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Porträt

Bundestagswahl 2017: Diese 4 Youtube-Stars interviewen Kanzlerin Merkel

Zur Bundestagswahl 2017 interviewen vier Youtuber die Kanzlerin. (Foto: dpa)

Zur Bundestagswahl 2017 haben vier Youtuber die Kanzlerin interviewt. Wir stellen euch die Webstars vor und erklären, warum die Kritik am Format schon im Vorfeld groß ist.

Vier Youtuber interviewen Angela Merkel. Die von einer Produktionsfirma ausgesuchten Kandidaten sind gut gewählt: zwei junge Frauen, zwei junge Männer, die über die Internet-Videoplattform jeweils Hunderttausende junge Leute – darunter sicher zahlreiche Erstwähler – erreichen. Dazu kommt: Jeder hat eine eigene Zielgruppe, die vier setzen auf unterschiedliche Themen.

Auf Le Floids Spuren: Youtuber interviewen Angela Merkel zur Bundestagswahl

Ischtar Isik ist seit 2010 bei YouTube und hat inzwischen mehr als 1,1 Millionen Abonnenten. Sie plaudert in ihren Videos über Beauty, Fashion und Lifestyle. Die 21-Jährige schminkt sich vor laufender Kamera, präsentiert (werbewirksam) ihre Lieblingsprodukte oder berichtet aus ihrem Alltag mit Bruder oder Freund. Zu ihren Twitter-Followern zählt sogar das Teenie-Idol Justin Bieber. Sie freue sich sehr, dass sie für das Interview ausgesucht worden sei, sagt Ischtar Isik in einem Video. „Ich bin schon ein bisschen aufgeregt!“

Mirko Drotschmann alias „MrWissen2Go“ erklärt jungen Leuten die Welt. «Ihr seid schlecht in Geschichte, von Politik habt ihr keine Ahnung, und was in der Zeitung steht, habt ihr noch nie verstanden? Macht nichts, dafür habt ihr jetzt ja mich», bewirbt der 31-Jährige seinen Kanal. Die Themenpalette ist breit: Es geht um Fragen wie: Woher kommen eigentlich die Hipster? Warum ist Afrika so arm? Wie funktioniert die Börse genau? Vor einigen Jahren ging „MrWissen2Go“ an den Start, jetzt hat er rund 515 000 Abonnenten.

Hinter „ItsColeslaw“ steckt die Psychologiestudentin Lisa Sophie. Sie sagt über sich selbst: „Ich bin ziemlich verplant, weil ich mit dem Kopf in den Wolken lebe. Deswegen stolpere ich meist eher durchs Leben, statt elegant den Weg entlangzulaufen.“ Die 22-Jährige lebt in Berlin und spricht in ihren Clips über Alltagsgeschichten - mal über peinliche, mal über lustige. „Manchmal quatschen wir aber auch über Probleme und Tabuthemen“, denn sie habe als Teenager oft das Gefühl gehabt, mit solchen Dingen alleine dazustehen. Das kommt gut an: „ItsColeslaw“ hat mehr als 240 000 Abonnenten. Ein Buch hat Lisa Sophie inzwischen auch geschrieben.

„AlexiBexi“ ist der dienstälteste der Vier. Bereits 2006 trat der heute 28-Jährige der Videoplattform bei. Anfangs synchronisierte er englischsprachige Musikclips, inzwischen gibt er auch Technologie-Tipps. Im Format „Erklär-Bär” wettert er gegen Trolle, macht Nutella-Challenges und wirft Dildos durch sein Zimmer. „AlexiBexi“ heißt eigentlich Alexander Böhm und hat mit 1,14 Millionen die größte Abonnenten-Gemeinde.

Youtuber interviewen Merkel: Kritik am Format ist groß

Das heutige Interview ist Teil einer Tradition, die bereits 2015 startete. Wie groß das Interesse der Politik an Youtubern und deren Millionen-Publikum ist, zeigte sich schon damals, als Florian Mundt alias Le Floid, als erster deutscher Youtuber die Kanzlerin interviewen durfte. Das Gespräch war für den Webstar kein Zuckerschlecken. Die Öffentlichkeit hielt es für zu unkritisch und fand deutliche Worte für die Show. Youtuber seien halt keine Journalisten und könnten nicht reflektiert mit den Antworten umgehen, lautete ein Vorwurf.

Ganz Allgemein ist die Kombination Youtube und Politik schwierig: Sowohl für die Spitzenpolitiker, die sich auf Webstars einlassen, die zumindest was die erste Liga angeht, in der Regel ziemlich unpolitisch sind. Und auch für die Webstars, die sich zwar mehr Reichweite und Aufmerksamkeit erhoffen, jedoch Gefahr laufen, von der Öffentlichkeit gescholten zu werden für ihren unkritischen Umgang. Nicht wenige Zuschauer halten die Show für eine reine Inszenierung. Das Bundespresseamt gab bekannt, dass sie die Fragen zuvor nicht abgesprochen habe.

Übrigens, wir haben noch weitere spannende Themen zur Bundestagswahl 2017 für euch aufbereitet. Alle Artikel dazu findet ihr hier.

Dieser Beitrag besteht in Teilen aus dpa-Material.

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12 Reaktionen
David

"Youtube interviewen Angela Merkel"

Bewerbung als Lektor ist raus ;)

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Thomas

Das ganze ist doch eine Farce. Da wird eine seit mehr als zwanzig Jahren geschulte Profi-Sprecherin irgendwelchen Youtube-Kiddies (Nicht abwertend gemeint) gegenüber gesetzt. Frau Merkel ist Profi im Ausweichen, kann polemisieren bis zum abwinken und am Ende sitzt der "Youtube-Star" vor dem Bildschirm und nickt nur noch zustimmend, da er die Transferleistung gar nicht bringt, eine politisch-verfremdete Antwort zu zerlegen.

Wenn das ehrlich gemeint sein soll, sollte man Journalisten von Netzpolitik, Thilo Jung, Gregor Gysi oder Edward Snowden das Interview führen lassen. Leider muss man dann als Zuschauer wieder den Kopf anstrengen um zu verstehen worum es geht, aber dazu ist unsere Jugend leider nicht mehr in der Lage...

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David

Ist was dran. Würde da auch lieber Charakterstarke Journalisten sehen, die so offen ein Vieraugengespräch führen. Wird aber nicht passieren, weil die eben zu clever sind. Das ist hier wieder Wahlkampf für Kiddys und das wird schiefgehen, wie damals bei LeFloid, denn das war einfach nur peinlicher, belangloser Bullshit. So wie das hier auch wieder werden wird, da gehe ich fest von aus.

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Alex

An sich ein guter Artikel, jedoch stimmt er nicht ganz: Die Fragen sind (so zumindest die YouTuber) nicht abgesprochen.

Grüße

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Andreas Weck

Stimmt, wir haben nochmal beim Bundespresseamt angerufen. Danke für deinen Kommentar. Wir waren da auf dem Holzweg. Gruß aus der Redaktion.

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David

Aber sie sind vorher bekannt? Abgesprochen ist ja eine Sache, aber die müssen die Fragen bestimmt vorlegen, damit Merkel weiß was sie erwartet und entsprechend vorab durchdacht reagieren kann.

Fritz A.

Vorab: Internet-Stars?
Muss man dafür bekennender Leser der Bravo oder so sein, um diese Aussage "untermauern" zu können?

Summiert wird hier von einer Reichweite von ca. 3 Mio. "potentiellen" Wählern ausgegangen. Diese offensichtliche Tatsache wird auch so durch andere Medien aufgegriffen.

Allerdings fehlt mir bisher ein etwas tieferer, detaillierter Blick auf die "Abonnenten".
Wie viele sind davon tatsächlich wahlberechtigt? Sind das 3 Mio. aktive/wiederkehrende Abonnenten? Wie viele sind überhaupt politisch interessiert?

Das, was sich die Politiker hiervon versprechen, ist mal wieder nichts weiter als eine Milchmädchenrechnung.

... und selbst wenn in diesem Falle die Fragen vorher nicht abgesegnet/abgestimmt wurden, wird die gute Frau Merkel schon so antworten, dass jede Zielgruppe viel Spielraum für eigene Interpretationen hat und alle glücklich sind :-) ...

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Jens

Der YouTube-Kanal von Ischtar Isik verlinkt zum Kanal von AlexBexi.

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Fabian

"Auch, weil die Fragen zuvor eingereicht und bestätigt werden müssen."
Das trifft beim diesjährigen Interview aber nicht zu. MrWIssen2Go sagte, dass er nur zugesagt habe, da die Auswahl der Fragen unabhängig vom Bundespresseamt erfolgt.

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Andreas Weck

Hi Fabian, wir haben den Satz etwas abgeschwächt und schauen noch einmal, ob das bei anderen Youtubern auch so war. Unseren Informationen nach, sind die Fragen abgesprochen. Wir gehen dem noch einmal nach.

Gruß und danke für das Feedback. Andreas

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Andreas Weck

Hi Fabian, das Bundespresseamt hat uns bestätigt, dass die Fragen zuvor nicht abgesprochen wurden. Wir haben das korrigiert. Gruß!

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