Tool-Tipp

Brave: Der Browser für ein besseres Internet?

(Screenshot: Brave/t3n)

Der Blockchain-Browser Brave hat einen integrierten Adblocker und entlohnt Nutzer für ihre Aufmerksamkeit mit einer Kryptowährung. Das könnte das Internet zu einem besseren Ort machen.

Gelauncht wurde das Projekt 2016 von Mozilla-Mitgründer und JavaScript-Begründer Brendan Eich – mit der ambitionierten Mission, „das Web zu reparieren“. Er spielt damit auf die zentralisierte, monopolisierte Form des heutigen Webs an wie sie von einigen wenigen Netzkonzernen wie Facebook und Google forciert wird. Sie haben die Hoheit über die Daten von mittlerweile schätzungsweise vier Milliarden Internetnutzern.

2006 brachte Tim Berners-Lee – der Erfinder des Internets – erstmals die Vision eines dezentralisierten Webs auf den Tisch. Im Web 3.0auch Semantic Web genannt, sollten die Nutzer mehr Kontrolle über die eigenen Daten und darüber haben, wie ihre Internet-Experience aussieht, was sie rezipieren und wer davon profitiert. Brave ist nicht werbefrei, Werbung kann aber von den Nutzern nach eigenen Präferenzen blockiert beziehungsweise erlaubt werden.

Der Brave-Browser verhindert das Tracking eures Surfverhaltens und das Setzen von Cookies und sorgt nebenbei für eine bessere Performance. Irrelevante Werbung, Malvertising, Popups und alles, was ihr nicht sehen wollt, wird gar nicht erst geladen. HTTP-Zugriffe werden per Default zu HTTPS-Verbindungen umgeleitet und Informationen zu eurem Nutzerverhalten verlassen niemals den Browser. Er basiert auf der Ethereum-Blockchain, einer öffentlichen Blockchain, die eine offene, transparente, fehlertolerante und zensurresistente Datenspeicherung bereitstellt.

Wer jetzt glaubt, das sei nicht spannend, weil schließlich einen Adblocker installiert ist: Ist es doch. Google, Microsoft, Amazon und eigentlich auch alle anderen bezahlen Adblockplus dafür, ihre Werbung durchzulassen. Das kann man teilweise verhindern, indem man einfach den Haken bei allow harmless Ads entfernt, viele Nutzer wissen das aber nicht.

Nach der Installation gibt euch der Browser eine kurze Tour durch seine Funktionalitäten. Ihr könnt Lesezeichen, Passwörter und Einstellungen von anderen Browsern importieren, eure präferierte Suchmaschine für die Adressleiste auswählen, das Farbschema festlegen und eure Schilde verwalten. Aktiviert ihr Brave Rewards, werdet ihr bezahlt, wenn ihr doch Werbung zulasst ­– in Brave Attention Tokens, sogenannten BAT, die ihr euren Lieblingsurhebern in Form eines Trinkgelds (oder „Tips“) schenken könnt. Die Werbung, die ihr dann seht, wird euch separat von eurem sonstigen Browsing-Verhalten angezeigt. Sie ist nicht in die Websites, die ihr besucht, integriert. So verdiente Tokens werden in einer browser-basierten Wallet abgelegt. Urheber können ihr Trinkgeld einmal im Monat in eine Währung ihrer Wahl umtauschen.

Interface wie bei Google Chrome

Wenn ihr von Chrome zu Brave wechselt, wird sich die Eingewöhnungszeit auf null Sekunden belaufen. Das Interface ist in allen Punkten so gleich, ihr vergesst wahrscheinlich, dass ihr überhaupt den Browser gewechselt habt – auch die Shortcuts sind exakt dieselben. Ihr könnt sogar Chrome Extensions installieren. Das ist so, weil Brave auf Chromium basiert, einem Open-Source-Projekt von Google, dessen Code auch die Basis für Google Chrome ist. Nachteil: Nicht alle Chrome-Extensions lassen sich auch in Brave installieren.

Websites können Trinkgeld bekommen

Trinkgeld geben könnt ihr auf zwei Arten. Auto-contribute ist ein Tipping-System, das im Hintergrund läuft. Seine Aktivierung führt dazu, dass monatlich ein bestimmter, von euch festgelegter Betrag an BAT an alle Websites geht, die ihr besucht. Wie viel, ist abhängig von der Zeit, die ihr auf der jeweiligen Seite verbringt.

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3 Kommentare
Max
Max

Gute Browser-Alternative, die ich mir jetzt als weiteres Backup eingerichtet habe. Leider wird 1Password nicht unterstützt, zumindest nicht in der App-Version. Das macht das arbeiten damit – zumindest für mich – etwas unkomfortabel.
Aber wie gesagt gute Alternative…welche ich sicher von Zt.z.Zt. verwenden werde!

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Titus von Unhold
Titus von Unhold

Grundsätzlich ist jeder Browser der auf Googles Chromengine basiert ein Problem für das offene Web. Denn so setzt Google auch dort irgendwann die Standards.

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Sascha
Sascha

Ich hatte Brave bei meinen ersten Tests vor 2 Jahren als einen Browser in Erinnerung, der unglaublich viel Speicher und Leistung beansprucht. Weiß jemand, ob das immer noch der Fall ist?

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