News

Bitkom: Digitalisierung zerstört 3,4 Millionen Stellen in Deutschland

Bitkom-Präsident Achim Berg. (Foto: Bitkom)

Nach Schätzungen des Branchenverbandes Bitkom sollen in den nächsten fünf Jahren 3,4 Millionen Arbeitsplätze in Deutschland der Digitalisierung zum Opfer fallen. Präsident Achim Berg fordert daher mit einem bedingungslosen Grundeinkommen zu experimentieren.

Derzeit gibt es knapp 33 Millionen sozialversicherungspflichtige Beschäftigte in Deutschland. Mehr als jeder Zehnte dieser Arbeitsplätze könnte in den nächsten fünf Jahren durch Roboter oder Algorithmen ersetzt werden. Das geht aus einer Schätzung des IT-Brancheverbandes Bitkom hervor. Demnach wären 3,4 Millionen Arbeitsplätze von der Digitalisierung bedroht.

„Wir sollten das ausprobieren und schauen, wie es wirkt“

Im Grunde handelt es sich dabei nicht um eine neue Entwicklung. Laut Bitkom-Angaben gab es in den neunziger Jahren in Deutschland in der Kommunikationstechnik noch 200.000 Beschäftigte. Aufgrund der Digitalisierung seien es jetzt jedoch nur noch 20.000 Stellen. Bald werde diese Entwicklung auch Banken, Versicherungen und andere Industriezweige treffen.

Bitkom: Grundeinkommen sollte in Deutschland getestet werden

Die Hälfte aller Berufsbilder könnte, schätzt der Branchenverband, über die nächsten 20 Jahre wegfallen. Wie viele neue Arbeitsplätze durch die Digitalisierung entstehen, sei vorläufig nicht abzuschätzen. Bitkom-Präsident Achim Berg spricht sich daher gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung dafür aus, das Konzept des bedingungslosen Grundeinkommens zu testen. „Wir sollten das ausprobieren und schauen, wie es wirkt“, zitiert ihn die Zeitung.

In Schleswig-Holstein soll das bedingungslose Grundeinkommen erstmals in Deutschland getestet werden. Teilnehmer des Feldversuchs sollen unabhängig vom Einkommen 1.000 Euro pro Monat erhalten. Auch in Finnland wird das Konzept seit Anfang 2017 bereits in kleinem Rahmen erprobt.

Ebenfalls interessant:

Bitte beachte unsere Community-Richtlinien

Wir freuen uns über kontroverse Diskussionen, die gerne auch mal hitzig geführt werden dürfen. Beleidigende, grob anstößige, rassistische und strafrechtlich relevante Äußerungen und Beiträge tolerieren wir nicht. Bitte achte darauf, dass du keine Texte veröffentlichst, für die du keine ausdrückliche Erlaubnis des Urhebers hast. Ebenfalls nicht erlaubt ist der Missbrauch der Webangebote unter t3n.de als Werbeplattform. Die Nennung von Produktnamen, Herstellern, Dienstleistern und Websites ist nur dann zulässig, wenn damit nicht vorrangig der Zweck der Werbung verfolgt wird. Wir behalten uns vor, Beiträge, die diese Regeln verletzen, zu löschen und Accounts zeitweilig oder auf Dauer zu sperren.

Trotz all dieser notwendigen Regeln: Diskutiere kontrovers, sage anderen deine Meinung, trage mit weiterführenden Informationen zum Wissensaustausch bei, aber bleibe dabei fair und respektiere die Meinung anderer. Wir wünschen Dir viel Spaß mit den Webangeboten von t3n und freuen uns auf spannende Beiträge.

Dein t3n-Team

Ein Kommentar
Herr Müller
Herr Müller

Wir haben in Deutschland bereits etwas ähnliches. Es nennt sich Hartz IV (ich gehe von der Grundsicherung zzgl. Wohnung etc. aus) Die Grundeinkommensmodelle sehen ja keine aditives Geld durch berufliches Einkommen vor. Im Gegenteil: Durch arbeitsbedingtes Einkommen, reduziert sich das Grundeinkommen bzw. findet eine andere Besteuerung statt. Wie soll sich das System sonst finanzieren?

Lediglich der Beamtenapparat könnte durch Reduzierung der Auflagen minimiert werden. Dennoch bleiben unzählige Einzelfälle, die einer Regelung bedürfen, bestehen.

Ich sehe sehe in der gesamten Diskussion mehr die Kapitulation vor der Digitalisierung. Was ich bei den Versäumnissen durch die Politik in den letzten 10 Jahren durchaus verstehen kann.

Der Change ist jetzt und ich bezweifle das ein Grundeinkommen bei uns funktionieren würde. Weil es letztlich nur eine Anpassung bei Hartz IV bedarf.

Antworten

Melde dich mit deinem t3n Account an oder fülle die unteren Felder aus.