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Clevershuttle: Fast alle Standorte fallen dem Sparkurs der Bahn zum Opfer

App-basiertes Sammeltaxi: Bei Clevershuttle werden mit Hilfe eines Algorithmus automatisch möglichst effektive Fahrgemeinschaften gebildet. (Foto: Clevershuttle)

Die Bahn muss sparen und streicht daher vier der bislang sechs Clevershuttle-Standorte. Das unrentable Startup, an dem die Bahn die Mehrheit hält, soll zukünftig nur noch in Leipzig und Düsseldorf verfügbar sein.

Der Ride-Pooling-Dienst Clevershuttle soll bald nur noch in Leipzig und Düsseldorf verfügbar sein. Die Standorte Berlin, Dresden, Kiel und München sollen geschlossen werden. Mit dem Schritt will die Deutsche Bahn, die 76 Prozent der Clevershuttle-Anteile hält, Geld in der Coronakrise einsparen. Das berichtet das Manager Magazin unter Berufung auf konzernnahe Quellen. Die Standortreduzierung soll rund 850 Angestellten den Job kosten.

Es ist nicht das erste Mal, dass Clevershuttle die Standortanzahl verringert. Schon im Oktober 2019 hatte der Dienst sein Angebot in Hamburg, Stuttgart und Frankfurt am Main eingestellt. Neben wirtschaftlichen Ursachen begründete das Startup zumindest den Rückzug aus Stuttgart und Frankfurt damals auch mit bürokratischen Hürden. Nach Informationen des Manager Magazins soll Clevershuttle mittlerweile einen Verlust von fast 100 Millionen Euro gemacht haben.

Deutsche Bahn bekommt Staatshilfen – muss aber auch sparen

Die Bahn rechnet durch die Coronakrise mit einer Finanzlücke in Höhe von 13,5 Milliarden Euro. Der Bund will das Staatsunternehmen mit Kapitalhilfen in Milliardenhöhe unterstützen. Gleichzeitig soll die Bahn aber auch selbst Geld einsparen. Dabei soll es allerdings zu keinem Stellenabbau kommen. Darauf einigten sich Bahnchef Richard Lutz, Verkehrsminister Andreas Scheuer, der Bahnbetriebsrat und die Eisenbahngewerkschaft EVG.

Der Bundesrechnungshof hingegen bezweifelt, dass die Bahn wirklich kurzfristig Milliardensummen vom Bund benötigt. Außerdem zweifelt das Finanzkontrollorgan daran, dass die EU-Kommission der geplanten Kapitalhilfe in ihrer jetzigen Form zustimmen würde. Zumal das Geld offenbar nicht nur für den hiesigen Bahnbetrieb gebraucht, sondern auch zur Finanzierung von Tochterunternehmen wie der britischen Arriva genutzt werden soll.

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