prozent der Befragten geben zu verstehen, dass ihre persönlichen Erfahrungen im Bewerbungsprozess direkt auf die Wahrnehmung des Unternehmens abstrahlen.

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Kununu.de bietet einen Blick hinter die Kulissen, obwohl die Hälfte wohl Fake-Bewertungen sind.

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