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Interview

Hosting: „Es gibt keine kleinen DDoS-Attacken mehr“

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Thomas Ebbers: Genau unser breites Portfolio bietet uns die Möglichkeit, auf den Kundenbedarf einzugehen. Durch Übernahmen anderer Hoster haben wir viel Experten-Know-how dazu gewonnen und integriert und damit Fach-Teams aufgebaut. Die Integration der Teams in die Unternehmensstruktur war eine große Herausforderung. Prozesse mussten optimiert und Know-how weitergegeben werden. Um eine gute Zusammenarbeit zu gewährleisten, haben wir die einzelnen Dienste und Produkte standardisiert – ähnlich einem Lego-Baukasten mit vielen Bausteinen, die kombiniert werden können. Um im Bild zu bleiben: Unsere Entwickler und Architekten designen eine Umgebung und leiten einen maßgeschneiderten „Lego-Bauplan“ ab, welcher unserem Kunden eine hohe Flexibilität und ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bietet. Deshalb haben unsere Kunden den Vorteil, alles aus einer Hand zu bekommen und dennoch auf unterschiedliche Möglichkeiten beziehungsweise Lösungswege setzen zu können. So stellen wir sicher, dass wir auf die individuellen Bedürfnisse eingehen und niemanden in ein Korsett pressen.

t3n.de: Als zunehmend großes Risikopotential beim Betreiben von reichweitenstarken, geschäftskritischen Portalen gelten heutzutage DDoS-Attacken und Sicherheitslücken in der eingesetzten Kunden-Software – wie stellt ihr sicher, dass auch eure etwas größeren, schwerfälligeren Kunden bestmöglich abgesichert sind? Habt ihr eine Basisabsicherung in Form von vorkonfiguriertem Monitoring, Web-Application-Firewalls oder eine vorgeschaltete Schicht an Erkennungs- und Abwehrmechanismen?

Thomas Ebbers: DDoS-Attacken sind in den letzten Jahren ein extrem wichtiges Thema geworden. Wir sehen keine kleinen Attacken mehr. Gleichzeitig werden auch kleinere Unternehmen angegriffen, die sich bis jetzt eher in Sicherheit gewogen haben. Grundsätzlich setzen wir auf Kooperationen mit führenden Anbietern wie Akamai, Link11, F5, Fortinet, Riorey und Greenbone. Einen zentralen „Feuerlöscher“ haben wir auch, jedoch bewerben wir ihn im Gegensatz zu vielen anderen nicht, da Kunden Garantien und Verlässlichkeit erwarten. Unser Ansatz ist es, im Ernstfall einen Schutz zu bieten, mit verlässlicher und garantierter Leistung – angepasst auf den Kunden.

Ein Blick in die Security-Zentrale von Plusserver. (Foto: Plusserver)
Ein Blick in die Security-Zentrale von Plusserver. (Foto: Plusserver)

Die Web-Application-Firewall, das Intrusion-Detection-System, das Intrusion-Prevention-System und ein Pentest müssen individuell an die Kunden-Applikation angepasst werden. Sonst gibt es keinen Schutz oder eine nicht funktionierende Applikation. Wir setzen auch hier auf das oben erwähnte Lego-Baukasten-Prinzip, kombinieren die richtigen Bausteine und ziehen Experten mit Erfahrung zu Rate.

t3n.de: Wir haben uns die letzten Veränderungen in eurer Gesellschafterstruktur angeschaut: Kann man grob zusammengefasst sagen, dass ihr nach Jahren des Wachstums gerade wieder zurück zu euren Wurzeln findet?

Niko Bender: Mit dem Management-Buy-out fühlt es sich tatsächlich ein wenig so an – wir sind wieder selbstständig! In puncto Standardisierung, Prozesse und Skaleneffekte haben wir viel von unseren Wurzeln, dem sogenannten Mass-Hosting gelernt und dies für unsere Branche passend adaptiert. Jetzt haben wir die Möglichkeit, uns zu fokussieren und in einer Phase der Marktkonsolidierung die Zügel in die Hand zu nehmen. Durch den Druck von Hyperscalern gibt es aktuell einen Umbruch in der Branche. Durch die neue Struktur sind wir in der Lage, tiefergehende Veränderungen zu vollziehen, zum Beispiel die erwähnte Integration weiterer Public-Cloud-Anbieter wie Amazon AWS oder Googles Cloud-Plattform.

t3n.de: Mit euren über 400 Mitarbeitern, verteilten Standorten, verschiedenen Marken und jeder Menge Produkten ist es vermutlich nicht immer leicht, den Überblick zu behalten. Gibt es irgendetwas Ungewöhnliches, das bei euch besonders gut funktioniert? Setzt ihr zum Beispiel auf interdisziplinäre Teams, agile Management-Methoden, interne Barcamps, Dev-Camps oder Hunde im Office?

Niko Bender: Wir sind uns dessen bewusst, dass unser Wachstumskurs auch die Herausforderung mitbringt, den Startup-Gedanken lebendig zu halten. Unsere DNA soll pragmatisch, direkt und herzlich sein – wir haben schließlich rheinische Wurzeln.

Um diesem Anspruch gerecht zu werden, setzen wir auf flache Hierarchien und standortübergreifende Zusammenarbeit mit Teams, was in dieser Größe nur funktioniert, wenn man die richtigen Strukturen schafft. Auch hier haben wir eine Art „Lego-Baukasten“ geschaffen, damit eine reibungslose Zusammenarbeit gewährleistet werden kann. So haben wir beispielsweise standortübergreifende Meta-Teams für Spezialgebiete, die gemeinsam an Themen arbeiten und die gleichen Tools nutzen, damit alle Teil derselben Firma sind und wir dieselbe Qualität für unseren Kunden sicherstellen.

Zur Kommunikation nutzen wir regelmäßig Videokonferenzen und Jabber. Als übergreifendes Ticketsystem kommt Request Tracker zum Einsatz. Außerdem organisieren wir regelmäßig Events und haben ein eigenes HR-Team, das sich um das nicht nur inhaltliche Onboarding neuer Mitarbeiter kümmert. Für das Onboarding bei Akquisitionen haben wir noch mal ein eigenes Team. Ein cooles Unternehmen hat natürlich auch einen coolen Standort.  Das wisst ihr ja selbst, da ihr ja gerade erweitert habt. Deshalb beziehen wir in Köln bald ein neues Büro in zentraler Lage und wollen uns damit im Kampf um Fachkräfte durchsetzen. Und ab und zu haben wir tatsächlich auch mal einen Hund im Büro.

t3n.de: Vielen Dank für das Gespräch!

Passend dazu: Cloud-Hosting-Anbieter im Überblick

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