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Blockchain: Bitkom will Sonderwirtschaftszone für Deutschland

(Foto: dpa)

Bitkom sieht große Chancen für die Finanzierung von Neugründungen mithilfe der Blockchain. Der Digitalverband fordert daher die Einrichtung einer Sonderwirtschaftszone in Deutschland.

Der Digitalverband Bitkom will Deutschland als einen „sicheren Hafen für blockchainbasierte Finanzierungsformen“ etablieren. In einer am Donnerstag veröffentlichten Stellungnahme schlägt der Verband deshalb die Einrichtung einer Sonderwirtschaftszone für Startups vor, die sich mithilfe von Initial-Coin-Offerings (ICOs), die auch Token-Sales genannt werden, finanzieren wollen. Damit könne man die neuen und innovativen Instrumente erproben und Erfahrungen sammeln, heißt es.

„Deutschland als Hafen für blockchainbasierte Finanzierungsformen etablieren“

Sonderwirtschaftszonen sind räumlich abgegrenzte Gebiete innerhalb eines Landes, für die rechtliche und steuerliche Erleichterungen für Investoren bestehen. „Sowohl für junge Unternehmen, die Finanzierung suchen, als auch für Wagniskapitalgeber, die Gelder investieren, sollte sich Deutschland als der zukunftssichere Standort für Wagniskapitalfinanzierung auf Token-Basis positionieren“, sagte Marco Liesenjohann, Referent Blockchain beim Bitkom. Ein möglicher Standort für die Blockchain-Sonderwirtschaftszone könnte in den Augen des Verbands vor allem Berlin sein.

Anders als bei einem normalen Börsengang werden bei einem ICO keine Aktien, sondern Tokens in Form digitaler Coupons an Investoren ausgegeben. Die Funktion der Tokens kann je nach Geschäftsmodell des Startups variieren, in der Regel handelt es sich jedoch um eine Kryptowährung für das Projekt, das mit ihnen finanziert wird. Die Idee: Wenn das Startup Erfolg hat, dann sollte auch der Wert des Tokens über den ursprünglichen Ausgabepreis steigen.

Die Blockchain-basierte Finanzierungsform hat 2017 im Zuge der rasanten Kurssteigerungen von Bitcoin und anderen Kryptowährungen stark an Popularität gewonnen. Seit 2012 sind nach Angaben von Bitkom auf diese Weise weltweit rund 2,4 Milliarden US-Dollar eingesammelt worden – mehr als die etwa zwei Milliarden Dollar, die durch klassische Wagniskapitalfinanzierung in diese Startups geflossen sind.

ICOs nicht unumstritten

Allerdings sind ICOs umstritten. Die Finanzierungsform unterliegt bisher keinen nennenswerten Regulierungen, vertrauensbildende Papiere für Investoren ähnlich wie einem Börsenprospekt gibt es nicht. Stattdessen werben viele Unternehmen mit nicht mehr als einem Whitepaper, dessen Inhalt sich für unbedarfte Anleger kaum überprüfen lässt. Die hiesige Bankenaufsicht (BaFin) attestierte ICOs auch eine systembedingte Anfälligkeit für Betrug, Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung.

Bitkom mahnt hingegen dazu, die Blockchain-basierte Finanzierungsform nicht durch „übertriebene Regulierungen“ auf Anhieb zu verteufeln. So müsse der Aufwand für diese Finanzierungsform etwa im Vergleich zu einem klassischen Börsengang deutlich niedriger bleiben. Gleichzeitig müsse ein ausreichender Verbraucherschutz gewährleistet werden, etwa durch vereinfachte Prospektpflichten.

Zudem sei es nur konsequent, das Modell weiterzudenken und Tokens als digitale Form der Urkunde zu begreifen. Token seien fälschungssicher, übertragbar und stellten die digitale Variante der Verbriefung von Rechten dar. „Mit Tokens bekommen digitale Inhalte eine Einmaligkeit, die Dingen der physischen Welt ganz selbstverständlich zu eigen sind. Die Bedeutung für die Weiterentwicklung des Internets kann nicht überschätzt werden“, sagte Bitkom-Referent Liesejohann.

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