News

Bloomberg-Chefredakteur: Eine Textsoftware schreibt an Drittel der Inhalte mit

John Micklethwait, Chefredakteur bei Bloomberg News. (Foto: picture alliance/Lino Mirgeler/dpa)

Textsoftware soll das automatisierte Erstellen von Texten ermöglichen. Bei Bloomberg kommt diese Technologie bereits erfolgreich zum Einsatz. Was die Software so alles leistet, erzählt Bloombergs Chefredakteur auf der DLD in München.

Beim Finanzdienst Bloomberg werden rund 30 Prozent der journalistischen Inhalte zumindest teilweise automatisiert mit Hilfe von Software erstellt. So würden zum Beispiel schnelle Schlagzeilen – aber inzwischen auch erste Texte – zu Unternehmenszahlen von einem Programm erstellt, das die Mitteilung der Firma analysiert, sagte Bloomberg-Chefredakteur John Micklethwait am Montag auf der Innovationskonferenz DLD in München.

Journalisten seien trotzdem unverzichtbar. So müssten sie selbst bei automatisch produzierten News zum Beispiel der Software zuvor beibringen, nach was sie in jedem Einzelfall Ausschau halten solle. Damit sei der Prozess zu einem großen Teil halb-automatisiert.

KI-basierte Themenrecherche

Bei Bloomberg durchforste zudem Software auf Basis künstlicher Intelligenz Informationen, um mögliche spannende Geschichten zu erkennen und den Journalisten vorzuschlagen, sagte Micklethwait. Das könne zum Beispiel sein, dass bei einem Unternehmen in Bayern auf einen Schlag drei Aufsichtsratsmitglieder zurücktreten. Oder dass ein Fußballspieler außergewöhnlich viele Querpässe schlägt.

Die Automatisierung erlaube es, über mehr Unternehmen und Themen zu berichten, sagte Micklethwait, der zuvor Chefredakteur beim britischen Magazin „The Economist“ war. Zugleich bestehe aber die Gefahr, dass man die Menschen mit zu vielen von Maschinen erstellten Inhalten überflute. dpa

t3n meint: Texterstellung mit Hilfe von KI kann derzeit nur wirklich gut bei Texten mit einem festen Muster funktionieren; etwa News wie Sport- oder Börsenberichte oder Shop-Texte. Axsymantics beispielsweise liefert da schon sehr gute Ergebnisse. Alles, was darüber hinausgeht, kann KI bisher nicht zufriedenstellend leisten. Aber besonders der Einsatz in unterstützenden Aufgaben wie Themenrecherche ist ein spannender Ansatz. Johannes Steu

Auch interessant: Ist KI das Ende des klassischen Software-Developments? Der Mensch bleibt der kreative Kopf

Bitte beachte unsere Community-Richtlinien

Wir freuen uns über kontroverse Diskussionen, die gerne auch mal hitzig geführt werden dürfen. Beleidigende, grob anstößige, rassistische und strafrechtlich relevante Äußerungen und Beiträge tolerieren wir nicht. Bitte achte darauf, dass du keine Texte veröffentlichst, für die du keine ausdrückliche Erlaubnis des Urhebers hast. Ebenfalls nicht erlaubt ist der Missbrauch der Webangebote unter t3n.de als Werbeplattform. Die Nennung von Produktnamen, Herstellern, Dienstleistern und Websites ist nur dann zulässig, wenn damit nicht vorrangig der Zweck der Werbung verfolgt wird. Wir behalten uns vor, Beiträge, die diese Regeln verletzen, zu löschen und Accounts zeitweilig oder auf Dauer zu sperren.

Trotz all dieser notwendigen Regeln: Diskutiere kontrovers, sage anderen deine Meinung, trage mit weiterführenden Informationen zum Wissensaustausch bei, aber bleibe dabei fair und respektiere die Meinung anderer. Wir wünschen Dir viel Spaß mit den Webangeboten von t3n und freuen uns auf spannende Beiträge.

Dein t3n-Team

2 Kommentare
Schließlich
Schließlich

Bei dem überschaubaren Umfang und Informationsgehalt dieses Beitrags Frage ich mich wirklich, ob dieser nicht auch automatisiert erstellt wurde ..

Antworten
Frank Martini
Frank Martini

Zu Schließlich: Wohl kaum – aber Ihre mir etwas unqualifiziert erscheinende These lässt ahnen, dass Sie Anhänger einer Gratiskultur, die sich mit freien Schnitzeln nicht begnügen mag, sondern immer nur lauthals nach Filets verlangt.

Zum Beitrag: Teile die Einschätzung sowohl Micklethwaits hinsichtlich der Gefahr eines weiter anschwellenden „informational overkill“ als auch die Johannes Steus. Glaube auch/außerdem, dass der einseitige Weg der Nutzung von KI zur Produktion Potential verschenkt! Oder kümmert sich unter den KI-Entwicklern bereits jemand erfolgreich darum, erst mal die Informationsgenese/Quellensuche und Beschaffung/Auswertung mit DAU-freundlichen UI zu ermöglichen. Also ohne avanciertere Codingkenntnisse eine Suchsoftware zur Verfügung zu stellen, die im Sinne des Datajournalism dann alle verfügbaren potentiellen Datenbanken anzapft und – ohne einen informational overkill beim Recherchierenden – relevante Ergebnisse auszuschütten. Wäre t3n für entsprechende Hinweise jedenfalls dankbar!

Antworten
Abbrechen

Melde dich mit deinem t3n Account an oder fülle die unteren Felder aus.

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus!

Hey du! Schön, dass du hier bist. 😊

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus, um diesen Artikel zu lesen.

Wir sind ein unabhängiger Publisher mit einem Team bestehend aus 65 fantastischen Menschen, aber ohne riesigen Konzern im Rücken. Banner und ähnliche Werbemittel sind für unsere Finanzierung sehr wichtig.

Danke für deine Unterstützung.

Digitales High Five,
Stephan Dörner (Chefredakteur t3n.de) & das gesamte t3n-Team

Anleitung zur Deaktivierung