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Bundestag-Hack: BKA fahndet nach russischem Hacker

(Foto: Shutterstock-Shirmanov aleksey)

Fünf Jahre nach dem massiven Cyberangriff auf den Bundestag wurde erstmals gegen einen Tatverdächtigen Haftbefehl erlassen. Dabei soll es sich um einen Hacker handeln, der für den russischen Geheimdienst arbeitet. In den USA wird der Verdächtige bereits wegen einer möglichen Beteiligung am Hackerangriff auf die demokratische Partei gesucht.

Vor fünf Jahren fand ein massiver Cyberangriff auf das Computernetzwerk des Bundestags statt. Dabei sollen 16 Gigabyte an Daten von Unbekannten kopiert worden sein – darunter tausende E-Mails von Abgeordneten. Schnell wurde aus Sicherheitskreisen berichtet, dass der Angriff von Russland aus durchgeführt worden sei. Konkrete Tatverdächtige konnten die ermittelnden Behörden bislang jedoch nicht nennen. Das hat sich nach Informationen von WDR, NDR und Süddeutscher Zeitung jetzt jedoch geändert: Die Bundesanwaltschaft soll erstmals einen Haftbefehl gegen einen der mutmaßlichen Täter erwirkt haben.

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Bei dem Verdächtigen soll es sich um Dmitriy Badin handeln. Der 29-Jährige soll für den russischen Militärgeheimdienst arbeiten. Badin wird bereits seit zwei Jahren von der US-amerikanischen Bundespolizei FBI gesucht. Ihm wird vorgeworfen, an den Hackerangriffen auf die demokratische Partei im Vorfeld der US-Präsidentschaftswahl im Jahr 2016 beteiligt gewesen zu sein. Außerdem war er nach FBI-Erkenntnissen auch in einen Hackerangriff auf die Welt-Doping-Agentur WADA involviert. Wie die Tagessschau berichtet, liegen dem Bundeskriminalamt Informationen vor, laut denen Badin eine Schlüsselrolle beim Cybernagriff auf den Bundestag eingenommen habe.

Bundestag-Hack: Haftbefehl wurde kurz vor Verjährung des Angriffs erwirkt

Dass das Bundeskriminalamt überhaupt nachweisen konnte, dass Badin an dem Angriff beteiligt war, verdanken sie laut Recherchen der Süddeutschen Zeitung einem Antispionageeinsatz in den Niederlanden. Dort konnten Sicherheitsbehörden 2018 mehrere mutmaßliche Kollegen von Badin festsetzen. Die hatten dort offenbar das Ziel, in die Computersysteme der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) einzudringen. Die Organisation war zu dem Zeitpunkt in Ermittlungen eingebunden, die den Tod des russischen Ex-Spions Sergej Skripal untersuchen sollten. Skripal und seine Tochter wurden 2018 in London mit Hilfe eines Nervengifts umgebracht worden.

Anhand von Daten, welche die Niederländischen Behörden bei den festgenommenen russischen Hackern fanden, soll das Bundeskriminalamt dann zwei konkrete Tatverdächtige für den Bundestag-Hack ausgemacht haben. Allerdings scheinen die Beweise am Ende dann doch nur für einen Haftbefehl gereicht haben. Gerade noch rechtzeitig: Der Angriff wäre schon in wenigen Wochen verjährt.

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