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Bitkom: Online-Lebensmittelhandel erreicht kaum neue Kunden

(Foto: Monika Skolimowska / dpa)

Onlineshopping ist in Deutschland heute so selbstverständlich wie das Einkaufen im stationären Handel. Doch bei Lebensmitteln halten sich die Kunden zurück. Der Bitkom macht einige Stellschrauben aus, die Schwung in den Handel bringen könnten.

Das Einkaufen von Lebensmitteln im Netz tritt laut einer Studie des Digitalverbands Bitkom auf der Stelle und legt nur minimal zu. Hatten im Jahr 2016 noch 28 Prozent der Nutzer in Deutschland Lebensmittel online gekauft, sind es zwei Jahre später gerade einmal 29 Prozent. Dabei sei die Zufriedenheit mit den Angeboten für den Haustür-Service durchaus hoch, betont der Verband. Gut ein Drittel der Befragten (35 Prozent) gaben demnach an, sich durchaus vorstellen zu können, künftig Lebensmittel oder Getränke online zu kaufen.

Wie die Umfrage ergab, sind vor allem frische Lebensmittel noch wenig gefragt. Dagegen liegen Süßwaren (52 Prozent), Fertiggerichte und Konserven (41 Prozent), Lebensmittel etwa für die vegane Ernährung (29 Prozent) sowie Gourmet-Spezialitäten (27 Prozent) im Trend. Fleisch- und Wurstwaren (25 Prozent), Milchprodukte (22 Prozent) und Obst und Gemüse (21 Prozent) rangieren dagegen deutlich darunter.

Als „Achillesferse“ sieht der Verband die bislang wenig flächendeckende Verbreitung solcher Angebote, die sich vorwiegend an Nutzer in Großstädten richten. Mit wachsender Bekanntheit dürften jedoch auch die Umsätze im Online-Lebensmittelhandel steigen, schätzt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder. Hilfreich würden hier vor allem innovative Logistiklösungen sein, die eine Lieferung zum Beispiel ermöglicht, auch wenn der Kunde nicht zu Hause ist, etwa mit sogenannten Smart-Lock-Systemen. Solche Lösungen könnten helfen, „den Gordischen Knoten zu durchtrennen“.

Mehr Vertrauen in stationären Handel

64 Prozent der Befragten gaben allerdings an, generell Lebensmittel vor dem Kauf lieber sehen, riechen, anfassen oder testen zu wollen. Zudem bringt eine Mehrheit von 56 Prozent dem stationären Handel mehr Vertrauen entgegen, 53 Prozent haben gar Zweifel an der Qualität der Ware. Immerhin noch 38 Prozent der Befragten geben auch die anfallenden Lieferkosten als Grund für einen Verzicht an. Für Anbieter aus dem stationären Handel gebe es aber auch keinen Grund, sich online selbst zu kannibalisieren, sagte Rohleder.

Insgesamt aber hat sich das Onlineshopping in der Bevölkerung durchgesetzt. Wer nicht online einkaufe, dem fehle meist schlicht der Internet-Zugang, berichtet der Bitkom. 97 Prozent der Befragten gaben für das Jahr 2018 an, schon einmal etwas im Netz gekauft zu haben. Das entspreche 80 Prozent der Bevölkerung ab 14 Jahren und insgesamt 56 Millionen Menschen in Deutschland.

Dabei lasse sich ein Trend zum mobilen Einkaufen ausmachen. Inzwischen nutzten 50 Prozent der Befragten das Smartphone dafür, 2014 waren das noch 20 Prozent. Die Herausforderung für die Anbieter sei es deshalb verstärkt, ihre Angebote optimal den kleinen Displays anzupassen, sagte Rohleder. Den größten Wert sehen demnach die Kunden im günstigen Preis (83 Prozent), den angebotenen Zahlungsmöglichkeiten (65 Prozent) sowie der versandkostenfreien Lieferung (62 Prozent). dpa

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