Ratgeber

Auf die Plätze, fertig, China! Wie deutsche Onlineshops das Reich der Mitte erobern können

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Wie sollte mein Webshop in China aussehen? 

 Der chinesische Verbraucher hat einen enormen Informationshunger.

Die Userführung von chinesischen Onlineshops unterscheidet sich von der in Deutschland. Bildelemente in chinesischen Shops sind viel bunter, in Deutschland sind sie im Vergleich dazu minimalistisch und dezent. Während wir in der Konzeption von Onlineshops versuchen, möglichst viele relevante Informationen im sichtbaren Bereich übersichtlich darzustellen, ist das in China gar nicht möglich. Der chinesische Verbraucher hat einen enormen Informationshunger. Das führt dazu, dass manchmal in der mobilen Ansicht 30 bis 40 Seiten Informationen zu einem Produkt durchgescrollt werden müssen. Der chinesische Kunde macht das, denn er ist wissbegierig.

Wie wichtig ist eine mobile Website?

Chinesen lieben ihr Smartphone und organisieren damit in der Regel ihr halbes Leben: Sie chatten, teilen Momente aus ihrem Alltag, bestellen Essen nach Hause, kaufen Lebensmittel, Kleidung oder Arzneimittel und bezahlen fast alles mit dem Handy – sogar auf dem Wochenmarkt. Mobile Commerce ist im heutigen China Alltag. Da überrascht es wenig, dass 2016 mehr als 50 Prozent aller Online-Einkäufe über mobile Kanäle getätigt wurde.

Die Wechat-App von Tencent. (Foto: dpa)

Der Erfolg von mobilem Handel liegt in der Kombination aus fortschrittlichen digitalen Technologien und kulturellen Trends in der Gesellschaft. Wechat, die beliebteste App Chinas, allein hat 700 Millionen aktive Nutzer – also ungefähr so viele Menschen wie in ganz Europa leben. In der App können auch deutsche Händler Profile anlegen und Produkte verkaufen.

Denn auch wenn der chinesische E-Commerce-Markt noch von Alibaba dominiert wird: Viele Händler – sowohl einheimische als auch internationale – kämpfen immer erfolgreicher um Marktanteile. Dazu öffnen sie neue Kanäle und mobile Produkte, die flexibel und vor allem agil sind. Die Folge: ein boomender Mobile Commerce.

Was muss ich technisch berücksichtigen? 

China hat eine Firewall. Beim Cross-Border-E-Commerce müssen Händler deswegen eine solide technische Grundlage bilden. Wer meint, er könne die chinesischen Verbraucher mit deutschen Servern erobern, liegt daneben. Von der Firewall werden viele Informationen weggefiltert, zudem sind die Datentransferraten so gering, dass sie keine akzeptable Performance erreichen.

Welche Aspekte muss ich beim Zoll beachten? 

Wenn Händler ein Produkt verkauft haben, bleibt die Frage: Wie bekommen sie es nach China? Das ist ein Transport- und Logistikproblem, aber auch ein politisches Thema. Händler müssen sich informieren, welche Produkte sie tatsächlich verkaufen dürfen, welchen zollrechtlichen Bedingungen diese unterliegen und welche Wertgrenzen einzuhalten sind. Sonst drohen Strafen.

Fazit

Der chinesische Markt ist unbekannt und riskant? Unbekannt ja, riskant aber nicht unbedingt. Händler müssen sich – wie bei jeder Expansion – vorab ausführlich informieren. Wer sich den Schritt allein nicht zutraut, kann sich auch einen lokalen Partner vor Ort suchen. So oder so: Mit der richtigen Strategie kann China eine Goldgrube für deutsche E-Commerce-Händler sein.

Wie die neue digitale Supermacht China dem Silicon Valley den Rang abläuft, beleuchten wir in der t3n 48. Neugierig geworden? Dann sichere dir jetzt die neue Ausgabe!

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