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Byton-Chef Breitfeld: „Die Zukunft des Autos wird in China geformt“

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Byton startet mit Level-3-Autonomie

Um die drehbaren Sitze nicht nur während des Parkens nutzen zu können, wird das Fahrzeug mit Level-3-Autonomie ausgerüstet, aber auf hochautonomes Fahren aufrüstbar sein. Breitfeld hält Level-3-Autonomie für besser als ihren aktuellen Ruf, denn sie funktioniere in 85 Prozent aller Fälle höchst zuverlässig.

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Kritik übt Breitfeld – selbst Besitzer eines Model X – an der Kommunikation Teslas zum Autopiloten. Denn es handle sich dabei nicht einmal um Level-3-Autonomie, stattdessen ist es eine Fahrassistenz nach Level 2 der SAE-Einstufung (Society of Automotive Engineers). Da die Assistenz in vielen Fällen „leider“ sehr gut funktioniert, wögen sich die Fahrer zu sehr in Sicherheit.

Design des Byton Concept – ein Porsche Macan sieht dagegen „alt“ aus

Beim Design des Byton habe das Unternehmen – federführend Ex-Audi und -BMW-Designer Benoit Jacob – darauf geachtet, ein Auto zu gestalten, das modern ist und zugleich von der breiten Masse akzeptiert werden könne: Schließlich sei gutes Design besonders bei Premiumfahrzeugen ein wichtiger Kaufgrund, erläutert Breitfeld. Mit einem guten Design könne man gar die eine oder andere Produktschwäche kaschieren. Mit einem schlechten Design könne man ein Auto so gut machen wie man wolle – keiner würde es dann mögen, betont der Byton-Chef.

Byton Concept. (Foto: Byton)

Von einem zu futuristisch aussehenden Auto wie etwa dem Farady Future 91 würde man in den kommenden Jahren niemals 300.000 Autos absetzen können. Tesla sei schön – niemand sage, dass Elon Musks Firma hässliche Autos baue. Sie seien aber eher traditionell und akzeptiert.

Als Referenz für eines der schönsten Autos, das man kaufen könne, hat Byton Bilder des Porsche Macan neben das eigene Modell gelegt: Breitfeld findet, der Porsche sehe im Vergleich „alt“ aus.

Die Karten werden neu gemischt: Wohin geht die Reise im Automobilsektor?

Alles, was man in Zukunft brauche, würden die klassischen Autobauer nicht so gut beherrschen, meint Breitfeld. Chinesische Autobauer könnten die Erfahrungen aus hundert Jahren Autoentwicklung zwar nicht einholen, bei dieser drehe es sich aber insbesondere um die Motorentwicklung. Mit dem Schritt in Richtung Elektromobilität und smarten Fahrzeugen hätten chinesische Autobauer aber gute Karten oder gar das bessere Blatt.

„Alles, was die traditionellen Autobauer gut können, ist in Zukunft weniger relevant.“ – Carsten Breitfeld

Denn in den Bereichen Konnektivität und Software seien chinesische Hersteller weit besser aufgestellt, zudem sei China ein riesiger Markt. Darüber hinaus unterstütze die chinesische Regierung die neuen Technologien massiv. Ferner seien die Menschen dort flexibel und würden neuen Technologien offen gegenüberstehen. Breitfeld betont außerdem, dass in China Prozesse schneller vonstatten gingen als in Deutschland – China läuft schnell.

„Die Zukunft des Autos wird stark in China geformt werden.“

Das Unternehmertum in China sei außerdem sehr risikobereit. Als Beispiel führt er Byton an: Die Investoren hätten in der A-Runde 300 Millionen US-Dollar in das Unternehmen auf der Basis eines Marktes für das Produkt, eines fähigen Teams, eines Businessplans und des Designs investiert. Keine kleine Summe.

Breitfeld gibt sich am Ende des Gesprächs äußerst optimistisch. Auch wenn einige chinesische Autobauer wie Nio, Lync und Co. interessante Produkte zeigen würden, sei Byton mit einem starken Team und einem innovativen Premium-Auto besser als die Mitbewerber aufgestellt. Er gesteht allerdings ein, dass auch Byton das erst noch unter Beweis stellen müsse, aber man sei relativ zuversichtlich.

Breitfeld ist davon überzeugt, dass nicht nur Byton erfolgreich sein wird, sondern auch andere. Es gehe ohnehin nicht darum, die Konkurrenz zu verdrängen, sondern darum, eine kritische Masse zu erreichen.

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