Glosse

Cohns fabelhafte digitale Welt oder: Der große Bums – wer googeln kann, ist klar im Vorteil

(Bild: t3n)

Was passiert, wenn analog und digital kein Match sind, oder warum es manchmal sinnvoll sein kann, eine Sache genauer zu recherchieren und zu hinterfragen.

Vor einiger Zeit, es liegt wohl schon etwas zurück, hatten circa vier Hermesjünger – für alle nichthumanistischen Gymnasiasten und andere bildungsferne Mitmenschen: In der Antike war Hermes der Gott der Diebe und der Kaufleute – wie viele Jünger es wirklich waren, konnte nie abschließend festgestellt werden – die grandiose Idee, am Wochenende in das Büro eines Bauunternehmens für Hoch-, Tief- und Tunnelbau einzubrechen und unter respektablem Aufwand – das Ding wog deutlich über eine Tonne – den dortigen Tresor aus der Wand des Büros und durch die Fensterwand zu reißen, auf einen Lastwagen zu verladen und in einen abgelegenen Steinbruch zu fahren.

Sprengstoff + mehr Sprengstoff = Bums

Dort angekommen, verließ die Herren allerdings die Vorsicht, die Geduld und das Glück. Um schneller an den vermeintlich sehr lukrativen Inhalt dieses ungewöhnlich großen Tresors zu gelangen – wie viele Millionen Gehälter und Ähnliches mussten sich in so einem gewaltigen Möbel verbergen – brachten sie Sprengladungen an den strategischen Stellen des Safes an und zündeten diese.

Leider war ihnen bei den Vorbereitungen vollkommen entgangen, dass besagtes Unternehmen wesentlich im Tunnelbau tätig ist und offensichtlich hatten sie nicht einmal im Entferntesten daran gedacht, dass in diesem, wie man in der Halbwelt sagt, „Bär“ nicht Geld, Gold und Diamanten auf sie warten, sondern nur, ordnungsgemäß gesichert, der Sprengstoff für einen nächsten Tunnelabschnitt lagern könnte.

Der Enthusiasmus, mit dem diese enorme Menge Sprengstoff der Einladung den angebrachten Sprengladungen zum Mitspielen folgte, war beachtlich, noch in einigen Kilometern Entfernung zu hören und hinterließ einen etwa 25 Meter durchmessenden Krater.

Von den Hobbyfeuerwerkern konnten keine verwertbaren Spuren mehr sichergestellt werden.

So weit, so analog und so laut.

Googeln rettet Leben

Seither quält mich die Frage: Warum haben diese Freunde des schnellen Reichtums ihr Einbruchsobjekt nicht ausreichend gegoogelt, und hätte im LUU, dem Land der Unermesslichen Unmöglichkeiten, also in Trumps own Country, eine Schadensersatzklage der Hinterbliebenen – auf dem Tresor sei kein ausreichender Hinweis: „Warnung, dieser Tresor kann Spuren von Sprengstoff enthalten!“ angebracht gewesen – Erfolg gehabt?

Und kann am Ende doch an: „Googeln rettet Leben“ was Wahres sein?

Was unsere fabelhafte digitale Welt sonst noch an Überraschungen für William Cohn bereithält, lest ihr hier.

Bitte beachte unsere Community-Richtlinien

Wir freuen uns über kontroverse Diskussionen, die gerne auch mal hitzig geführt werden dürfen. Beleidigende, grob anstößige, rassistische und strafrechtlich relevante Äußerungen und Beiträge tolerieren wir nicht. Bitte achte darauf, dass du keine Texte veröffentlichst, für die du keine ausdrückliche Erlaubnis des Urhebers hast. Ebenfalls nicht erlaubt ist der Missbrauch der Webangebote unter t3n.de als Werbeplattform. Die Nennung von Produktnamen, Herstellern, Dienstleistern und Websites ist nur dann zulässig, wenn damit nicht vorrangig der Zweck der Werbung verfolgt wird. Wir behalten uns vor, Beiträge, die diese Regeln verletzen, zu löschen und Accounts zeitweilig oder auf Dauer zu sperren.

Trotz all dieser notwendigen Regeln: Diskutiere kontrovers, sage anderen deine Meinung, trage mit weiterführenden Informationen zum Wissensaustausch bei, aber bleibe dabei fair und respektiere die Meinung anderer. Wir wünschen Dir viel Spaß mit den Webangeboten von t3n und freuen uns auf spannende Beiträge.

Dein t3n-Team

Schreib den ersten Kommentar!

Melde dich mit deinem t3n Account an oder fülle die unteren Felder aus.

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus!

Hey du! Schön, dass du hier bist. 😊

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus, um diesen Artikel zu lesen.

Wir sind ein unabhängiger Publisher mit einem Team bestehend aus 65 fantastischen Menschen, aber ohne riesigen Konzern im Rücken. Banner und ähnliche Werbemittel sind für unsere Finanzierung sehr wichtig.

Danke für deine Unterstützung.

Digitales High Five,
Stephan Dörner (Chefredakteur t3n.de) & das gesamte t3n-Team

Anleitung zur Deaktivierung