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Japanischer Professor Hiroshi Ishiguro auf der Cebit: Die Roboter stehen vor der Tür

Roboter-Professor Hiroshi Ishiguro auf der Cebit. (Foto: dpa)

Ein bekannter Professor aus Japan sieht das Zeitalter der Roboter dämmern. Er selbst erforscht den Einsatz von Androiden. Sie sollen einer alternden Gesellschaft auf die Sprünge helfen.

Roboter als Alten- oder Krankenpfleger, Roboter als Verkäufer, Verwaltungsfachkraft oder Werkstattarbeiter: Nach Ansicht des japanischen Professors Hiroshi Ishiguro werden sie schon mittelfristig wichtige Aufgaben in der Gesellschaft übernehmen. „Ich denke, schon in naher Zukunft werden wir eine Roboter-Gesellschaft haben“, sagte der Leiter der Robotik-Abteilung der Universität Osaka am Dienstag auf der Technologiemesse Cebit in Hannover. Gerade mit Blick auf eine alternde Gesellschaft könnten sie etwa bei der Pflege von Demenzkranken, aber auch im Bereich frühkindlicher Bildung oder Berufen in Bildungs- oder Gesundheitssystemen eine Rolle spielen.

„Es reicht nicht, Roboter nur in Fabriken einzusetzen, wir können sie auch noch in vielen anderen Bereichen einsetzen“, so der Akademiker. „Roboter sind in gewisser Weise Spiegel der menschlichen Gesellschaft.“ Sie könnten Freiraum für die Menschen schaffen, um sich intensiver als bisher weiterzubilden. Sorgen, sie würden Menschen den Job wegnehmen, hält er daher für grundlos. Ishiguro: „90 Prozent unserer Aktivitäten werden heute von Technologie unterstützt.“ Auch das sei bereits eine Art von Roboterhilfe.

Android ab 100.000 Euro Stückpreis

Die Produktivität werde durch den technischen Fortschritt getrieben, meinte der Wissenschaftler, der seinen eigenen Robot-Zwilling geschaffen hat. Schon heute stelle ein ihm unterstehendes Unternehmen bei einem Stückpreis von 100.000 bis 350.000 Euro knapp 600 derartige Androiden her, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Die mechanischen Abbilder seiner Kunden würden helfen, die Identität ihrer Käufer über deren Ableben hinaus zu sichern.

Roboter-Professor Hiroshi Ishiguro auf der Cebit mit einer Figur, die in ein Mirko spricht. (Foto: dpa)

„Es ist ein wenig wie der Wunsch nach ewigem Leben“, sagte der Akademiker. Zu den Minimum-Standards, die bei humanoiden Robotern wichtig seien, gehörten Reaktionen auf Berührungen ebenso wie die Stimme, da sie Emotionen transportieren kann. „Emotion ist die einfachste Art der Kommunikation, unabhängig von der Sprache.“

Ishiguro betont aber auch, dass ethische Diskussionen nötig seien, um die Aufgaben der Roboter künftig zu definieren. dpa

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Ein Kommentar
lola
lola

Wir warten auf den ersten funktionierenden Androiden der irgendwas sinnvolles kann und das zu einem erschwinglichen Preis. Bis dahin bleit es bei dem unter dem Sofa klemmenden Saugroboter und der unerlaufenden Kaffeemaschine (aber Bluetooth).

2017 ist mal wieder ein Jahr der Geldsammelschwätzer die selbstfahrende Androiden durch Röhren im Fakuum auf den Mars schießen wollen, wenn nur genug Anleger das Geld in deren Podex schieben. Uber Rocket ab in den Orbiturlaub

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