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Cambridge-Analytica-Skandal: Facebook soll 5 Milliarden Dollar zahlen

Facebook-Chef Mark Zuckerberg auf der f8. (Bild: Facebook)

Facebook muss wegen des Cambridge-Analytica-Skandals in den USA wohl rund fünf Milliarden US-Dollar zahlen. Einem entsprechenden Vergleich soll die FTC zugestimmt haben.

In Großbritannien hatte Facebook im Herbst wegen des Datenskandals um die Analysefirma Cambridge Analytica die dort mögliche Höchststrafe von 500.000 Pfund aufgebrummt bekommen. In den USA kommt den Social-Network-Riesen die Affäre teurer zu stehen. Einem Bericht des Wall Street Journals (WSJ) zufolge soll sich Facebook mit der US-Handelsbehörde FTC auf einen Milliardenvergleich geeinigt haben.

Vergleich kostet Facebook 5 Milliarden Dollar

Dem WSJ zufolge, das sich dabei auf nicht namentlich genannte Insider beruft, soll auf Facebook eine Zahlung von rund fünf Milliarden Dollar zukommen. Die FTC habe für den Vergleich mit drei zu zwei Stimmen votiert. Einen Kommentar dazu lehnten beide Parteien ab. Facebook hatte aber schon im April erklärt, Milliarden für eine Strafzahlung zurückgelegt zu haben. Ermittlungen gegen Facebook hatte die Handelsbehörde schon im Frühjahr 2018 gestartet, als der Datenskandal bekannt geworden war, wie Spiegel Online schreibt.

Im Rahmen der als Cambridge-Analytica-Skandal bekannt gewordenen Datenschutzaffäre hatte die Analysefirma sich in den vergangenen Jahren Zugriff auf Millionen Facebook-Profile verschafft. Mit den so gewonnenen Daten hatte Cambridge Analytica versucht, Wahlen zu beeinflussen. Rund 87 Millionen Menschen sollen davon betroffen gewesen sein, ohne davon gewusst zu haben.

Facebook: Kritik am Umgang mit Datenskandal

Facebook wird zudem für den Umgang mit dem Datenmissbrauch kritisiert. So soll der Konzern nicht ausreichend dafür gesorgt haben, dass die Daten gelöscht werden. Die Cambridge-Analytica-Mutter SCL Group soll erst 2018 von der Plattform ausgeschlossen worden sein – über zwei Jahre, nachdem Facebook von der missbräuchlichen Verwendung des Zugangs zur Plattform und den Nutzerdaten erfahren hat. Auf den Cambridge-Analytica-Skandal folgten später weitere Datenschutzverstöße, die Konzernchef Mark Zuckerberg dazu veranlassten, den Schutz der Privatsphäre der Facebook-Nutzer mehr in den Mittelpunkt zu stellen. „Die Zukunft ist privat“, sagt er auf der F8-Konferenz im Mai.

Zwei-Faktor-Authentifizierung auf Google, Facebook, Paypal und anderen Diensten einrichten
Viele Online-Dienste bieten mittlerweile eine Zwei-Faktor-Authentifizierung an. Bei der Zwei-Faktor-Authentifizierung kommt zur Eingabe von E-Mail-Adresse und Passwort noch eine zweite Methode hinzu, über die der Nutzer seine Identität bestätigt. Häufig wird dazu beim Anmeldevorgang ein Pin-Code an das Smartphone des Nutzers gesendet, die er dann eingeben muss. So schützt ihr euer Konto bessere gegen Zugriffe von Unbefugten. Diese Bildergalerie zeigt euch, wie ihr die Zwei-Faktor-Authentifizierung bei Facebook, Google, Whatsapp, Twitter, Dropbox und Paypal aktiveren könnt. (Grafik: Shutterstock)

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In Deutschland soll Facebook wegen des Datenskandals rund um Cambridge Analytica nicht belangt werden, wie das Handelsblatt im Herbst schrieb. Der Hamburger Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar soll ein entsprechendes Bußgeldverfahren gegen Facebook Anfang Oktober eingestellt haben.

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Ein Kommentar
Benedikt
Benedikt

Ich empfinde diese Strafe noch immer als viel zu gering. Facebook sollte deutlich tiefer in die Tasche greifen müssen. Verdient haben diese es alle Male. Der Idee der Zerschlagung von Facebook, die in letzter Zeit erneut geäußert wurde, kann ich nur zustimmen.

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