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Broadcom bietet 19 Milliarden Dollar für CA – und verliert 19 Milliarden an der Börse

Chiphersteller kauft Softwarekonzern – die Broadcom Aktionäre sind nicht begeistert. (Bild: Broadcom)

Nach dem geplatzten Mega-Deal mit Qualcomm versucht sich Broadcom jetzt an der Übernahme des Softwarekonzerns CA. Die Aktionäre zeigen sich wenig begeistert. Die Broadcom-Aktie bricht ein.

Es hätte der größte Tech-Deal aller Zeiten werden können: Das über 140 Milliarden US-Dollar schwere Gebot des Chipkonzerns Broadcom für den US-Rivalen Qualcomm wurde aber von US-Präsident Donald Trump im Frühjahr verhindert. Jetzt hat sich Broadcom ein neues Übernahmeziel ausgesucht – den Softwarekonzern CA Technologies. Die Unternehmen haben sich laut einer Mitteilung am Mittwoch schon geeinigt. 18,9 Milliarden Dollar will sich Broadcom den Zukauf demnach kosten lassen.

Der Deal muss allerdings noch von den Aktionären und Aufsichtsbehörden sowie von Trump genehmigt werden. Während unklar ist, ob Trump wie bei Qualcomm auch die CA-Übernahme wegen nationaler Sicherheitsbedenken blockieren könnte, haben die Aktionäre offenbar schon den Daumen gesenkt. Die Broadcom-Aktien sind nach Bekanntwerden der Akquisitionspläne um fast 20 Prozent auf unter 200 Dollar gefallen – der höchste Einbruch der Broadcom-Geschichte, wie Reuters berichtet.

19 Milliarden Dollar verbrannt: Übernahmepläne schicken Broadcom-Aktien auf Tauchfahrt

Wegen des Rückgangs verlor Broadcom rund 19 Milliarden Dollar an Börsenwert – ungefähr so viel Geld, wie die CA-Übernahme kosten würde. Beobachter kritisierten die geplante Übernahme als frei von jeglicher Strategie und von finanziellen Überlegungen gelenkt. Möglicherweise reagiere Broadcom mit dem Vorstoß in den Softwarebereich auf mangelnde Optionen im Chipsektor, zitiert Reuters einen Analysten. Positive Stimmen meinen, dass Broadcom die hohen Kosten bei dem Übernahmekandidaten drücken und damit die Profitabilität erhöhen können werde.

Die CA-Papiere legten um über 18 Prozent auf 44 Dollar zu. Das entspricht ungefähr dem Kaufpreis von 44,5 Dollar pro Aktie, den Broadcom und CA Technologies vereinbart hatten. CA vertreibt vor allem Management-Software für Netzwerke und Speicher an Firmen – in diesem Bereich liegt der Konzern hinter IBM an zweiter Stelle. Allerdings drückt derzeit der Run auf Cloud-Services den Umsatz.

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