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Cashboard: Berliner Fintech-Hoffnung stellt überraschend Insolvenzantrag

Die Cashboard-Gründer in Berlin. (Foto: Cashboard)

Einst galt Cashboard als Hoffnungsträger der deutschen Fintech-Szene. Erst im Dezember flossen neue Millionengelder in das Startup – jetzt musste Insolvenz angemeldet werden.

Die deutsche Fintech-Szene ist um einen mit großen Ambitionen gestarteten Hoffnungsträger ärmer. Wie deutsche-startups.de unter Verweis auf einen Eintrag im Register für Insolvenzbekanntmachungen berichtet, ist das Berliner Startup Cashboard zahlungsunfähig. Demnach wurde Rechtsanwalt Torsten Martini zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt.

Cashboard bietet automatisierte Vermögensanlage

Seit der Gründung 2010 positionierte sich Cashboard als automatisierte Vermögensverwaltung. Dem Versprechen nach identifiziert ein Algorithmus besonders renditestarke Fonds und bietet Kunden einen jährlichen Garantiezins.

Um die sogenannten Robo-Advisor ist in den vergangenen Jahren ein kleiner Hype entstanden. Neben Cashboard versuchen sich auch andere deutsche Startups an der Etablierung einer solchen Plattform, darunter Easyfolio oder Scalable Capital. Cashboard bot nach eigenen Angaben aber als einziger Anbieter diverse, individualisierte Finanzprodukte wie Tages- und Festgeld, ETFs und Crowdfunding an und konzentrierte sich nicht nur auf vermögende Sparer. Bei Investoren kam die Idee gut an: So konnte Cashboard unter anderem auf Earlybird, Heilemann Ventures und 500 Startups als namhafte Geldgeber verweisen.

Allerdings hatte das von den Brüdern Stephan und Robert Henker gegründete Unternehmen nicht nur Fürsprecher. Verbraucherschützer warfen vielen Robo-Advisorn vor, aufsichtsrechtliche Vorgaben zu umgehen, indem sie Anlagevorschläge machten, sich aber der Haftung entzögen. Zudem böten einige Anbieter auch kein Beratungsprotokoll als Ergebnis des digitalen Prozesses an, kritisierten die Experten der Finanzzeitschrift Öko-Test im vergangenen Jahr.

Auch Millionengelder halfen nichts

Die Hoffnungen der Branche auf einen Erfolg von Cashboard schmälerten diese Bedenken jedoch nicht. 2014 errang das Unternehmen bei einem Wettbewerb im Rahmen der Londoner Noah-Conference den ersten Platz und strich ein Preisgeld in Höhe von vier Millionen Euro in Mediavolumen ein. Darüber hinaus konnte Cashboard mehr als fünf Millionen Euro von Investoren einsammeln. Erst im Dezember vermeldeten die Gründer eine neue Finanzierungsrunde über drei Millionen Euro.

Mehr zum Thema: Kreditech – Hamburger Startup meldet sich mit Mega-Finanzierung zurück

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2 Reaktionen
m.jentsch

Ist für mich nicht ganz nachvollziehbar, wie ein Unternehmen, das besonders renditestarke Fonds finden und einen jährlichen Garantiezins bieten kann selbst so viel Geld in den Sand setzt ....

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Zinshai

Im Grunde genommen sind solche Unternehmen auch gar nicht notwendig und lösen auch nicht wirklich ein Problem für den Endkunden.

Unter dem Strich reichen zwei ETFs auf MSCI World und MSCI Emerging Markets und dazu noch ein, zwei breit gestreute Rentenfonds, damit man eine halbwegs gute Rendite über längere Zeit bei recht kleinem Risiko und minimalstem Verwaltungsaufwand einfährt. (Stichwort: Pantoffeldepot).

Jegliche Unternehmen, die zusätzliche Kosten erzeugen, schmälern lediglich die Rendite für den Anleger und damit machen diese Unternehmen keinerlei Sinn.

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