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Tippfehler führten zu Verhaftung vieler Briten wegen Kinderpornografie

In Großbritannien sind laut einem Bericht mehrere Personen fälschlicherweise wegen Online-Kinderpornos verhaftet worden. Den Briten wurden etwa Tippfehler zum Verhängnis.

Kinderpornos: Briten fälschlich beschuldigt

Eine solche Anschuldigung wirkt schwer – umso mehr, wenn man gar nichts damit zu tun hat: In Großbritannien sollen im vergangenen Jahr mehrere unschuldige Personen wegen Vergehen im Zusammenhang mit Kinderpornografie verhaftet worden sein. Ihnen seien offenbar IP-Adressen falsch zugeordnet worden, wie aus dem Jahresbericht des Interception of Communications Commissioner’s Office hervorgeht.

Wegen Tippfehlern bei der IP-Adresse wurden mehrere Briten fälschlich in Zusammenhang mit Kinderpornografie verhaftet. (Bild: Rob Bouwman/Shutterstock)

Demnach wurden in diesem Themenbereich mindestens 29 Fälle identifiziert, bei denen schwerwiegende Fehler seitens der Behörden zu einer Verhaftung eines Unschuldigen geführt hätten, wie der Standard berichtet. Der sogenannte Interception of Communications Commissioner Stanley Burnton erklärte demnach in dem Bericht, dass es zunehmend zu solchen Fehlern komme und dies nicht mehr im Rahmen des Akzeptablen liege.

Hinter den falschen Anschuldigungen stecken laut Burnton zum einen einfach Tippfehler der Beamten. Zudem sei es schwer, insbesondere dynamische IP-Adressen eindeutig einem Nutzer zuzuordnen. Für die Opfer der fehlerhaften Ermittlungen habe dies schlimme Auswirkungen. So seien einem Ehepaar während einer längeren Befragung die Kinder weggenommen und in die Obhut des Staates genommen worden. Auch ihre Arbeitgeber müssten die Betroffenen informieren. Selbst nach einem Freispruch könne der Vorwurf daher an den Beschuldigten hängenbleiben.

Entschädigung im prominenten Fall des Briten Lang

Auf einen besonders krassen Fall, der in der Öffentlichkeit viel diskutiert wurde, ging Burnton genauer ein. Der Brite Nigel Lang war im Jahr 2011 fälschlicherweise verhaftet worden – der Irrtum, ein Tippfehler, kam erst 2014 ans Tageslicht. In dieser Zeit durfte Lang auch seinen Sohn nicht sehen. Lang war an die Öffentlichkeit gegangen und im vergangenen Jahr mit 60.000 britischen Pfund entschädigt worden.

Interessant in diesem Zusammenhang: BGH-Urteil zu IP-Adressen – Was darf ich als Website-Betreiber überhaupt noch?

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Ein Kommentar
Zumo
Zumo

Brazil (Film von 1985) lässt grüßen.

Btw: 60000 EUR für 3 Jahre ist wohl ein absoluter Witz. Nicht einmal pro Jahr sollte das reichen.

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