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Bezos gegen Musk: US-Behörde friert Nasa-Vertrag mit SpaceX ein

Die Nasa sucht nach einem Transport- und Landessystem für ihre Mondmission.
(Foto: Hasbul Aerial Stock, Shutterstock.com)

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Der 2,89-Millarden-Dollar-Deal zwischen der US-Raumfahrtbehörde und Elon Musks Raketenunternehmen liegt auf Eis. Das liegt an den Einsprüchen der Konkurrenten.

Nach den Eingaben von Jeff Bezos‘ Blue Origin und dem Rüstungsunternehmen Dynetics beim US-Rechnungshof GOA (Goverment Accountability Office) hat die Nasa den Vertrag vergangene Woche ausgesetzt. Das gibt die Organisation auf ihrer Website bekannt. Es geht dabei um den Bau einer Rakete und eines Landemoduls für das umstrittene Mondprojekt Artemis der Amerikaner. Die Wettbewerber von SpaceX werfen der Nasa ein unfaires Vergabeverfahren vor, das am Ende zur Bevorteilung des Unternehmens von Tesla-Chef Elon Musk und dem entsprechenden Vertragsabschluss geführt habe.

Der Vertragspartner gewinnt auch auf lange Sicht

Teil des Artemis-Programms ist eine Landung auf dem Mond. Im Rahmen der Mission hofft man, eine Basis auf dem Erdtrabanten zu errichten und sie als Sprungbrett zu weiteren Planeten nutzen zu können. Der bemängelte Vertrag betrifft das System (HLS – Human Landing System), mit der die nächsten Amerikaner auf dem Mond landen sollen. Dabei soll es sich um eine Frau und mindestens einen Afroamerikaner handeln. Beobachter betonen, das private Unternehmen, welches die Fahrzeuge herstellen darf, erhalte nicht nur riesige Geldsummen, sondern auch einen konkurrenzlosen Zugang zu internen Informationen der Behörde. Weiterhin profitiere es von den Erfahrungen bei der Entwicklung von Raumfahrzeugen, die bei längeren Missionen sicher für Menschen seien. Entsprechend umkämpft ist der Vertragsabschluss, um den SpaceX, Blue Origin und Dynetics buhlen.

Dynetics: Nasa hat sich einfach für SpaceX entschieden

Das Unternehmen, das in der Vergangenheit vor allem Verträge mit Geheimdiensten und Militär abschloss, beschwert sich über den Auswahlprozess. Die Nasa habe zwar angekündigt, für ein wettbewerbsfähiges Umfeld zu sorgen, habe sich dann aber „stattdessen einfach für SpaceX entschieden“. Auf das 24-seitige Statement der Nasa, wie diese Auswahl zustande kam, bezieht sich der Einwand nicht. In der Beschwerde steht, die Organisation habe sich von den Grundregeln für das HLS-Programm entfernt. Sie habe die Ausschreibung umgewandelt in einen Tiefpreis-Preis-Wettbewerb des technisch Machbaren und jeden zukünftigen Wettstreit um das HLS-Programm vermieden. Zudem sei die eigene Lösung von der Agentur unfair bewertet worden. Die angeblichen Schwächen im Vorschlag von Dynetics lägen in der Hauptsache nicht in der technischen Substanz des vorgeschlagenen Mondlandegeräts, sondern in vermeintlichen Informationslücken. In Wirklichkeit sei die Nasa aber im Besitz der Informationen gewesen, um ihre Bedenken zu beseitigen.

Nasa entschied anhand des Geldbeutels für ein Generalunternehmen

Die Nasa-Verantwortliche Kathryn L. Lueders hatte in ihrem Statement ausgeführt, Dynetics‘ Lösung stimme „nur in gewissem Maße mit den in dieser Ausschreibung festgelegten Zielen überein“. Sie entschied sich angesichts der Finanzlage, nur einen Vertragspartner für die Landemission zu wählen. Dies sei zwar ein entscheidender Schritt, aber keineswegs der letzte bei den Investitionsentscheidungen der Nasa und der Förderung von Mondtransportdienstleistern. Die Weltraumagentur hat die Entscheidung für SpaceX nun auf unbestimmte Zeit pausiert. Zudem verlängerte sie die Basisverträge für die HLS-Mission bis 9. August für jedes der drei Unternehmen zu administrativen Zwecken. Die GOA soll bis 4. August Zeit haben, um die Entscheidung zu überprüfen, heißt es. Der Termin 2024 lässt sich damit sicher nicht mehr einhalten.

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