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Bundesregierung geht auf Distanz zu Facebooks Währung

Libra ist als Stablecoin konzipiert. (Foto: Shutterstock)

Aus der Antwort auf eine kleine Anfrage der FDP geht hervor, dass sich die Bundesregierung der allgemeinen europäischen Skepsis gegenüber der Kryptowährung aus dem Hause Facebook anschließt. Dabei bestehen offenbar Vorbehalte gegenüber jeder Form von Stablecoin.

Aus der Stellungnahme der Bundesregierung, die der Heise-Redaktion vorliegt, ist zu entnehmen, dass sie die Einführung der Libra-Währung zum jetzigen Zeitpunkt ablehnt. Dafür gibt es etliche Gründe, schon formal scheitert es daran, dass das im Libra-Whitepaper vorgestellte Konzept nicht ausreiche, um dessen Rechtmäßigkeit zu prüfen.

Bundesregierung lehnt Stablecoins ab

Dabei richtet sich die Skepsis nicht alleine gegen Libra, sondern gegen jede Art von Stablecoins. Diese dürften sich nicht als Alternative zu staatlichen Währungen etablieren, da ansonsten die bestehende Währungsordnung in Frage gestellt würde, so die Bundesregierung. Das liege daran, dass Stablecoins nicht in sich wertstabil sind, sondern lediglich in Relation zur gekoppelten Währung oder anderen hinterlegten Assets.

Diese potenziellen Störungen im Finanzsystem sind es, die auch den französischen Finanzminister in dieser Woche zu der Ankündigung gebracht haben, ein europaweites Verbot der Facebook-Währung durchsetzen zu wollen. Zuvor hatte Libra schon auf dem G7-Treffen für „schwere Bedenken“ gesorgt.

Schweizer Finanzaufsicht will keine Ausnahmen machen

Die Schweiz, die kürzlich erste Lizenzen für Kryptodienstleister erteilt hatte, soll Libra genehmigen und hat bereits klar gemacht, dass sie keine Sonderkonditionen offerieren werde. Wie jeder andere Finanzdienstleister müsse auch die Libra-Association für Kryptowährungen kritische Gesetze, wie jenes zur Geldwäschebekämpfung, einhalten.

Die FDP fordert nun die Bundesregierung auf, ihre Vorstellungen aktiv in den Prozess einzubringen und das konstruktive Gespräch mit Facebook bzw. der Libra-Association zu suchen. Ebenso solle ein Repräsentant Facebooks dem Finanzausschuss im deutschen Bundestag Rede und Antwort stehen.

Das sind Stablecoins

Vereinfacht ausgedrückt sind Stablecoins ein Hybrid aus realen Vermögenswerten und einer Kryptowährung. Während reine Kryptowährungen wie Bitcoins vollkommen wertinstabil sind und innerhalb weniger Stunden stark an Wert zulegen oder verlieren können, werden Stablecoins immer durch einen zweiten Mechanismus gestützt.

Das können wie im Falle Libras staatliche Anleihen sein. Theoretisch wäre auch eine Hinterlegung durch Edelmetalle denkbar. Jedenfalls wird der Stablecoin so zu einer Art Anteilsschein an einem anderen werthaltigen Asset. Der Wert bestimmt sich also letztlich über den Wert des gekoppelten Assets.

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