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Überwachungsstaat 4.0: Chinas Polizisten bekommen Sonnenbrillen mit Gesichtserkennungsfunktion

(Foto: dpa)

In der chinesischen Stadt Zhengzhou testet die Polizei Smart Glasses, die über eine Gesichtserkennungsfunktion verfügen. Das ist selbst in einem Land mit einer so weitreichenden Überwachungsinfrastruktur wie China ein Novum.

Im Rahmen des chinesischen Neujahrsfests setzt die chinesische Bahnpolizei in der Neun-Millionen-Stadt Zhengzhou erstmals Smart Glasses zur Überwachung ein. Die Hightech-Sonnenbrillen verfügen über eine Gesichtserkennungsfunktion. Nach Angaben staatlicher Medien wurden mit Hilfe der Technologie bereits dutzende Kriminelle aus dem Verkehr gezogen.

Entwickelt wurden die Überwachungsbrillen von dem chinesischen Unternehmen LLVision. Die Smart Glasses sind mit einem Tablet verbunden, auf dem die eigentliche Gesichtserkennung stattfindet. Laut eines Berichts des Wall Street Journal soll die Gesichtserkennung in Testsituationen einzelne Individuen innerhalb einer Zehntelsekunde aus einer Datenbank von 10.000 Menschen erkannt haben.

Die Gesichtserkennungsbrillen der chinesischen Polizei basieren auf den Smart-Glasses von LLVision. (Grafik: LLVision)

China plant riesige Gesichtserkennungsdatenbank

Schon jetzt gibt es in China etwa 170 Millionen Überwachungskameras, von denen viele über eine Gesichtserkennungsfunktion verfügen. Allerdings ist das erst der Anfang. Über die kommenden drei Jahre will die chinesische Regierung weitere 400 Millionen Kameras im öffentlichen Raum anbringen. Gleichzeitig soll eine landesweite Datenbank aufgebaut werden, mit deren Hilfe die Kameras jeden chinesischen Bürger innerhalb von nur drei Sekunden erkennen sollen.

Darüber hinaus plant die chinesische Regierung die Einführung eines Punktesystems, nach dem jeder Bürger bewertet werden soll. Wer sich nicht an die von der Regierung als sozial eingestuften Verhaltensweisen hält, dem drohen Punktabzüge. Auch kritische Äußerungen in Chats könnten zu einem Punktabzug führen, so die derzeitigen Pläne. Fällt das Punktekonto unter einen bestimmten Wert, dann drohen empfindliche Strafen, die bis zum Arbeitsverbot reichen.

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