Du hast deinen AdBlocker an?

Es wäre ein Traum, wenn du ihn für t3n.de deaktivierst. Wir zeigen dir gerne, wie das geht. Und natürlich erklären wir dir auch, warum uns das so wichtig ist. Digitales High-five, deine t3n-Redaktion

Interview

Bits & Pretzels 2017: „Wir würden gerne mal Elon Musk in Lederhosen begrüßen“

Oktoberfest meets Konferenz: Das Bits & Pretzels-Festival hat einen ganz besonderen Charme, der die Konferenz auch im Ausland bekannt gemacht hat. (Foto: Bits & Pretzels)

In München startet am Sonntag das dreitägige Festival Bits & Pretzels. Wir sprachen im Vorfeld mit den drei Veranstaltern über das Festival, die Startup-Szene und Elon Musk in Lederhosen.

Kommenden Sonntag startet in München die Bits & Pretzels 2017. Das dreitägige Festival zur Oktoberfestzeit bietet Vorträge auf acht Bühnen, einen Startup-Pitch, Präsentationen von jungen Unternehmen sowie Investoren und Corporates. Nicht zu vergessen: der Ausklang mit einem Frühschoppen auf der Wiesn am Dienstag. Wir sprachen im Vorfeld des Events mit den Organisatoren Andi Bruckschlögl, Bernd Storm van’s Gravesande und Felix Haas.

t3n.de: Das Festival Bits & Pretzels geht in die nächste Runde. Was sind die Highlights 2017 und worauf freut ihr euch besonders?

Bernd: Zunächst einmal ist es großartig, dass wir dieses Jahr wieder ausverkauft sind und 5.000 Teilnehmer überzeugen konnten, zu kommen. Inhaltlich freuen wir uns natürlich auf Speaker wie Stefan Raab, der sich ja ansonsten inzwischen sehr rar macht, ich als Fußballfan auf Philipp Lahm und natürlich auf unseren alten Bekannten Kevin Spacey, der schon zum wiederholten Mal mit dabei ist.

Was sind die wichtigsten Neuerungen beim diesjährigen Bits & Pretzels?

Felix: Wir haben in diesem Jahr zum ersten Mal eine große Investoren-Area und die Corporate Area – zwei Neuerungen, bei denen wir sehr gespannt sind, wie sie angenommen werden. In der Investoren-Area haben wir über 30 Later-Stage-Companies, die sich 220 unterschiedliche Venture-Capital-Fonds und mehrere Hundert Business-Angels präsentieren. In der Corporate Area knüpfen Startups Kontakte zu etablierten Unternehmen.

Das Festival mit seinen Vorläufern gibt es ja nun schon seit einigen Jahren. Was habt ihr aus den Anfängen gelernt?

Andi: Als wir vor einigen Jahren mit dem Vorläufer, dem Gründer-Weißwurstfrühstück, gestartet sind, haben wir gesehen, dass es einen immensen Bedarf an Vernetzung in unserer Region gibt. Über vier Veranstaltungen hinweg konnten wir die Teilnehmerzahl auf 400 Teilnehmer steigern. Wir erkannten ein internationales Potential. Das war die Geburtsstunde von Bits & Pretzels, das 2014 im Löwenbräu, dem größten Bierkeller Münchens mit 1.400 Teilnehmern stattfand. Hier hatten wir unser erstes große Learning. Interaktion am Biertisch war für das Networking hervorragend. Die Netzwerker waren glücklich, die interessierten Zuhörer allerdings aufgrund des hohen Lautstärkepegels eher unglücklich. Daraus entstand der Split – zwei Tage Konferenz in einer professionellen Atmosphäre auf der Messe München und der finale Tag als maximale Networking-Experience auf dem Oktoberfest.

Die Gästeliste ist wieder beachtlich, ein paar der Highlights habt ihr ja schon genannt. Gibt es denn noch ein paar Traum-Speaker, die ihr noch auf der Liste habt?

Bernd: Als unternehmerischer Visionär ist sicherlich Elon Musk einer der Favoriten, den wir gerne mal irgendwann in Lederhosen bei Bits & Pretzels sehen würden. Abgesehen davon ist es natürlich auch eine Terminfrage – in diesem Jahr hat es uns die parallel stattfindende Bundestagswahl nicht gerade einfach gemacht.

Eine wichtige Rolle spielt ja der Startup-Pitch und auch in den Academy-Sessions habt ihr eine Vielzahl von Inhalten, die Startups adressieren. Positioniert ihr euch bewusst in diese Richtung?

Felix: Die Ausrichtung auf Startups und junge Unternehmen ist definitiv die Kern-DNA von Bits & Pretzels. Wir sind weder eine spezifische Online-Marketing-Veranstaltung, keine reine Investment-Konferenz noch eine themenspezifische Fachkonferenz. Bei uns dreht sich alles ums Gründen, um Unternehmertum, die positiven Aspekte dabei und die Schwierigkeiten in diesem Umfeld. Deswegen haben wir die Startup-Pitches ausgeweitet, um noch mehr jungen Unternehmen eine Bühne bieten zu können.

Wie bewertet ihr das Klima für Startups in der aktuellen Phase? Wird Deutschland, speziell der Münchner Raum, zum Startup-Land? Oder ist es aufgrund der großen Konkurrenz eher schwerer geworden?

Bernd: Berlin bleibt Berlin – und ist schon länger stark im Internetbereich. München hat natürlich auch eine stark wachsende Startup-Szene. Der Fokus liegt hier aber auf Technologie wie beispielsweise dem Bereich Internet of Things. Zum einen haben die Universitäten hier ihre Schwerpunkte, beispielsweise die TU München mit dem UnternehmerTUM. Zum anderen spielen Großkonzerne, die immer stärker die Kooperation und den Schulterschluss mit Startups suchen, eine große Rolle. Hinzukommt, dass viele finanzstarke Geldgeber in der Region ansässig sind. Ich glaube, hier entwickelt sich derzeit ein moderner Hightech-Cluster, der in seinen Schwerpunkten so einzigartig in Deutschland ist.

Die Gründer von „Bits and Pretzels” Bernd Storm, Andreas Bruckschlögl und Felix Haas (v.l.) (Foto: Bits & Pretzels)

Ist Deutschland im internationalen Vergleich inzwischen ein Startup-Land? Felix, du hast doch den Vergleich zum Silicon Valley …

Felix: Vor zehn oder fünfzehn Jahren hat sich hier in Deutschland alles wie eine Analogwüste angefühlt. Vor fünf Jahren war zumindest Berlin ein wenig digital, aber eher im B2C- und Consumerbereich. Wenn ich jetzt ins Silicon Valley gehe und dann nach München zurückkomme, vermisse ich kaum noch etwas. Im Valley wird natürlich in größeren Dimensionen gedacht, diese Denke kann man ja nicht so einfach von heute auf morgen woanders hin transportieren – diese Verbindung zwischen der Academia, Stanford und Berkeley, den Kapitalgebern und den Gründern. Aber wenn man nach München zurückkommt, findet man so viele Corporates, die zusammen mit Startups Themen entwickeln. Wir haben die Tech-Corporates, das Kapital und die ersten Erfolgsgeschichten – zum Beispiel die Absolventen der TU München, die den Hyperloop-Wettbewerb gewonnen haben oder das Flugtaxi Lilium. Companies, die an relevanten Themen arbeiten, sind meist zwischen Hard- und Software angesiedelt. Neu ist hier in der Tat, dass in Hightech-Produkte investiert wird, ohne dass es bereits einen Revenue gibt.

Ist es dadurch auch in anderer Hinsicht schwieriger geworden, an Investoren zu kommen?

Andi: An meinem eigenen Beispiel mit Ryte sehe ich, wie die Marketingpreise in den letzten zwei Jahren signifikant angestiegen sind. Große Player professionalisieren sich enorm und sichern sich so immer mehr Marktanteile. Ohne große Innovation mit einem neuen Produkt zu starten, ist deshalb mittlerweile fast unmöglich geworden.

Zum Weiterlesen:

Bitte beachte unsere Community-Richtlinien

Schreib den ersten Kommentar!

Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar schreiben zu können.

Jetzt anmelden

Finde einen Job, den du liebst