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Für Bundesbank-Vorstand Thiele ist Bitcoin kein Geld – das sind seine Argumente

Bundesbank-Vorstandsmitglied Carl-Ludwig Thiele. (Foto: dpa)

Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele hat gemeinsam mit Bundesbank-Analyst Martin Diehl die These aufgestellt, dass Bitcoin kein Geld sei. Wir werfen einen Blick auf die Argumentation.

Für den Bundesbank-Vorstand Thiele ist Bitcoin kein Geld

Inmitten des aktuellen Bitcoin-Hypes hat sich jetzt Bundesbank-Vorstandsmitglied Carl-Ludwig Thiele zu Wort gemeldet. In einem Gastbeitrag, der im Ifo-Schnelldienst veröffentlicht wurde und den Thiele gemeinsam mit dem Bundesbank-Analysten Martin Diehl verfasst hat, stellt er die These auf, dass Bitcoin gar kein Geld sei. Geld definiert Thiele als etwas, das die folgenden drei Funktionen erfüllt: Es kann als Zahlungsmittel, als Wertaufbewahrungsmittel und als Recheneinheit genutzt werden. „Bitcoin erfüllt bislang keine der drei Geldfunktionen im ökonomisch relevanten Maße, weil es nicht über eine Nische hinausreicht und extrem wertinstabil ist“, schlussfolgern Thiele und Diehl.

 „In einer dynamischen Welt dürften starre Algorithmen zu einer suboptimalen Geldmenge führen.“

„In einer dynamischen Welt dürften starre Algorithmen für die Entwicklung der Geldmenge zu einer suboptimalen Geldmenge führen“, heißt es in dem als Diskussionsbeitrag gekennzeichneten Text. Daraus folgern die beiden Autoren, dass eine auf Stabilität achtende und unabhängig agierende Notenbank eine Notwendigkeit darstellt. Es ist nicht überraschend, dass Thiele und Diehl diese Meinung vertreten – immerhin repräsentieren beide die Zentralbank der Bundesrepublik Deutschland.

Die Bundesbank-Vertreter halten die Folgen einer Einführung von digitalem Zentralbankgeld für derzeit noch unüberschaubar. (Foto: Bundesbank)

Bundesbank-Vorstand sieht auch digitales Zentralbankgeld eher skeptisch

In dem Beitrag beschäftigen sich Thiele und Diehl auch mit der Frage, ob die Ausgabe eines Blockchain-basierten Zentralbankgeldes sinnvoll wäre. Dabei müsse zunächst die Frage geklärt werden, ob ein solches System wertebasiert wie bei Bargeld oder eher kontenbasiert wie bei Einlagen funktionieren würde. Je nach Ausgestaltung hätte das unterschiedliche Auswirkungen auf die gesamte Wirtschaft. Thiele und Diehl geben zwar zu, dass mehrere Zentralbanken die möglichen Folgen bereits erforschen, zum jetzigen Zeitpunkt sei aber nicht abschätzbar, welche Auswirkungen ein solches Modell auf die Wirtschaft haben könnte.

Thieles und Diehls Text könnt ihr hier in Gänze im PDF-Format lesen. Abgesehen von dem Artikel der beiden Bundesbank-Vertreter finden sich dort vier weitere Beiträge von Ökonomen zum Thema Kryptowährungen. Die Autoren sind Jochen Michaelis (Inhaber des Lehrstuhls für Geld, Kredit und Währung an der Universität Kassel), Volker Brühl (Geschäftsführer des Center for Financial Studies an der Goethe-Universität Frankfurt), Dirk Elsner und Gerrit Pecksen (DZ Bank) sowie Thomas Mayer (Flossbach von Storch Research Institute).

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