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Software & Infrastruktur

Cloud statt Heizung: Diese Firma will eure Wohnung mit ihren Servern wärmen

Cloud-Server-Heizung. (Screenshot: Cloud&Heat / YouTube)

Ein deutscher Cloud-Anbieter will seine Server in Privathäuser auslagern. Der Vorteil: Die Abwärme der Server soll dann in die Heizung der Bewohner eingespeist werden.

Cloud&Heat: Server-Abwärme gegen kalte Winterabende

Cloud-Server-Heizung: Mit solchen Schränken will euch Cloud&Heat durch den Winter bringen. (Grafik: Cloud&Heat)
Cloud-Server-Heizung: Mit solchen Schränken will euch Cloud&Heat durch den Winter bringen. (Grafik: Cloud&Heat)

Server produzieren eine ganze Menge wärme. Dabei handelt es sich im Grunde um ungenutzte Energie. Ein Dresdener Cloud-Anbieter will das nicht hinnehmen und hat ein interessantes Konzept entwickelt, um die Abwärme einem sinnvollen Zweck zuzuführen. Dazu will die Firma Cloud&Heat ihre Server in abgeschotteten Schränken in Privathäusern unterstellen. Die von den Servern erzeugte Hitze wird dann in die Heizung der Häuser eingespeist. So soll neben dem eigenen Geldbeutel auch die Umwelt geschont werden. Cloud&Heat bezeichnet seinen Dienst daher als „grüne Cloud“.

In Neubauten soll Cloud&Heat ausreichen, um die gesamte Beheizung und Warmwasserversorgung zu übernehmen. Eine zusätzliche Heizung soll dann nicht mehr nötig sein. Bei älteren Wohnhäusern kann Cloud&Heat aber auch an eine bestehende Heizung gekoppelt werden. Im Fall von größeren Objekten könnte das System nach Firmenangaben immerhin die Warmwasserversorgung übernehmen.

Die Rechenleistung der Server soll abhängig von der regionalen Wettersituation sein. Ist es in bestimmten Gegenden besonders kalt, sollen die Server vor Ort auch einen größeren Teil der von den Kunden benötigten Rechenleistung übernehmen. Dadurch entsteht genau da Wärme, wo sie auch zum Heizen benötigt wird. Außerdem kann ein Temperatursensor am benötigten Pufferspeicher ebenfalls Einfluss darauf nehmen. Im Sommer kann überflüssige Wärme auch über ein optionales Belüftungssystem nach außen abgeleitet werden.

Cloud&Heat: Über 100 deutsche Haushalte sollen bereits mit Cloud-Servern heizen

Auch wenn Cloud&Heat ein Interesse daran hat, die eigenen Daten redundant an verschiedenen Standorten zu speichern, bekommt ihr die Heizungswärme natürlich nicht umsonst. Hausbesitzer müssen die einmaligen Anschaffungskosten von 12.000 Euro selbst übernehmen. Dafür verspricht das Unternehmen alle weiteren Kosten für Strom, Internet sowie zur Wartung und Instandhaltung für einen Zeitraum von mindestens 15 Jahren zu übernehmen. Einmal im Jahr führt Cloud&Heat Wartungsarbeiten durch, die sollen laut Firmenangaben im Regelfall zwischen 30 und 60 Minuten dauern.

Auf Nachfrage teilte uns das Unternehmen mit, dass schon mehr als 100 solcher Cloud-Server-Heizungen in Deutschland im Einsatz sind. Die jeweiligen Hausbesitzer haben aber natürlich keinen Zugriff auf die Daten der Cloud&Heat-Nutzer. Die feuerbeständigen Server-Schränke sollen sich nur von Mitarbeitern des Unternehmens öffnen lassen und außerdem über eine Alarmanlage verfügen. Die darauf abgelegten Daten sind darüber hinaus verschlüsselt und werden redundant gespeichert.

Für seine Cloud-Kunden bietet die Firma aus Dresden unter anderem verschiedene 1-Click-Images in Form von Bitnami-Stacks an. Der Anbieter könnte mit seinem innovativen Konzept daher nicht nur für Hausbesitzer interessant sein, sondern auch für Startups, die ihre Anwendungen gerne auf eine möglichst umweltbewusste Art und Weise in die Cloud bringen wollen.

Was haltet ihr von der „grünen Cloud“? Wäre das was für den nahenden Winter?

via www.slate.com

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10 Reaktionen
PauleBehrendt

Also ich halte das für eine tolle Zukunftsidee und ich habe auch von vielen anderen Cloud-Modellen gehört, die uns das Leben - vor allem das Wohnen - erleichtern sollen, so wie hier:
http://smart-magazine.com/space/physical-cloud-storage/

ich glaub irgendwann werden diese Clouds Standard für uns sein, oder meint ihr nicht ??

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Fabian

Ich stell mir das grad lustig vor, wenn auf dem Server illegale Daten sind und plötzlich die Polizei samt Durchsuchungsbefehl vor deiner Tür steht :D
Klar, hast du dann damit nichts zu tun, aber du darfst denen ja dann theoretisch auch nicht zu dem Schrank lassen, weil der ist ja nicht dir :)

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Tarulia

An sich ja eine nette Idee, ich frage mich nur wie das mit der Anbindung funktionieren soll. Herkömmliche Internetanschlüsse werdens ja bei einem Cloudanbieter nicht tun (schließlich will der Kunde ja nicht ewig auf seine Datei warten sondern erwartet eine gewisse Geschwindigkeit). Mal abgesehen davon, dass in den Meisten Verträgen eine Klausel steht, die den Betrieb eines Servers untersagt und zur Kündigung führen kann.

Im Artikel steht, der Anbieter übernimmt die Kosten für Strom und Internet, aber die Frage stellt sich mir, ob denn eine gesonderte Leitung gelegt wird oder ähnliches... Wie gesagt Hausanschlüsse werdens nicht tun :)

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Tarulia

Hat sich gerade erledigt, habe mal auf der Seite nachgesehen: "CLOUD&HEAT richtet für den Serverbetrieb eine separate Internetverbindung ein, übernimmt hier alle Kosten und haftet auch für eventuelle Schäden".

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Daniel

Anstatt zu sagen: wow - da hat sich mal jemand Gedanken gemacht an einer vom Probzip her genialen Idee rumnörgeln. Pfff...
AO Terra war eines der frühen Unternehmen, die sich über Crowdinvesting innerhalb von ein paar Stunden 1.000.000 € besorgt haben.
Ein Grund dafür ist sicherlich das Leute daran glauben. Schade das sie daran nicht gutes finden können.
Daniel

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Björn Dorra

Ach @guido – Egal ob 2 Racks oder 200. Server sind extrem laut; HP, Dell, etc bauen keine "flüsterleisen" Server. :-)

Die bauen Server nach dem Motto: "Scheiss egal wie laut..."

Na klar, kannst Du versuchen den Lärm einzudämmen... Aber das Kostet! Und nicht zu knapp. Und nicht mit einem Blechschrank, wie auf dem Foto.

Und wo stehen die Server dann? Mit im Heizungskeller? Oder baut der Häuslebauer einen Server-Raum. Aber nicht im Keller, weil da läuft das Wasser hin. Vielleicht statt Kinderzimmer? Oder doch im Carport?

Das Dingen ist einfach ein immens verspäteter April-Scherz der nur von jemanden kommen kann, der ein Rechenzentrum betrieben hat.

So Schluss jetzt. Zu viele Worte dafür. Ich wünsche euch ein schönes Wochenende... :-D

-- Björn

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NikolaiShulgin.Bitrix24

Aus meiner Sicht eine super Idee, denn in Zukunft werden die Server wohl nicht weniger, vielleicht aber kleiner und energiesparender (man denke an die ersten Computer vor einigen Jahrzehnten)? Dabei gibt m.E. drei Probleme: Die Wartung, die von Privat nicht vorgenommen werden kann, und der Datenschutz. Außerdem ist noch einiges an Netzausbau nötig, damit die Idee wirklich skalierbar wird.

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Thomas D.

Da so ein Ding an die Heizung bzw. Warmwasser-Speicher gekoppelt werden kann, spricht wahrscheinlich nichts dagegen, es im Keller zu deponieren. Thema Datenschutz wäre nur mal interessant, denn Zugangsschutz etc., was bei Profi-Hostern eigentlich Standard ist, ist hiermit natürlich nicht gewährleistet.

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Guido

Ich lach mich schlapp, ... wenn kompetenzfreie Kommentare wie von "Founder" Björn zur Anti-Werbung für die verlinkte Website werden. ;)

Der Lärm ist problemlos beherrschbar. Zum einen wird die Wärme hier durch Flüssigkeit abgeführt und nicht durch reine Luftkühlung, wodurch die im Rechenzentrum vorherrschenden Lüftungsgeräusche weitestgehend entfallen. Zum anderen stehen hier nur 1-2 Racks und nicht hunderte wie in einem Rechenzentrumsraum. Und im Übrigen arbeiten auch Wärmepumpe, Öl- und Gasbrenner nicht geräuschfrei und stehen deshalb üblicherweise in Räumen, wo das nicht stört.

Das technische Problem liegt ganz woanders. Im Jahresverlauf hat man an kalten Wintertagen einen hundertfach höheren Wärmebedarf wie an Sommertagen (nur ein bisschen warmes Duschwasser). Der Rechenbedarf und somit die Abwärme werden damit nicht korrelieren und an kalten Wintertagen nicht 100 mal so groß wie an heißen Sommertagen sein. Vernünftig wird das nur in Häusern mit geregelter Lüftungsanlage (typischerweise Passivhäuser) integrierbar sein, so dass man im Sommer die unerwünscht anfallende Wärme aus dem Haus bekommt. Im Upstream hinreichend schnelle Internetanschlüsse sind in deutschen Haushalten auch noch die große Ausnahme.

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Björn Dorra

Ich lach mich Schlapp :-)

Ich finde ja "grüne" IT Super. Nur jeder, der mal in einem Rechenzentrum war, weiss, dass die lieben Server nicht nur Wärme, sondern auch einen immensen Lärm verursachen!

- Björn Dorra, Founder http://versacommerce.de

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