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Chrome verhindert bald, dass Websites Inkognito-Tabs blockieren

Chromes Inkognito-Modus. (Foto: Sam Kresslein / Shutterstock.com)

Einige Websites verhindern, dass ihre Angebote in Chromes Inkognitomodus aufgerufen werden können. Ein geplantes Browser-Update soll dieses Vorgehen zukünftig verhindern.

Googles Chrome-Team will es Websites zukünftig schwerer machen, Besucherinnen und Besucher auszuschließen, die ihre Angebote im Inkognitomodus ansurfen. Das berichtet das US-amerikanische Blog 9to5Mac. Vor allem Seiten mit weicher Bezahlschranke blockieren bisweilen Inkognito-Tabs. Diese Anbieter erlauben Nutzerinnen und Nutzern den Zugriff auf eine bestimmte Anzahl von Artikeln, bevor ein kostenpflichtiges Abonnement fällig wird. Der Mechanismus lässt sich allerdings durch die Nutzung des Inkognitomodus umgehen, da hier keine dauerhaften Cookies gesetzt werden können, wodurch sich die Anzahl der bereits gelesenen Artikel nicht erfassen lässt. Deswegen setzen Publisher wie der Boston Globe oder das MIT Technology Review mittlerweile auf die Blockierung von Inkognito-Tabs.

Chrome: Der Browser soll zukünftig verhindern, dass Websites die Nutzung des Inkognitomodus blockieren. (Screenshot: Chrome – technologyreview.com / t3n)

Die Anbieter setzen für die Erkennung von Inkognito-Tabs in Chrome auf die Filesystem-API. Die dient dem temporären oder dauerhaften Abspeichern von Daten. Im Inkognitomodus ist sie allerdings deaktiviert, woran die Seitenbetreiber wiederum ablesen können, dass es sich um ein Inkognitofenster handelt. Das Chrome-Team will eine solche Entdeckung des Inkognitomodus dadurch umgehen, dass der Browser ein virtuelles Dateisystem im Arbeitsspeicher schafft. Die Website findet dieses dann über die Filesystem-API und kann den Inkognitomodus daher nicht mehr als solchen erkennen. Mit dem Release von Chrome 74 im April 2019 soll die neue Funktion manuell aktiviert werden können. Mit der Browser-Version 76, die für Ende Juli angekündigt ist, wird sie dann standardmäßig aktiv sein.

Entsprechende API könnte langfristig ganz aus dem Chrome-Browser verschwinden

Offenbar will das Entwicklerteam von Chrome die Filesystem-API langfristig komplett abschaffen. In einem internen Designdokument, aus dem 9to5Mac zitiert, heißt es: „Da die Filesystem-API von anderen Browser-Anbietern nicht genutzt wird, scheint sie von Websites nur verwendet zu werden, um den Inkognitomodus zu erkennen. Indem wir das erschweren, geht hoffentlich die gesamte Nutzung der API so weit zurück, dass wir sie als veraltet markieren und entfernen können.“

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