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Bundeskartellamt – Missbrauchsverfahren gegen Amazon eingeleitet

(Foto: dpa)

Das Bundeskartellamt nimmt den US-Online-Riesen Amazon ins Visier. Es geht um Geschäftspraktiken auf dem deutschen Marktplatz. Händler hatten sich massiv beklagt.

Nach Beschwerden von Händlern über die Geschäftspraktiken von Amazon hat das Bundeskartellamt ein Missbrauchsverfahren gegen den US-Internet-Händler eingeleitet. Dabei gehe es unter anderem um mögliche missbräuchliche Geschäftspraktiken auf dem deutschen Marktplatz amazon.de, teilte das Bundeskartellamt am Donnerstag in Bonn mit.

Konkret stehen Haftungsregeln zu Lasten der Händler, intransparente Kündigungen und Sperrungen von Konten sowie einbehaltene oder verzögerte Zahlungen im Fokus. Voraussetzung für die kartellrechtlichen Ermittlungen sei unter anderem eine marktbeherrschende Position des Internet-Konzerns und die Tatsache, dass die Händler von Amazon abhängig seien. „Für beides liegen Anhaltspunkte vor“, hieß es in der Mitteilung. Amazon wollte sich zum laufenden Verfahren selbst nicht äußern, versicherte aber, vollumfänglich mit dem Bundeskartellamt zu kooperieren. Ein Unternehmenssprecher betonte, das Amazon weiterhin daran arbeiten wolle, kleine und mittlere Unternehmen in ihrem Wachstum zu unterstützen.

Auf Basis des europäischen Kartellrechts habe die Europäische Kommission bereits Untersuchungen zu Amazon begonnen, bei denen es vor allem um die Erhebung und Nutzung sogenannter Transaktionsdaten durch Amazon gehe, so das Bundeskartellamt. Während die Kommission vor allem den Datengebrauch durch Amazon zu Lasten der Marktplatzhändler untersuche, konzentriere sich die Bonner Behörde auf die Geschäftsbedingungen und Praktiken gegenüber Händlern auf dem deutschen Marktplatz.

Händler sind auf Amazons Reichweite angewiesen

„Amazon ist selbst der größte Onlinehändler und das Unternehmen betreibt den mit Abstand größten Online-Marktplatz in Deutschland. Viele Händler und Hersteller sind beim Online-Vertrieb auf die Reichweite des Amazon-Marktplatzes angewiesen“, sagte der Präsident des Bundeskartellamtes, Andreas Mundt.

Amazon fungiere so als eine Art Gatekeeper gegenüber Kunden. Die Doppelrolle als größter Händler und größter Marktplatz berge das Potenzial für Behinderungen von anderen Händlern auf der Plattform. Nach vielen dem Bundeskartellamt vorliegenden Beschwerden werde nun geprüft, ob Amazon seine Marktposition zu Lasten der aktiven Händler auf dem Marktplatz ausnutze, kündigte Mundt an. Ziel sei es, die Geschäftsbedingungen und Verhaltensweisen von Amazon gegenüber den Händlern umfassend auf den Prüfstand zu stellen. dpa

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