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Great Firewall: China blockiert Zugang zu allen Kryptobörsen

(Foto: r.classen / Shutterstock)

China macht den Handel mit Kryptowährungen und ICO-Investitionen für die eigene Bevölkerung künftig faktisch unmöglich. Der Zugang zu allen Kryptobörsen im Ausland wird blockiert.

Nachdem die Versuche der chinesischen Behörden, den Handel mit Kryptowährungen durch die Schließung inländischer Kryptobörsen wie BTCC und Via BTC zu unterbinden, offenbar gescheitert sind, werden die Zügel jetzt fester angezogen. Einem Bericht der South China Morning Post zufolge soll der Zugang zu allen Webseiten blockiert werden, auf denen mit Kryptowährungen gehandelt oder in Initial Coin Offerings (ICO) investiert werden kann – auch und vor allem zu ausländischen Seiten.

Damit sollen „finanzielle Risiken“ verhindert werden, wie es in einem Artikel der Financial News heißt, einem Blatt, das zur chinesischen Volksbank gehört. Demnach hätten viele Chinesen nach dem Verbot der heimischen Kryptobörsen auf ausländische Plattformen zurückgegriffen. Das jetzt anstehende Totalverbot diene demnach auch dazu, Betrug und möglichen Schneeballsystemen vorzubeugen.

China: Verbot von Kryptobörsen soll soziale Unruhen verhindern

Chinesischen Behörden geht es offenbar auch darum, soziale Unruhen der Krypto-begeisterten Bevölkerung aufgrund von betrügerischen Aktivitäten im Zusammenhang mit Kryptowährungen oder ICOs zu vermeiden. So soll es am Samstag in Peking zu Tumulten gekommen sein, als verärgerte Investoren dem Gründer des ICO-Projekts ARTS, Jiang Jie, nach einem Kurssturz Betrug vorgeworfen worden war. Jie soll buchstäblich vor die Tore des städtischen Finanzamts gezerrt worden sein.

China weitet Great Firewall auf Kryptobörsen und ICO-Seiten aus. Kryptowährungen einheitlich in Rot. (Screenshot: Coinmarketcap)

Wie zuvor schon Facebook hat im Zuge des Kryptoverbots in China auch die lokale Social-Media-Plattform Weibo das Ausspielen von Werbung für Kryptowährungen untersagt. Entsprechende Anzeigen werden zudem auch nicht mehr auf der Top-Suchmaschine Baidu angezeigt. Bisher hatten chinesische Kryptofans VPN-Verbindungen genutzt, um auf entsprechenden Plattformen im Ausland zu handeln. Viele chinesische Börsen hatten nach dem Aus im Heimatland in Ländern wie Japan oder Singapur weitergemacht.

Die jetzige Verschärfung macht den chinesischen Investoren den Zugang praktisch unmöglich. Welche Auswirkungen das auf den Gesamtmarkt hat, bleibt abzuwarten. Die Kurse der Kryptowährungen befinden sich jedenfalls derzeit im freien Fall. Dazu hatten aber auch weitere schlechte Nachrichten für Bitcoin und Co. – wie das Verbot des Kaufs von Kryptowährungen mit Kreditkarten großer US-Banken – beigetragen. Der Bitcoin-Kurs ist jedenfalls am Montag auf zeitweise bis zu rund 6.800 US-Dollar abgestürzt. Der ICO-Markt scheinen von dem Abwärtstrend derzeit aber noch nicht betroffen zu sein.

Ebenfalls interessant: Bitcoin-Mining in China vor dem Aus: Behörden verlangen geordneten Rückzug

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