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Blind: Diese anonyme App ist das Anti-Yammer

So sieht die App von Blind aus. (Bild: Blind)

Über Blind können sich Kollegen anonym über ihren Arbeitsplatz austauschen – oder mit Mitarbeitern der Konkurrenz. Einige Chefs dürften darüber nicht begeistert sein, doch schon jetzt nutzen zehntausende Mitarbeiter von Tech-Unternehmen die App.

Nachdem die öffentliche Kritik einer Mitarbeiterin über Diskriminierung bei Uber im Jahr 2017 viral ging, wendeten sich viele Mitarbeiter an das soziale Netzwerk Blind. Bis zu drei Stunden täglich verbrachten die Mitarbeiter des Ridesharing-Dienstes in der App und diskutierten dort über die Zustände im Unternehmen.

Auch unter Mitarbeitern anderer Tech-Firmen hat die Plattform Fans. 43.000 Microsoft-Mitarbeiter unterhalten ein Blind-Konto. Bei Amazon sollen es 28.000 sein. Blind befriedigt ganz klar ein Bedürfnis, das weder ein Social-Intranet wie Yammer noch ein Karriere-Netzwerk wie Linkedin stillen kann: Denn im Gegensatz zu diesen Plattformen ist Blind vollkommen anonym.

Blind: Anmeldung nur mit Firmenadresse möglich

Blind: Eine anonyme Kollegen-App. (Bild: Blind)

Wer sich bei Blind anmelden will, der muss dafür seine berufliche E-Mail-Adresse angeben. Daran macht der Dienst dann fest, zu welchem Unternehmen jemand gehört. Sobald mindestens 30 Mitarbeiter einer Firma ein Blind-Konto haben, können sie sich in einem geschützten Bereich und natürlich ganz anonym über ihre Arbeit austauschen. Darüber hinaus gibt es aber noch einen öffentlichen Bereich. Hier können sich Blind-Mitglieder über generelle Karrierethemen, Bezahlung oder andere arbeitsrelevante Themen austauschen. Auch in diesem Bereich der App bleiben die Nutzerinnen und Nutzer anonym – angezeigt wird lediglich, bei welchem Unternehmen eine Person arbeitet.

Die anonyme Natur von Blind erlaubt es Mitarbeitern, sich deutlich freier untereinander auszutauschen. Sich über Fehlentwicklungen oder bestimmte Führungskräfte öffentlich zu beschweren, dürfte in aller Regel wenig förderlich für die eigene Karriere sein. Auch Themen wie das Gehalt dürften viele Mitarbeiter deutlich unbefangener besprechen, wenn ihre eigene Identität geheim bleibt. Unternehmen dürften wiederum eher weniger begeistert von dem Konzept sein, denn letztlich besteht natürlich immer die Gefahr, dass Mitarbeiter Interna teilen, die eigentlich nur für die Augen ausgewählter Personen bestimmt sind.

(Screenshot: Blind für Android / t3n)

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Gerade im Startup- und Tech-Bereich experimentieren immer mehr Firmen mit einem Grad an Offenheit, der in vielen Branchen noch immer nicht die Norm ist. Dass Blind gerade in diesem Bereich sehr beliebt ist, zeigt jedoch, dass auch hier noch immer ein starker Wunsch nach einem noch freieren Austausch zwischen Mitarbeitern besteht. Vielleicht hilft die App letztlich dabei, weiter intransparente Strukturen aufzuweichen. Ein Interesse auf Mitarbeiterseite existiert offenbar.

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Eine Reaktion
Titus von Unhold

Will jemand wetten wie lange es bis zum Datenreichtum dauert? ^^

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