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Bits & Pretzels: 5 Learnings von der großen Gründerkonferenz

Erfahrungsaustausch und Netzwerken: Die Bits & Pretzels zog 5000 Gründer und Tech-Interessierte nach München. (Bild: Dan Taylor/Heisenberg Media)

Das Gründerfestival Bits & Pretzels geht heute zu Ende. Im Fokus stand das Thema Diversity – und auch sonst gab es einige spannende Dinge, die wir aus München mitgenommen haben.

Auch wenn die Rede von Jan Böhmermann anlässlich der Bits & Pretzels in diesem Jahr sicher für den meisten Wirbel gesorgt hat, gab es einige weitere Programmpunkte, die mindestens so sehr zum Nachdenken taugen wie die Session des ZDF-Moderators. 5.000 Gründer und Digitalexperten haben in München auf dem Messegelände an drei Tagen über Gründungsideen und den Weg zum eigenen Unternehmen diskutiert, haben Know-how ausgetauscht und Kontakte geknüpft. Geblieben sind auch in diesem Jahr wieder ein paar Erkenntnisse. Auch wenn hier sicherlich jeder Teilnehmer andere Informationen mitgenommen hat, fassen wir an dieser Stelle ein paar Dinge zusammen, die uns wichtig erscheinen.

1. Es gibt keinen Markt, der „schon besetzt“ ist

Es kommt nicht darauf an, ob ein Markt schon besetzt ist, sondern was du selbst mit einem Unternehmen dort einbringen kannst. Sowohl Flixbus-Gründer André Schwämmlein als auch N26-Gründer Valentin Stalf haben auf der Bühne klar herausgestellt, dass es manchmal sogar die Grundlage des Erfolges sein kann, wenn man ein Geschäftsmodell aus einer anderen Perspektive realisiert (und nicht mit dem Ballast der etablierten Player kommt). Sowohl auf dem Bankingsektor als auch im Transportwesen ist noch Platz für neue Unternehmen – und dabei sind das zwei Bereiche, in denen man es vor einigen Jahren nicht erwartet hätte, dass sich Startups so nachhaltig etablieren können.

2. Diversity generiert einen Mehrwert für Unternehmen

Diversity war in diesem Jahr eine Klammer, das umfassende Thema der Bits & Pretzels. Die Integration von Vielfalt im Unternehmen bedeutet, dass man Themen aus unterschiedlichen Perspektiven sieht, Geschäftschancen besser erkennt und die Begabungen und Fähigkeiten von Mitarbeitern optimal einsetzen kann. Zugleich ist Diversity ein unbequemes Thema und eines, bei dem die Fettnäpfchen großflächig verteilt sind. Doch es hilft nur Kommunikation und Einfühlungsvermögen – von der Führungsebene getragen, aber auch in HR, Marketing und allen anderen Unternehmensbereichen. Dabei sollte man allerdings nie aus den Augen verlieren, dass Diversity mehr ist als das bei uns hauptsächlich diskutierte Genderthema: Es geht um Nationalitäten und Kulturen, um Minderheiten wie Behinderte oder auch – ganz wichtig in der oft jugendgetriebenen Startup-Szene – um Mitarbeiter unterschiedlicher Altersgruppen in unterschiedlichen Lebensphasen (Stichwort Familie oder Pflegende).

3. Beharrlichkeit siegt: Umgib dich mit den richtigen Leuten

Gründer sind Besessene, wie es einer der Speaker auf der Bühne auf den Punkt gebracht hat. Doch es ist wahrscheinlich nicht nur in der Anfangsphase wichtig, dass man von der eigenen Idee überzeugt ist, sich die passenden Partner und Ratgeber sucht und es auch schafft, sich von Schwarzmalerei fernzuhalten. Denn die meisten Menschen, mit denen man über Gründungsgeschichten spricht, haben eben nur den Hintergrund des Angestellten – und der ist in vielerlei Hinsicht nicht mit den passenden Erfahrungen ausgestattet. Matthias Henze, Gründer von Jimdo, erklärte, dass es zudem auf die „Resiliance“ ankomme, also darauf, dass man sich sicher in dem ist, was man tut, sich regelmäßig „einnordet“ und sich mit einem Team umgibt, das diese Ideen mitträgt und über die passenden Skills verfügt.

Achtet auf Eure Work-Life-Balance! – Ex-Rennfahrer Nico Rosberg wirkte geerdet und entspannt. (Bild: Dan Taylor/Heisenberg Media)

Etwas anders, aber mit derselben Grundidee, formulierte es der ehemalige Formel-1-Rennfahrer Nico Rosberg: „Plane nicht für den Exit, sondern um die Welt zu verändern.“ Rosberg will in den nächsten Wochen ebenfalls im Zusammenhang mit einem Startup zum Gründer werden – mehr Details blieb er den Zuhörern allerdings trotz entsprechender Nachfragen bisher schuldig.

4. Agiere datengetrieben und fokussiere dich auf wenige KPI

Viele Gründer neigen dazu, ihr Unternehmen „auf Sicht“ zu fahren, gerade in der Anfangsphase regiert das Bauchgefühl und vieles ist noch wenig vorausschauend. Doch insbesondere in der Digitalwirtschaft steht eine Vielzahl an Monitoring-Möglichkeiten und KPI zur Verfügung, die dabei helfen kann, Kundenwünsche besser und früher zu erkennen, das Produkt zu optimieren und Geld im Marketing richtig auszugeben. Du solltest möglichst überschaubar die wichtigsten Unternehmensdaten jederzeit im Blick behalten – weniger ist hier mehr, wenn es sich um die richtigen Daten handelt. Hinterfrage die Zahlen allerdings regelmäßig und verlasse dich nicht blind auf sie. Anders als bei vielen anderen Unternehmensentscheidungen gibt es hier zahlreiche Cloud-Services, die du für wenig Geld buchen kannst.

5. Schaffe und sichere dir gerade als Gründer deine Work-Life-Balance!

Last, not least, eine Erkenntnis, die einerseits schon wieder so elementar ist, dass man sie eigentlich als bekannt voraussetzen könnte. Andererseits fällt sie aber gerade im Gründerumfeld allzu oft unter den Tisch. Der Rennfahrer Nico Rosberg, einer der prominentesten Speaker am zweiten Tag: „Nur wenn du ein gutes abwechslungsreiches Leben führst, kannst du auch im Beruf Höchstleistung bringen. Immer nur zu powern und niemals richtig abzuschalten, kann niemand auf Dauer durchhalten.“ Deswegen halte er es wie einige hochrangige Führungskräfte und trenne klar zwischen Beruf und Privatleben, damit Freiräume nicht nur in der Theorie bestehen. Und so wie man diese Freiräume für sich einfordern sollte, ist es auch vernünftig, sie den Mitarbeitern zu gewähren – insbesondere in Zeiten, in denen man besser als je zuvor sein Büro auf dem Smartphone immer dabeihat.

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