Test

Colibri im Kurztest: Dieser neue Browser will ohne Tabs auskommen

(Screenshot: colibri.opqr.co)

Ein Browser ohne Tabs? Was nach einem Anachronismus klingt, will der Colibri-Browser jetzt wieder einführen. Aber kann das funktionieren?

Colibri-Browser verzichtet auf Tabs

Der erste Browser, der es dank Tabs erlaubte, zwischen mehreren Webseiten hin und her zu wechseln, kam 1994 auf den Markt und hieß Internetworks. Ihren Durchbruch als Standard-Bedienelement eines jeden Web-Browsers erlebten Tabs allerdings erst, als Opera die Funktion im Jahr 2000 ebenfalls einführte und Mozilla ein Jahr später nachzog. Heute kommt im Grunde kein moderner Browser mehr ohne dieses UI-Element aus. Daher ist es ziemlich verwunderlich, dass es mit Colibri jetzt einen Browser gibt, der das Fehlen von Tabs sogar als Feature anpreist.

Der Colibri-Browser verzichtet bewusst auf Tabs. Aber ist das sinnvoll? (Screenshot: Colibri)

Der Colibri-Browser verzichtet bewusst auf Tabs. Aber ist das sinnvoll? (Screenshot: Colibri)

Die Abwesenheit von Tabs soll laut den Machern für ein besonders aufgeräumtes Interface führen. Im Grunde stimmt das sogar. Nutzer bekommen bei Colibri tatsächlich nur den eigentlichen Inhalt der Website angezeigt. Selbst die URL-Leiste fehlt. Die üblichen Navigationsbuttons verstecken sich in der Fensterleiste und werden nur angezeigt, wenn ihr den Cursor darüber bewegt.

Warum das keine gute Idee ist

Colibri bietet die Möglichkeit, Links in unterschiedlichen Ordnern zu sortieren. So sollt ihr eure wichtigen Webseiten schnell auffinden können. Wer unbedingt zwei Seiten gleichzeitig aufrufen möchte, der kann optional auch zwei Colibri-Fenster öffnen. Das ist allerdings alles andere als elegant. Tatsächlich fällt uns schon nach einem kurzen Test der aktuellen Beta-Version für macOS auf, dass Tabs aus gutem Grund zu einem Standard-UI-Element in modernen Browsern geworden sind.

Der Colibri-Browser in Bildern

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In Zeiten in denen Web-Apps immer häufiger lokale Anwendungen verdrängen, ist ein Browser wie Colibri schlicht nicht mehr zeitgemäß. Da hilft es auch nicht, dass unter der Haube anscheinend eine veraltete Chromium-Version werkelt. Und wer unbedingt eine Webseite im Vollbild-Modus ohne störende Tabs und andere Steuerungselemente sehen möchte, der kann das auch mit Chrome und Firefox erreichen – nur besteht dort die Möglichkeit, doch wieder zurück zum Tab-Interface zu wechseln.

Fazit

Die Idee hinter Colibri mag interessant sein, wirklich praktisch ist der Browser aber nicht. Neben der Desktop-Version für macOS und Windows sind allerdings auch Mobile-Versionen für Android und iOS geplant. Vielleicht funktioniert das Konzept dort besser, sonderlich wahrscheinlich ist das jedoch nicht.

Ebenfalls interessant: Browser für Power-User: Vivaldi erscheint in Version 1.0.

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3 Kommentare
Jan
Jan

Dieser Browser wäre ein gutes Beispiel für „Function Follows Form“ oder „How not to“

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Karl Marks
Karl Marks

Da drücke ich lieber auf F11 in den 1% der Fälle wo ichs brauche..

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Carsten
Carsten

Firefox hat zudem gerade seine Tabbing Skills massiv verbessert (siehe Video): http://youtu.be/xGxJM86VL9s

Völliger Unsinn fehlende Tabs als Feature anzupreisen. Das würde mich bestimmt eine Stunde an Zeit täglich kosten. Aber Danke fürs Testen!

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