Porträt

Beyond Meat wieder bei Lidl erhältlich – dieser Gründer steckt hinter dem Megahype

Beyond-Meat-Gründer Ethan Brown. (Foto: Beyond Meat)

Seit Wochen beherrschen die Fleischersatzburger von Beyond Meat die Schlagzeilen. Ab Samstag sind die Bratlinge des US-Startups wieder bei Lidl erhältlich. Wer steckt hinter dem Hype?

So mancher Kunde bei Lidl wird sich neulich gewundert haben. Da bildeten sich lange Schlangen, allerdings nicht wie üblich an den Kassen, sondern schon frühmorgens vor der Filiale. Erinnerungen wurden wach an die späten 90er Jahre, als deutsche Lebensmitteldiscounter in ihren Regalen erstmals gut ausgestattete Personalcomputer zu Kampfpreisen feilboten. Dieses Mal aber interessierten sich die Kunden für etwas anderes, ja, fast schon banales: Gemüsebratlinge.

Kundenansturm auf die Labor-Burger

Die Rede ist von Beyond Meat, jenem US-Startup, das seit Wochen die Schlagzeilen beherrscht und stellvertretend für einen neuen Ernährungstrend steht. Das Unternehmen aus Kalifornien stellt Fleischersatzburger auf pflanzlicher Basis her – unter Laborlicht und ohne tierische Zutaten. Dadurch werden Studien zufolge 99 Prozent weniger Wasser verbraucht, 93 Prozent weniger Land, 90 Prozent weniger CO2 und 46 Prozent weniger Energie. Spannend: Im Blick hat Beyond Meat damit keineswegs nur die wachsende Zahl an Vegetariern und Veganern.

Vor allem Fleischessern, die nicht auf den rauchigen Geschmack blutiger Bratlinge verzichten wollen, sich aber spätestens seit den Klimaprotesten im Frühjahr mit Gewissensbissen herumplagen, verspricht Beyond Meat eine ernstzunehmende Alternative. Die veganen Bratlinge bestehen aus Erbsenproteinmasse, angereichert mit pflanzlichen Ölen und einem Schuss roter Beete. Das verleiht dem Beyond-Patty eine verblüffende Ähnlichkeit zu normalen Bratlingen – und trifft offenbar auch den Geschmack der Verbraucher. In Kalifornien ist Beyond Meat nach Firmenangaben schon die Nummer eins im Fleischregal bei den abgepackten Burgern.

The Beyond Meat Burger: Die Fleischersatzburger bei einer Pressevorführung des Anbieters Gourmondo. (Foto: dpa)

Beyond Meat: Die Fleischersatzburger bei einer Pressevorführung des Anbieters Gourmondo. (Foto: dpa)

Seit wenigen Wochen nun bietet das 2009 gegründete Startup seine Fleischersatzburger auch in Deutschland an. Neben vereinzelten Gastronomen nahm auch der Lebensmitteldiscounter Lidl Beyond Meat ins Sortiment auf, was sich in den sozialen Netzwerken schnell herumsprach. Mit fatalen Folgen: Beim Verkaufsstart vor zwei Wochen war der Kundenansturm so groß, dass die Euphorie beim Anstehen schnell in Enttäuschung umschlug. Auf Twitter kursierten Fotos von leergeräumten Regalen, zum Teil aufgenommen erst wenige Minuten nach Ladenöffnung.

Auf Facebook sah sich Lidl daraufhin zur Stellungnahme gezwungen: „Wir sind total begeistert von der überwältigend hohen Nachfrage nach dem Beyond-Meat-Burger. Es tut uns leid, dass der Burger in deiner Filiale bereits ausverkauft ist. Wir haben uns bemüht, möglichst viel Ware zu bekommen, doch die Produktionsmenge des Herstellers ist ausgesprochen knapp“, schrieb das Social-Media-Team an verärgerte Kunden. Man versprach umgehend Besserung. Es werde bereits mit Hochdruck daran gearbeitet, die veganen Bratlinge so schnell wie möglich wieder anzubieten.

Das ist ab diesen Samstag, den 15. Juni, wieder der Fall. Erhältlich sind die Burger-Pattys im 227-Gramm-Zweierpack für 4,99 Euro. Allerdings stellte der Discounter seine Kunden schon vorab auf geringe Erfolgsaussichten beim Anstehen ein. „Wir können auch dieses Mal leider nur eine limitierte Stückzahl der Beyond-Meat-Burger anbieten, die aufgrund der hohen Nachfrage wahrscheinlich schnell vergriffen sein wird“, sagte Jan Bock, Geschäftsleiter Einkauf bei Lidl Deutschland.

Der Mann hinter Beyond Meat

Der Mann, der den Hype ursprünglich entfacht hat, heißt dagegen Ethan Brown. Er ist US-Amerikaner, 48 Jahre alt, trägt blaue T-Shirts und neuerdings Fünf-Tage-Bart. Aufgewachsen ist Brown in New England, sein Vater ist Philosophieprofessor mit Schwerpunkt Umweltschutz und Klimawandel und besitzt zudem eine kleine Farm, auf der Brown in den Sommerferien gearbeitet haben soll. Das, so erzählte es der Unternehmer kürzlich dem Magazin Business Punk, veränderte alles. „Ich hatte nicht den Luxus, mein Essen erst in einer Fabrik oder im Supermarktregal anzutreffen“, sagte Brown. „Ich sah es viel früher und fing an, Fragen zu stellen.“ Etwa, warum manche Tiere auf dem Hof bis ins hohe Alter gehegt und gepflegt wurden – und andere lediglich als Produkt galten und man sie bei Bedarf schlachten konnte.

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3 Kommentare
Rob
Rob

Das verstehe ich nicht, sowas gibt es doch bei den Discountern schon seit Jahren, was ist jetzt neu?
Bin kein Vegetarier aber die Gemüse Bratlinge auf Pflanzenproteinbasis in unserem Netto um die Ecke, kaufe ich regelmäßig und das schon seit bestimmt 5 Jahren.
Ich dachte, jetzt kommt der Hype um diese Insektenburger, das hätte ich gern mal getestet.
Da scheint das Marketing von Beyond Meat gut zu arbeiten.
Wer nicht schlange stehen will geht einfach zu Netto, *haha*

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Nono
Nono

Gemüsebratling??? …kaufen… testen… neuen Kommentar einstellen!!!

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thowe
thowe

… und was hat das – bitte – mit digital pinoeers zu tun….?
… liebes t3n Team, konzentriert euch bitte auf euren Kern -> digital pioneers

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