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Bundesregierung will Aufbau von Ladesäulen für E-Autos beschleunigen

Der Mini Cooper SE soll dank Schnellladetechnik in 35 Minuten zu 80 Prozent geladen sein. (Foto: BMW Group)

Die Autoindustrie ist mitten in einem grundlegenden Wandel. Das belastet viele Firmen. Für mehr E-Autos kommt es vor allem auf eine flächendeckende Ladeinfrastruktur an. Dazu soll es nun einen Masterplan geben.

Für den Durchbruch von E-Autos auf dem Massenmarkt soll der flächendeckende Aufbau der Infrastruktur für Ladepunkte beschleunigt und besser koordiniert werden. Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) legte dazu den Entwurf für einen Masterplan Ladeinfrastruktur vor. Es gehe um gezielte Förderungen, verbesserte gesetzliche Rahmenbedingungen und eine „aktive Koordination“ zwischen Bund, Ländern, Kommunen und Industrie.

„Nationale Leitstelle“ soll Maßnahmen für beschleunigten Aufbau der Ladeinfrastruktur koordinieren

Bis Ende des Jahres solle eine Nationale Leitstelle gegründet werden, die die erforderlichen Maßnahmen für einen beschleunigten Aufbau der Ladeinfrastruktur koordiniert, sagte Scheuer am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. „Die Automobilindustrie und Energiewirtschaft haben mir ihre aktive Unterstützung dafür zugesagt.“

Eine flächendeckende Ladeinfrastruktur im öffentlichen und privaten Bereich gilt als zentrale Voraussetzung dafür, dass E-Autos den Durchbruch auf dem Massenmarkt schaffen.

Der Entwurf des Masterplans befindet sich derzeit laut Ministerium in der finalen Abstimmung. So sollen bis 2023 mehr als drei Milliarden Euro in die Tank- und Ladeinfrastruktur für Pkw und Lkw mit CO2-freien Antrieben investiert werden. 2020 sollen erstmals auch 50 Millionen Euro für private Lademöglichkeiten bereitgestellt werden. Außerdem sollen verstärkt Ladepunkte an Kundenparkplätzen zum Beispiel an Supermärkten gefördert werden.

E-Mobilität spielt eine wichtige Rolle im Klimaschutzprogramm

Deutlich mehr Elektroautos in den kommenden Jahren sind notwendig, damit die Hersteller strengere Klimavorgaben der EU einhalten können. Die E-Mobilität spielt auch eine wichtige Rolle im Klimaschutzprogramm der Bundesregierung. Damit sollen die Klimaziele 2030 eingehalten werden. Die Förderung von E-Autos soll verstärkt werden. Zwar sind die Neuzulassungen von Elektrofahrzeugen zuletzt gestiegen, sie liegen aber immer noch auf einem niedrigen Niveau.

Die Automobilindustrie hat laut Scheuer zugesagt, notwendige Informationen für eine vorausschauende Infrastrukturplanung zur Verfügung zu stellen – etwa auf Basis von Fahrzeug-Bestellungen. Die Energiewirtschaft werde 2020 einheitliche Rahmenbedingungen für einen verbraucherfreundlichen Betrieb der Ladesäulen definieren. „Das heißt zum Beispiel: Informationen zu Belegungsstatus, transparente Preisgestaltung und einfache Bezahlmöglichkeiten.“

VDA: Eine Million öffentliche Ladepunkte bis 2030 notwendig

Der Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), Bernhard Mattes, sagte am Donnerstag auf dem „Handelsblatt-Autogipfel“ in Stuttgart, für eine Marktdurchdringung von E-Autos müsse die Ladeinfrastruktur im öffentlichen und privaten Raum rasch, nachhaltig und flächendeckend ausgebaut werden. Die heute vorhandenen gut 20.000 öffentlichen Ladepunkte reichten nicht. Notwendig bis 2030 seien eine Million öffentliche Ladepunkte, zusätzlich 100.000 Schnellladepunkte und mehrere Millionen private Ladepunkte.

Um die E-Mobilität und den Ausbau der Ladeinfrastruktur soll es auch am 4. November bei einem erneuten Spitzentreffen von Vertretern der Bundesregierung und der Autobranche im Kanzleramt gehen. Das erfuhr die dpa aus Regierungskreisen. Bei einem Treffen Ende Juni war vereinbart worden, einen Masterplan zum Ladenetz zu erarbeiten.

Die Autobranche befindet sich derzeit mitten in einem grundlegenden Wandel. Zum einen muss die Industrie Milliarden in neue Technologien wie die E-Mobilität investieren. Zum anderen ist bei vielen Firmen die Ertragslage wegen des Abschwungs der weltweiten Automärkte schlechter geworden.

Das bleibt nicht ohne Folgen: Die aktuelle Geschäftslage und die Erwartungen von Herstellern und Zulieferern für die kommenden zwölf Monate haben einen deutlichen Einbruch erlitten, wie aus der neuen Konjunkturumfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) hervorgeht. Die Ergebnisse zur Autobranche liegen der dpa vor. Der DIHK will sie an diesem Dienstag (29. Oktober) vorstellen. Demnach fallen die Einschätzungen zur Geschäftslage im Kraftfahrzeugbau auf den tiefsten Wert seit zehn Jahren. 35 Prozent der befragten Firmen schätzen ihre Geschäftserwartungen als schlecht oder schlechter ein.

VDA-Präsident Mattes sieht im Technologiewandel aber auch eine große Chance. „Wir haben keinen Anlass zur Verzagtheit“, sagte er in Stuttgart. „Es sind nicht die Staubsaugerhersteller, Briefzusteller oder Tech-Firmen, die die innovativen Automobile auf den Markt bringen. Wir packen die Aufgaben an und lösen sie“, sagte er. dpa

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Ein Kommentar
xordinary
xordinary

„Notwendig bis 2030 seien eine Million öffentliche Ladepunkte, zusätzlich 100.000 Schnellladepunkte und mehrere Millionen private Ladepunkte.“

Da merkt man mal wieder, dass da einer redet, der a) keine Ahnung hat und b) noch immer die alte Denke aus der Verbrenner-Ära denkt.

Klar, es braucht mehr öffentliche Ladepunkte, aber nicht eine Million um Himmels Willen, und schon gar nicht als Voraussetzung dafür, dass die E-Mobilität funktioniert. Auch wenn die Städter das nicht gern hören wollen, aber wenn man mal die ganzen Ladevorgänge abzieht, wo zu Hause, beim Arbeitgeber, beim Frisör, beim Kino, beim Fitness etc. geladen wird, dann braucht man gar nicht mehr so viele Ladesäulen an der Straße.

Der Ansatz, der derzeit in Norwegen gefahren wird, ist wesentlich vielversprechender für alle die, die oben genannte Möglichkeiten nicht haben: Da werden derzeit an Tankstellen altmodische Zapfsäulen abgebaut und schnelle DC-Lader aufgebaut. Für die armen Laternenparker wird es nämlich auch zukünftig so sein, dass man eben „zum Laden“ fährt, wenn man sonst gar nirgends anders sein Auto ohnehin abstellt. Ansonsten sollten AC-Ladepunkte wie beschrieben vor allem da aufgebaut werden, wo die Autos ohnehin stehen: Supermärkte, Einkaufszentren, Flughäfen, P&R-Parkplätze, Dienstleister und Restaurants. Dann muss man nämlich nicht die ganzen Laternen anzapfen oder alle Straßen in Wohngebieten mit Säulen zupflastern.

Besser konzentriert an den dafür geeigneten Standorten, als mal wieder unüberlegt mit der Gießkanne über die Fläche ausschütten …

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