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Analyse

In diese Startups steckt der Wunderlist-Gründer sein Geld

Wunderlist-Gründer Christian Reber. (Foto: © Dimitri Hempel)

Mit dem Verkauf seiner To-Do-App an Microsoft ist Wunderlist-Gründer Christian Reber zum Multimillionär geworden. Seitdem investiert er selbst in Startups – jedoch nicht ohne Fehlgriffe.

Als Christian Reber den Telefonhörer abnimmt, liegt Nervosität in seiner Stimme. Es gehe um etwas Großes, hatte er wenige Minuten zuvor in einem Chat bei Facebook angekündigt – und um einen schnellen Rückruf gebeten. Am Telefon stellt sich dann heraus, dass das Münchner Startup Lilium, das ein vollelektrisches Lufttaxi entwickelt, im Geheimen einen Jungfernflug absolviert hat.

Reber findet die Idee spannend. „Ein atemberaubendes Produktdesign, ein tolles Gründerteam und die Chance, das nächste Tesla aufzubauen. Das ist genau, was ich suche“, sagt er nicht ohne Pathos. Die Begeisterung des Berliners hat einen guten Grund: Seit einiger Zeit ist Reber an dem von vier Studenten gegründeten Unternehmen als Investor beteiligt. Zwar will er die Höhe des Investments nicht genau beziffern – es handele sich jedoch um einen sechsstelligen Betrag.

Die Strategie des Wunderlist-Gründers

Lilium ist nicht das einzige Investment von Reber. Seit der 30-Jährige vor zwei Jahren 6Wunderkinder, die Software-Firma hinter der populären To-do-App Wunderlist, für mutmaßlich bis zu 200 Millionen US-Dollar an Microsoft verkauft hat, steckt Reber einen Teil seines Vermögens in Startups. „Primär, um die Szene zu unterstützen und Gründern zu helfen“, wie er sagt. In Deutschland hat Reber unter anderem in das Berliner Startup Onefootball investiert, das eine App für Fußballergebnisse anbietet. Zu seinem Portfolio gehört neuerdings auch das Fitness-Startup Nwtn.

In diese Startups hat Christian Reber investiert
Auch in Österreich ist Reber umtriebig. Vergangenes Jahr investierte er zusammen mit anderen Teilhabern in Eversports: Das Unternehmen aus Wien entwickelt eine Plattform zur Vermittlung von Sportangeboten. Wer beispielsweise nach einer Fußball-Halle in München sucht, kann diese über Eversports finden und buchen. (Foto: Eversports)

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Nach eigenen Angaben investiert Reber zwischen 25.000 und 500.000 Euro, normalerweise aber 100.000 Euro in fremde Neugründungen. Es ist der typische Kreislauf: Erfolgreiche Gründer machen ein Unternehmen zunächst durch Risikokapital groß, verkaufen es dann gewinnbringend und investieren das verdiente Vermögen später in Ideen anderer Gründer. So entsteht ein sich selbst erhaltendes Ökosystem, wie man es vor allem aus dem Silicon Valley kennt.

Eine ausgegorene Investmentstrategie hat Reber nicht. „Tatsächlich versuche ich, mir jedes Unternehmen relativ offenherzig anzuschauen, da man in unserer Industrie nur extrem schwer einschätzen kann, wie viel Potenzial tatsächlich in einer Idee steckt“, sagt er. Statt auf bestimmte Märkte setzt der Investor auf weiche Faktoren wie etwa die Gründer selbst. Die Chemie müsse stimmen und auch das Produkt einleuchtend sein. „Ansonsten macht ein Investment keinen Sinn“, erklärt Reber.

Eine erste Pleite gibt es schon

Unfehlbar ist der Erfolgsunternehmer allerdings nicht. In seiner noch jungen Investorkarriere musste Reber bereits einen ersten Rückschlag verkraften. So beteiligte er sich mit anderen Partnern an der Berliner Musiker-Plattform Sidestage. Der Betrag belief sich auf rund 100.000 Euro. Das Unternehmen wurde ursprünglich von Schuyler Deerman gegründet, der zuvor bereits für den gehypten Messaging-Dienst Moped verantwortlich war. Später folgte die Insolvenz. Inzwischen ist auch die Website von Sidestage nicht mehr erreichbar.

Reber bestätigt auf Nachfrage das Scheitern des Projekts. „Ich fand die Idee klasse und war mir sicher, dass der Markt existieren muss. Aber der Gründer hatte große Herausforderungen, die er nicht bewältigen konnte“, so Reber. Dem Geld trauert er nicht hinterher. „Ich sehe das persönlich gelassen, das gehört einfach zum Geschäft dazu. Vielleicht ergibt sich ja in der Zukunft noch ein neues Investment.“

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