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Bund: Milliardenschwerer Dachfonds zur Startup-Finanzierung geplant

Peter Altmaier, Bundesminister für Wirtschaft und Energie, und Bundesfinanzminister Olaf Scholz. (Foto: dpa)

Über einen Dachfonds will der Bund Startup-Finanzierungen in Deutschland antreiben. Zum Start soll ein Volumen von einer Milliarde Euro im Gespräch sein.

Schon seit Monaten arbeiten das Bundesfinanz- und Bundeswirtschaftsministerium an einem Plan, um gezielt die Finanzierungssituation deutscher Startups zu verbessern. Das geht aus einem Bericht des Handelsblatts hervor. Geplant sei eine Art Dachfonds, der sich aus staatlichen aber auch privaten Geldern speisen soll. Zum Start soll ein Volumen von einer Milliarde Euro im Gespräch sein.

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Der geplante Dachfonds soll nicht direkt in Startups investieren, sondern das Geld auf verschiedenen Risikokapitalfonds verteilen, die das Geld dann wiederum in Startups stecken. So soll eine hohe Diversifikation und damit ein geringes Risiko sichergestellt werden. Um den Dachfonds für private Investoren attraktiver zu machen, soll der Bund einen größeren Teil des Ausfallrisikos tragen.

Muss ein Startup Insolvenz anmelden, würde also zuerst der Staat für die Verluste aufkommen und erst danach die privaten Investoren. Als Ausgleich soll der Bund eine höhere Rendite aus dem Fonds erhalten als die privaten Investoren. Derzeit sei aber noch offen, wie genau die Risikoverteilung aussehen soll.

Dachfonds: Pläne des Bundes sollen bereits weit fortgeschritten sein

Das Handelsblatt zitiert in ihrem Bericht einen nicht namentlich genannten hohen Regierungsvertreter, laut dem der Plan bereits weit vorangeschritten sei. Laut der Zeitung habe auch die EU-Kommission bereits überprüft, ob er mit geltendem Europarecht vereinbar ist. Die Verwaltung des Dachfonds könnte KfW Capitals, die 2018 gegründete Risikokapitaltochter der halbstaatlichen Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) übernehmen.

Nach Informationen des Handelsblatts hatte die Regierung zunächst erwogen, den Dachfonds an dem von Dänemark zu orientieren. Die im dänischen Modell garantierte Rendite hält die Bundesregierung jedoch für nicht vereinbar mit dem EU-Recht, weswegen man die Pläne letztlich abgeändert habe.

Neben der Startup-Szene sollen auch die institutionellen Anleger von dem Plan der Regierung profitieren. Der Dachfonds würde beispielsweise Versicherern in Zeiten niedriger Zinsen neue Anlagemöglichkeiten bieten.

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3 Kommentare
Ribert Lirert
Ribert Lirert

Da werden dann bestimmt so Startups wie Mercedes Benz oder Allianz gerettet oder andere Unternehmen die seit 20 Jahren existieren über 100 Mitarbeiter haben.
Bestimmt dann noch so spannende Branchen wie Steuerberatung, Automobilzulieferung oder Telekommunikation.

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Lucas
Lucas

Was Rilbert hier schreibt, war auch direkt mein erster Gedanke. Ich frage mich immer: Wenn man doch mehr Gründer ansprechen möchte, warum senkt man dann nicht einfach die Hürden einer Gründung? Meine Gründung bestand in der Hauptsache darin bei meinen Eltern um Unterstützung für die Krankenkassenbeiträge zu betteln. Das Geld für die IHK-Beiträge bekam ich meistens Weihnachten von meinen Großeltern. Man könnte sagen, mein halbes Leben habe ich damit zugebracht, die Sozialabgaben (Mindestbeiträge sind nicht Solidarisch) und Anforderungen zu erfüllen. Nun, 11 Jahre später kann ich eine große Familie davn ernähren. Ich habe es TROTZ Finanzamt, IHK und Krankenkasse geschafft. Mein einziges Glück bestand darin, eine Gute Idee und einen Onkel zu haben, der von Beruf Steuerberater ist. Erfolgreich wurde ich übrigens erst, als ich mein Unternehmen in eine LLC umwandelte. Diese Gründung dauerte ein paar Stunden über die Bundesstaaten-Website. Für die Zweigniederlassung in Berlin habe ich einen Großteil meiner Lebenszeit in Schlangen angestanden für läppige Formulare.

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Sebastian A.
Sebastian A.

Lucas, du sprichst mir aus der Seele!

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