Analyse

Bosch: Wie der Konzern den Schalter für KI und autonomes Fahren umlegt

KI und IoT: Bosch gibt sich bei den Investitionen alles andere als schwäbisch. (Foto: dpa)

Bosch setzt auf künstliche Intelligenz und IoT. Das Unternehmen will tausende Softwareexperten einstellen und vier Milliarden in autonomes Fahren investieren.

So richtig fokussiert auf ein einziges Kerngeschäft war Bosch als Unternehmen nie – man könnte es positiv, als vielseitig bezeichnen, als Let’s-try-it-Mentalität, wie sie Unternehmen des Silicon Valley heute zum Konzept erheben. Wer sich in Stuttgart im vergleichsweise bescheidenen Unternehmensmuseum umschaut, stellt fest, dass der Konzern gerade in den Anfangsjahren bis zum zweiten Weltkrieg eine Vielzahl von Dingen ausprobiert und auf eine große Zahl an verschiedenen Produkten gesetzt hat.

Auch wenn die eine oder andere Entwicklung in Sackgassen führte, war man oft weiter vorne als andere: Schon um 1965 beschäftigte sich das Unternehmen mit Brennstoffzellen, um 1980 schon mit Navigationssystemen im Auto. Doch erst die Neuorganisation in den 70er und 80er Jahren hat Bosch zu dem Weltkonzern gemacht, der er heute ist. Und die Zahlen können sich sehen lassen: 410.000 Mitarbeiter und ein Konzernumsatz von international 78 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis lag, ähnlich wie im Jahr zuvor, bei 5,3 Milliarden Euro.

Investitionen in KI: Bosch zeigt sich alles andere als geizig

Dazu werden auch mal locker große Unternehmensteile um- oder abgebaut: 600 Mitarbeiter weniger im Dieselgeschäft (über Altersteilzeit und auslaufende Fristverträge) und der Verkauf der Verpackungsmaschinen-Sparte im vergangenen Jahr sorgen nicht nur dafür, dass die nötigen Reserven da sind, sondern stellen auch die Weichen für die Zukunft. Jetzt hat das Unternehmen angekündigt, vier Milliarden Euro alleine bis 2022 in autonomes Fahren investieren zu wollen. Eine Summe, die selbst für den schwäbischen Weltkonzern alles andere als schwäbisch ist. Das Unternehmen will dabei verstärkt auf IoT und künstliche Intelligenz setzen. In den nächsten Jahren wolle man, erklärt Geschäftsführer Volkmar Denner, KI-Anwendungen in allen Segmenten von Haushaltsgeräten über Industrieanlagen und Gebäudetechnik bis hin zu Kfz-Teilen mit Machine-Learning-Funktionalitäten und KI-Fähigkeiten ausstatten.

Das sind jetzt zwei Themen, die aktuell so ziemlich jedes Großunternehmen mit abdecken will, aber die Größenordnung die Bosch anstrebt, zeigt, welchen Stellenwert man dem autonomen Fahren und der Unterstützung bei Fahrfunktionen zuspricht. Geschäftsführer Volkmar Denner spricht von „Roboterfahrzeugen als Game Changer in der individuellen Mobilität“. Man spricht von einem Geschäftspotenzial von 60 Milliarden Euro in den kommenden zehn Jahren, von mehreren Millionen Shuttlebussen, die bis dahin weltweit unterwegs sein sollen – und vergisst dabei den Nutzer. Denn insbesondere in westlichen Ländern, ganz speziell in Deutschland, ist das Vertrauen in solche Transportmittel noch gering ausgebildet. Und die Deutschen lieben es selbst zu fahren (wobei die sprichwörtliche Freude am Fahren in anderen Ländern laut entsprechender Studien deutlich weniger ausgebildet ist als bei uns).

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