Du hast deinen AdBlocker an?

Es wäre ein Traum, wenn du ihn für t3n.de deaktivierst. Wir zeigen dir gerne, wie das geht. Und natürlich erklären wir dir auch, warum uns das so wichtig ist. Digitales High-five, deine t3n-Redaktion

Kommentar

Fazit zur neuen Cebit: Die Sneakerdichte steigt

Eine Besucherin der Cebit – mit Sneakern. (Foto: dpa)

Die Macher der Cebit in Hannover haben am Freitag eine durchweg positive Bilanz für ihr neues Konzept gezogen – die Veränderung war überfällig. Dem Mut der Messemacher müssen jetzt noch die Aussteller folgen.

Erstmals ist die einst weltgrößte Computershow Cebit nach Jahren rückläufiger Zahlen in runderneuertem Gewand mit Festival-Charakter an den Start gegangen. „Wir wurden für unseren Mut und für unsere große Entschlossenheit belohnt“, sagte Oliver Frese, Vorstand der Deutschen Messe. „Alle von uns gesteckten Ziele wurden erreicht.“

Die Ziele, das ist auch klar, waren weit entfernt von dem, was die Cebit einmal war: Insgesamt lockte die Cebit in neuem Gewand seit Montag nur 120.000 Menschen auf das Messegelände – und damit noch einmal deutlich weniger als 2017, als 200.000 Besucher kamen. Allerdings ist aus messenahen Kreisen auch zu hören, dass Großaussteller bis zum vergangenen Jahr noch 30.000 bis 50.000 Tickets verschenkt haben. Das war dieses Jahr, in dem sich die Messe zum Tech-Festival wandeln sollte, nicht mehr der Fall.

Die alte und neue Cebit seien nicht zu vergleichen, betonte auch Messechef Frese. Aussteller und Partner seien allesamt zufrieden gewesen. Aus Sicht des Bitkom wurden die Erwartungen sogar übertroffen. Der Digitalverband habe seine kleinen und großen Mitgliedsunternehmen befragt, die „durch die Bank sehr zufrieden“ seien, sagte Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder.

Zwei glorreiche Vergangenheiten der Cebit

Wenn man mit Veteranen der IT-Szene über die Cebit spricht, bekommen manche leuchtende Augen und erzählen nostalgisch von zwei glorreichen Vergangenheiten: Entweder sie berichten von den glorreichen Tagen der 80er-Jahre-Cebit und von Geschichten aus ihrer Jugend. Dann erzählen sie zum Beispiel davon, wie sie damals über den Zaun geklettert sind, um den Atari-Gründer persönlich zu sehen – und ihn sogar sprechen zu können.

Die andere nostalgische Erzählung handelt von der Cebit der späten 90er und frühen 2000er Jahre – mit wilden Standpartys, Computermäusen und Lüftern, die ins Publikum geworfen wurden und natürlich einer Stadt, die logistisch an ihre Grenzen stieß. 2001 kamen 830.000 Besucher – der niemals wieder gebrochene Rekord.

Jan Delay trat am Mittwoch auf der Cebit in Hannover auf. (Foto: dpa)

Das Fazit zum neuen Messekonzept der meisten Besucher, mit denen wir gesprochen haben – darunter viele traditionelle Cebit-Gänger – lautet: lange überfällig. Dass am Ende doch weniger kamen, liegt auch daran, wie viel auf einmal geändert wurde. Das Datum, der Wegfall des Partnerlands – mit dem Kollateralschaden, dass auch Kanzlerin Angela Merkel bei der Eröffnung fehlte –, eine komplett andere visuelle Kommunikation und tatsächlich ein ganz anderes Messegelände mit Riesenrad, Foodtrucks, einer großen Bühne und Musikern von Mando Diao bis Jan Delay.

Die Sneakerdichte der Cebit steigt

Doch passt das alles zur den traditionellen Besuchern der Messe? Die Messehallen selbst waren – naja, wie soll man es sagen – eben immer noch Messehallen. Und abgesehen von der schönen Salesforce-Halle sahen sie auch überwiegend so aus, wie man es von der Cebit der letzten Jahre gewohnt ist: irgendwas zwischen chinesischem Elektro-Flohmarkt und Business-Messe.

Klar, es gab mehr Bühnen, mehr Sitzgelegenheiten und mit großem Abstand aufgestellte Bäume – das wirkte allerdings alles so raumgreifend, dass es wohl nicht vermietete Messeflächen kaschieren sollte. Sehr schön dagegen waren die Außeninstallationen unter anderem von SAP, Intel und Vodafone. Selbst die Deutsche Telekom ließ sich wieder blicken – mit einem Truck und Liegestühlen. Hartnäckig hält sich das Gerücht, dass ein Anruf von Bundeskanzlerin Merkel bei Telekom-Chef Tim Höttges dafür verantwortlich war.

Aber tatsächlich ist auch, um es mit den Worten des WDR-Journalisten Dennis Horn auszudrücken, die Sneakerdichte deutlich gestiegen. Und das macht Hoffnung, dass die Saat für die Neuerfindung der Cebit als Tech-Festival  aufgehen könnte, wenn die Deutsche Messe dem Konzept noch etwas Zeit gibt – und danach sieht es aktuell aus.

Mit Material von dpa

Finde einen Job, den du liebst

Bitte beachte unsere Community-Richtlinien

5 Reaktionen
rolandlatzel

Ich denke, dass Euer Fazit sich mit meinem, persönlichen in etwa deckt. Was Besucherzahlen betrifft ist das sicher jetzt die Talsohle. Aber der Neuanfang musste her, was wäre die Alternative gewesen? Die CeBIT noch weitere zusammenschrumpfen im Rahmen des "Fachbesuchers"-Segments? Aber dann wiederrum ohne festen Fokus auf Spezialthemen, wie IT-Security, ECM o.ä.? Die CeBIT hatte ja immer schon den Anspruch ein großes Spektrum abzudecken, wer sich nur für ein spezielles Thema interessiert ist sicherlich auf einer der vielen kleineren Spezialmessen bzw. -konferenzen besser aufgehoben. Ein paar persönliche Eindrücke von meinem Besuch der CEBIT kann man auch hier nachlesen: https://www.mailstore.com/de/blog/2018/06/18/cebit-2018-kommentar/

Antworten
Stilwaechter

Irgendwie beschleicht mich ja der Gedanke man möchte ein wenig auf den OMR-Hype aufspringen um endlich wieder was zu reißen. Dabei war die Standdichte der OMR Hamburg in meinen Augen dieses Jahr auch schon wesentlich "luftiger".

Antworten
Peter

Hoverkart :)

Antworten
ED Bar

Was sit das für eine Karre, auf die die Dame fährt?

Antworten
Stephan Dörner

Das ist ein Hoverboard. Hier die Original Bildbeschreibung der dpa-Picture-Alliance:

13.06.2018, Niedersachsen, Hannover: Julia fährt bei der Digitalisierungsmesse Cebit auf einem Hoverboard mit Sitzaufsatz auf dem Messegelände. Die Cebit versucht vom 11. bis 15. Juni nach drei Jahrzehnten einen Neuanfang mit einem «Festival»-Format. Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa | Verwendung weltweitt

Antworten

Melde dich mit deinem t3n-Account an oder fülle die unteren Felder aus.

Abbrechen