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E-Commerce: Chinesische Händler knicken vor deutschem Fiskus ein

(Foto: Claudio Divizia/Shutterstock.com)

Die neuen Umsatzsteuerregelungen für Handelsplattformen zeigen wohl Wirkung, denn die Zahl der registrierten chinesischen Händler soll stark angestiegen sein.

Händler aus dem außereuropäischen Ausland, die ihre Waren in Deutschland über Plattformen wie Amazon oder Ebay verkaufen, dabei jedoch keine Umsatzsteuer abführen, sollen den Fiskus jährlich um einen dreistelligen Millionenbetrag gebracht haben. Ende 2018 reagierte der Bundestag und erließ ein neues Gesetz, nach dem Plattformbetreiber für die Umsatzsteuer-Hinterziehung ihrer Händler haften müssen. Damit steigt der Druck auf Amazon und andere Plattformen, da sie deutlich stärker motiviert sein dürften, Steuerhinterziehung durch Händler zu unterbinden. Offenbar durchaus mit Erfolg.

Bis zum 31. Januar 2019 sollen sich mehr als 9.000 Firmen beim zuständigen Finanzamt Berlin-Neukölln angemeldet haben. 2017 waren es nach Informationen des Handelsblatts lediglich 430 Unternehmen. Besonders stark sei der Zuwachs bei Unternehmen aus China und Hongkong. Unklar bleibt aber weiterhin, wie viele Händler mit Sitz in China und Hongkong hierzulande ihre Waren anbieten. Die steigende Zahl der Neuanmeldungen wird von den zuständigen Stellen jedoch als Beleg gewertet, dass die Anzahl der beim Finanzamt nichtregistrierten Händler zurückgehe.

Zahlen zum Umsatzsteueraufkommen fehlen noch

Derzeit gibt es indes noch keine Angaben darüber, ob und inwieweit sich das Umsatzsteueraufkommen tatsächlich erhöht hat. Das wiederum war ja das eigentliche Ziel des neuen Gesetzes. Zumal von der korrekten Versteuerung nicht nur der deutsche Staat, sondern auch alle europäischen Händler profitieren. Denn die sind letztlich auch im Nachteil, wenn sie die Umsatzsteuer abführen müssen, viele ihrer Konkurrenten aus China das hingegen nicht tun.

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