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Cambridge Analytica: Die Firma hinter dem Facebook-Skandal plante einen ICO

Facebook-Datenskandal: Cambridge Analytica tritt ab. (Foto: dpa)

Die für den Facebook-Datenskandal mitverantwortliche Firma Cambridge Analytica soll einen ICO geplant haben, um eine Kryptowährung für eine Art Datentauschbörse an den Start zu bringen.

Ziemlich genau einen Monat ist es jetzt her, dass ein Datenskandal großen Ausmaßes bei Facebook ans Tageslicht gekommen ist. Wie Facebook-Chef Mark Zuckerberg geriet auch die Firma Cambridge Analytica ins Visier von Ermittlungen. Jetzt hat die ehemalige Cambridge-Analytica-Managerin Brittany Kaiser vor einem Ausschuss der britischen Regierung weitere Einblicke in die Arbeit und mögliche Pläne des Unternehmens gegeben.

Laut Informationen der New York Times (NYT) soll Cambridge Analytica einen ICO geplant haben, über den eine eigene Kryptowährung an den Start gebracht werden sollte. Diese Kryptowährung sollte die Bezahlbasis einer Art Datentauschbörse werden, über die Privatpersonen ihre Daten an Werbetreibende hätten verkaufen sollen, wie Kaiser erklärte. Ob der ICO abgeblasen ist oder die Pläne nur aufgeschoben sind, ist nicht klar. Die dafür verantwortliche Kaiser sowie der Ex-Chef des Unternehmens Alexander Nix haben Cambridge Analytica mittlerweile verlassen.

Cambridge Analytica auf der Suche nach Kunden im Blockchain-Bereich

Kaiser zufolge soll Cambridge Analytica aber auch daran gearbeitet haben, Blockchain-Firmen bei der Suche nach Investoren für mögliche Token-Verkäufe zu unterstützen, indem diese auf entsprechende Profile zurückgreifen sollten. Bei Werbeveranstaltungen mit Blockchain-Firmen hätten sich Verantwortliche von Cambridge Analytica damit gebrüstet, dass sie die Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten positiv beeinflusst hätten, wie die Beraterin Jill Carlson gegenüber der NYT sagte. Mit Erfolgen bei der Beeinflussung von Wahlen hatte auch schon Nix gegenüber Undercover-Journlisten geprahlt, war aber später zurückgerudert und schließlich zurückgetreten.

Die ehemalige Cambridge-Analytica-Mitarbeiterin Brittany Kaiser bei ihren Ausführungen vor einem Ausschuss der britischen Regierung. (Screenshot: CommonsCMS/t3n.de)

Einige Krypto-Kunden habe Cambridge Analytica im vergangenen Jahr von seinen Diensten überzeugen können, darunter laut der NYT vorliegenden Dokumenten Dragon Coin, eine eher geplante Kryptowährung aus Macau, die vor allem von Glücksspielfans verwendet werden soll. In diesem Umfeld soll auch der ehemalige Gangsterboss Wan Kuok-koi zu finden sein, wie Fotos und E-Mails beweisen sollen. Dragon-Coin-Gründer Chris Ahmad hat entsprechende Berichte allerdings dementiert. Wan habe mit der Kryptowährung nichts zu tun und gehöre auch nicht zu deren Investoren.

Ebenfalls interessant: Facebook-Link verrät Nutzern, ob sie vom Cambridge-Analytica-Skandal betroffen sind

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