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Bye bye, Datensammler: Firefox blockt künftig Tracking-Software

Zum Schutz der Nutzer: Firefox blockiert jetzt Webtracker. (Foto: dpa)

Mozilla sagt Webtrackern den Kampf an: Ab Firefox 63 wird solche Software automatisch blockiert.

Zum Schutz seiner User ergreift Mozilla jetzt weitreichende Anti-Tracking-Maßnahmen: Der Firefox-Browser wird künftig Software zum Webtracking standardmäßig blockieren.

„Jeder, der kein Internet-Experte ist, würde sich wohl schwer tun zu erklären, wie Tracking im Internet funktioniert“, so Mozilla im aktuellen Blogbeitrag. Während manche Tracking-Effekte einfach zu bemerken seien – etwa langsames Laden oder fast schon erschreckend passgenaue Werbung –, seien andere Auswirkungen von unkontrolliertem Tracking für Laien und auch Experten nicht so einfach zu überschauen und würden nur bei großen Datenschutz-Verletzungen Stück für Stück aufgedeckt – man denke an Cambridge Analytica. Daher wird Firefox künftig Tracking-Software standardmäßig blockieren und Nutzern weitere Möglichkeiten zur Kontrolle geben, welche Informationen sie mit einer Seite teilen. Innerhalb der nächsten Monate wird dazu eine Reihe neuer Funktionen ausgerollt.

Firefox’ Maßnahmen gegen Webtracking

Unter Berufung auf eine Ghostery-Studie, nach der 55,4 Prozent der Ladezeit einer Seite zum Laden von Third-Party-Trackern draufgehen, will Mozilla durch die Maßnahmen die Ladezeit und Performance verbessern. Das dürfte vor allem Nutzern mit langsameren Netzwerken zu Gute kommen. Daher wurde Firefox Nightly bereits ein Feature hinzugefügt, das Tracker blockiert, die das Laden einer Seite verlangsamen. Sollte sich dieser Ansatz beweisen, wird er ab Firefox 63 standardmäßig eingesetzt.

Auch Cross-Site-Tracking wird künftig unterbunden, um Nutzern das private Surfen zu ermöglichen. So entfernt Firefox Cookies und blockiert den Speicherzugriff von Tracking-Inhalten von Drittanbietern. Diese Möglichkeit wird ebenfalls in Firefox Nightly getestet und soll mit Firefox 65 allen Nutzern zugänglich gemacht werden. In künftigen Versionen sollen auch das Fingerprinting und der Einsatz von Mining-Skripten unterbunden werden. Genaue Angaben zur Version macht Mozilla jedoch nicht.

Mozilla möchte mit diesem Maßnahmen Nutzer stärken. Seiten sollen zwar weiterhin Daten sammeln können, müssen künftig jedoch danach fragen.

Wer die neuen Anti-Tracking-Maßnahmen bereits jetzt ausprobieren will, kann das über Firefox Nighlty tun. Über das Kontrollcenter lassen sich im Bereich Content Blocking die verschiedenen Funktionen aktivieren.

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2 Reaktionen
starptech

@borisch Du hast den Artikel nicht verstanden! Firefox will lediglich verhindern, dass es nicht ohne dein Einverständniss möglich ist, dich über fremde Seiten zu Tracken. Wenn ich auf foo.de shopen bin, warum sollte bar.de über mein Interesse für Nike Schuhe benachrichtigt werden, wenn es sich um zwei unterschiedliche Domains, Unternehmen handelt? Zudem passiert das nicht transparent für den Kunden wie der Artikel gut beschreibt.

- Cross-Site-Tracking wird auch von anderen Browsern bekämpft z.B https://techcrunch.com/2017/09/15/apple-defends-new-ad-tracking-prevention-measures-in-safari/?guccounter=1
- https://webkit.org/blog/7675/intelligent-tracking-prevention/

Du kannst weiterhin ganz normal Daten sammeln und auswerten, solang du dich in deiner Domäne befindest.

Antworten
borisch

Während auf der einen Seite die Funktion für den Verbraucher gutes hat, birgt sie auch Probleme.
Die Benutzererfahrung kann nicht mehr ausgewertet und optimiert werden, man muss sich bei Firefox-Usern also künftig auf ein unklares Feedback verlassen.

Tracking zu blockieren ist ein ganz falscher Ansatz. Viel mehr sollten Browser das Cookie Consent ersetzen. So könnte man doch viel effizienter und optional auch Globaler mit Datenschutz umgehen. Wenn ich z.B. einstellen würde "Facebook Pixel auf allen seiten blockieren" und "Google Analytics nur auf dieser Seite erlauben", könnte man viel präziser und z.B. durch Chrome auch Geräteunabhängig seine Privatsphäre steuern.

Die meisten Daten, die gesammelt "leaken" sind doch eh Nutzerdaten aus den Plattformen, und nicht mein Analytics-Profil.

Das ist für mich wieder einmal ein perfektes Beispiel dafür, wie unbedacht Mozilla seine Produkte mit populistischen Maßnahmen "verbessert" um vom absteigenden Ast im Browsermarkt wieder abzuspringen.

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