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Bitkom-Studie: Autobranche glaubt nicht an ihre eigenen Visionen

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Kompatibilität des Cockpits mit Smartphones

Immerhin: Große Einigkeit herrsche in der Branche darüber, dass künftig digitale Technologien über den Verkaufserfolg entscheiden werden. So sagen 82 Prozent, dass die Kompatibilität des Cockpits mit den gängigen Smartphones 2030 für die Käufer wichtiger sein werde als heute.

Ebenfalls von größerer Bedeutung sein werden wohl neue Fahrassistenzsysteme und Technologien für das autonome Fahren (je 80 Prozent) sowie neue Dienste auf der Grundlage von vernetztem Fahren und Car-to-Car-Kommunikation (71 Prozent).

Digitale Technologien entscheiden in Zukunft über den Erfolg. (Grafik: Bitkom)

Digitale Technologien entscheiden in Zukunft über den Erfolg. (Grafik: Bitkom)

Weiter an Bedeutung gewinnen werden nach Ansicht einer Mehrheit auch Umwelteigenschaften wie Verbrauch (75 Prozent) und die Art des Antriebs (74 Prozent), also ob etwa ein Elektromotor genutzt wird. Demgegenüber werden Automarke (23 Prozent) oder Motorleistung (17 Prozent) nur für eine Minderheit wichtiger werden, prophezeit die Umfrage.

Autonomes Fahren in der Fläche relativ früh erwartet

Autonome Fahrzeuge, wie wir sie kennen, werden nach Meinung der Branchenexperten spätestens in 50 Jahren die Autos verdrängt haben. 57 Prozent gehen davon aus, dass spätestens in 50 Jahren ausschließlich autonome Fahrzeuge zugelassen werden, jeder Neunte (11 Prozent) glaubt sogar, dass dies bereits in 30 Jahren der Fall sein wird.

Allerdings sind die Unternehmen offenbar skeptisch, ob sie von diesem Trend profitieren werden. Zwar sagt mehr als jeder Vierte (26 Prozent), dass Deutschland aktuell als Anbieter von Technologien für das autonome Fahren eine international führende Rolle einnehme, aber nicht einmal jeder Fünfte (19 Prozent) glaubt offenbar, dass dies auch in Zukunft so sein wird.

Entsprechend gehen zwei Drittel (66 Prozent) davon aus, dass neue Automobilhersteller wie Tesla das Rennen beim autonomen Fahren für sich entscheiden werden. Die deutschen Automobilhersteller sehen nur 17 Prozent als Sieger, knapp dahinter kommen große IT- und Internet-Unternehmen. Ihnen trauen 13 Prozent zu, den Markt für autonome Fahrzeuge zu erobern.

Noch sei Zeit, die Strategie zu beschleunigen und dafür zu sorgen, dass das Rennen anders ausgeht, sagt Achim Berg: „Dazu müssen wir jetzt aber Gas geben.“ Wichtig sei, den jeweils anderen nicht nur als Konkurrenten zu sehen sondern als Partner. Digitalisierung funktioniere nicht im Alleingang, sie brauche Ökosysteme.

Eigenes Auto bald kein Statussymbol mehr?

In der Branche geht eine große Mehrheit davon aus, dass sich die Automobilindustrie in den kommenden 30 Jahren grundlegend verändern wird. 62 Prozent prognostizieren, dass spätestens in 30 Jahren das eigene Auto kein Statussymbol mehr sein wird. 69 Prozent sind sich sicher, dass das Auto in diesem Zeitraum für den Individualverkehr stark an Bedeutung verlieren wird, 65 Prozent erwarten, dass die Marktanteile von klassischen Autoherstellern gleichzeitig deutlich zurückgehen werden. Und 80 Prozent rechnen damit, dass sich Autohersteller zu Anbietern von Mobilitätsdiensten entwickeln.

Zumindest für die Ballungsräume sieht eine Mehrheit einen gravierenden Wandel in den nächsten 30 Jahren. 56 Prozent erwarten, dass dort die Mehrheit der Autofahrer kein eigenes Fahrzeug mehr besitzen wird, zwei Drittel (68 Prozent) sagen, dass die Mehrheit der Menschen dort dann Carsharing oder dank autonomer Fahrzeuge On-Demand-Shuttles nutzen wird.

„Ich bin sicher, es wird keine 30 Jahre mehr dauern, bis Mobilität zu einem Gesamtsystem wird, in dem Personen und Güter dank digitaler Technologien intelligent, schnell und sicher von A nach B kommen“, sagt Berg. „Unsere Kinder werden sich nicht mehr die Frage stellen, ,Was fährst du?‘, sondern ,Wie fährst du?‘.“

Schließlich habe der Bitkom noch eine Zukunftsprognose vorgenommen, sagt Achim Berg auf der IAA in Frankfurt. Diese sehe wie folgt aus:

Zukunft der intelligenten Mobilität. (Grafik: Bitkom)

Zukunft der intelligenten Mobilität. (Grafik: Bitkom)

Disclosure: Die Reise unseres Autors zur IAA wurde von Daimler finanziert. Einfluss auf die Berichterstattung hat das nicht.

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