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Computer-Recycler droht Gefängnisstrafe

(Foto: Shutterstock)

Eric Lundgren hat sich dem Recycling von Elektroschrott verschrieben. Jetzt drohen ihm 15 Monate Haft, weil er die Recycling-PCs seiner Firma mit kopierten Windows-Recovery-CDs ausliefern wollte.

Im Jahr entstehen weltweit derzeit 44,7 Millionen Tonnen Elektroschrott. Aufgrund der immer kürzeren Nutzungsdauer von Elektronikgeräten dürfte die Menge weiter ansteigen. Einer Schätzung der UN zufolge könnte die Menge an Elektroschrott bis 2021 auf mehr als 50 Millionen Tonnen jährlich anwachsen. Einer, der dagegen etwas unternehmen will, ist der US-Amerikaner Eric Lundgren.

Dazu betreibt der 33-Jährige eine Firma, die sich dem Recycling von Elektronikgeräten widmet. Die Firma macht unter anderem auch alte Computer wieder nutzbar. Genau das hat Lundgren allerdings jetzt Ärger eingebracht. Wie die Washington Post berichtet, verurteilte ihn ein US-Gericht zu einer 15-monatigen Haftstrafe und der Zahlung von 50.000 US-Dollar. Der Grund: Lundgren hatte Windows-Recovery-CDs produzieren lassen, um sie mit den Recycling-PCs auszuliefern. Das wiederum hat die Anwälte von Microsoft auf den Plan gerufen.

Die Recovery-CDs wurden zumindest früher mit Windows-PCs ausgeliefert, um Kunden eine Möglichkeit zu geben, ihr Betriebssystem nach einem Datenverlust wiederherzustellen. Zur Installation benötigten sie dann aber auch noch den auf einem Aufkleber am Gehäuse angebrachten Lizenzschlüssel. Diese Aufkleber waren auch bei den älteren PCs noch vorhanden, die Lundgrens Firma wieder bereit für den Einsatz gemacht hat. Die CDs wiederum dürften in vielen Fällen nicht über dieselben Kanäle entsorgt worden sein wie der dazugehörige Rechner.

Kopien von Recovery-CDs: Microsoft sieht sich um Hunderttausende betrogen

Daher hat Lundgren 28.000 Kopien dieser Recovery-CDs in Auftrag gegeben. Für Microsoft ein eindeutiger Fall von Produktpiraterie. Es kommt erschwerend hinzu, dass die CDs auch äußerlich nach dem Vorbild echter Recovery-CDs gestaltet wurden, und sich auf dem Label die Logos von Microsoft und dem PC-Hersteller Dell befanden.

Microsoft verkauft spezielle Windows-Lizenzen an Firmen, die PCs wiederaufbereiten. Vor Gericht argumentierte der Konzern daher, dass jede der 28.000 CDs einem Wert von 20 Dollar entspräche. Da Microsoft nach eigenen Angaben etwa 75 Prozent des Verkaufswertes einnimmt, forderte der Konzern eine Wiedergutmachung in Höhe von 420.000 Dollar.

Lundgren wiederum argumentiert, dass es hier eben nicht um neue Windows-Lizenzen ging. Denn die CDs waren für Computer bestimmt, die bereits über eine gültige Windows-Lizenz verfügen. Microsoft sei demnach gar kein Schaden entstanden, weil sich die Wiederherstellungssoftware auch völlig legal und kostenlos von der Website des jeweiligen PC-Herstellers herunterladen lässt – zumal sie ohne Lizenzschlüssel völlig wertlos ist.

Der zuständige Richter sah das jedoch anders. Er entschied, dass die 28.000 Wiederherstellungs-CDs einen Wert von 700.000 Dollar besitzen, und verurteilte Lundgren zur Zahlung von 50.000 Dollar sowie einer Freiheitsstrafe von fünfzehn Monaten. Zum Haftantritt kommt es vorläufig allerdings nicht. Der Fall beschäftigt jetzt eine Berufungsinstanz. Ob Lundgren diesmal mehr Glück haben wird, bleibt abzuwarten.

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