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Conrad Elektronik arbeitet an Smarthome-Plattform

Smarthome-Technik im Haus erlebt aktuell einen großen Aufschwung, den sich auch Elektronikversender Conrad in Form einer Plattformstrategie zunutze machen will. (Bild: Daniel Krason / Shutterstock)

Für den mittelständischen Elektronikversender Conrad sind Unternehmen wie Google und Amazon eine ernste Konkurrenz. Mit einer neuen Plattformstrategie will das Unternehmen den US-Konzernen die Stirn bieten.

Conrad, Elektronikversender aus dem oberpfälzischen Hirschau, hat in der Vergangenheit viel erreicht: ein internationaler Versandhandel mit über 30 Filialen und inzwischen rund 4.000 Mitarbeitern, einen Jahresumsatz knapp oberhalb der Milliardengrenze und in der näheren und ferneren Vergangenheit einige Übernahmen gar nicht so kleiner Unternehmen wie Völkner und Getgoods. In fünf Jahren könnte das Unternehmen sein hundertjähriges Firmenjubiläum feiern – und auch wenn immer mal wieder Gerüchte bezüglich der Suche nach neuen Teilhabern oder gar einer Übernahme in der oberpfälzischen Provinz für Unruhe sorgten, stehen die Chancen gut, dass Conrad dieses Jubiläum feiern wird.

Conrad will am aktuellen Erfolg der Smarthome-Bewegung teilhaben

Dabei machen dem Familienunternehmen aus der bayerischen Provinz dieselben Player zu schaffen, die auch deutlich größere Unternehmen im E-Commerce wie im stationären Handel in Zugzwang bringen: Amazon, Google, Apple. Jetzt plant Conrad nach Medienberichten eine Strategie, die man als ungewöhnlich und ambitioniert bezeichnen kann. Doch wer das selbstbewusste und gleichermaßen bodenständige Unternehmen kennt, kann erahnen, dass man es ernst meint, wenn Firmenlenker Werner Conrad im Handelsblatt-Portrait ankündigt, man wolle im Rahmen des Projekts Conrad Connect (über dessen erste Beta hatten wir 2016 berichtet) zum Plattformanbieter für vernetzte Hauselektronik werden.

Gerade die Lautsprecher von Amazon Echo bis Google Home mit ihren Ansätzen künstlicher Intelligenz haben der Smarthome-Szene neuen Auftrieb gegeben. Zwar gibt es seit etlichen Jahren Smarthome-Ansätze unterschiedlicher Hersteller von Philips über Samsung bis Nest und Tado – doch so richtig Fahrt aufgenommen hat das Interesse breiter Kundengruppen erst mit dem Hinzukommen von Amazon, Apple und Google und den neuen sprachgesteuerten Verfahren.

Den Unterschied macht mal wieder die Infrastruktur oder Plattform, die die Unternehmen drum herum bauen. Und das will Werner Conrad in Zukunft auch. Ein Dorn im Auge ist dem Unternehmenseigner, der bis 2012 das operative Geschäft verantwortete, nämlich die hinter den Echo-Geräten stehende Philosophie: Der Kunde hat dann zwar möglicherweise noch das Gerät bei ihm im Laden erworben, wird aber wohl das nächste und diverse andere Produkte dank der Technologie über Amazon kaufen.

Zukunftstechnologien für die technikaffine Zielgruppe von Conrad

Das Unternehmen, das eine Eigenkapitalquote von stolzen 80 Prozent vorweisen kann, hat daher ein Technikinnovationslabor in Berlin eingerichtet und sucht nach geeigneten Partnern, um Zukunftstechnologien wie Robotik, Drohnen und eben die bereits genannte Smarthome-Automation und Haushaltselektronik an den Kunden zu bringen. Intelligente Wetterstationen, Fitnesstracker und Blutdruckmesser sowie Feuerschutzprodukte hat das Unternehmen bereits am Start, zu den Partnern gehören Nest, Nokia und Netatmo. Verglichen mit dem Konkurrenzsystem Qivicon der Telekom sind die Einstellungsmöglichkeiten umfangreicher, man wendet sich offenbar eher an die technikaffine Zielgruppe, die zu Conrads Unternehmens-DNA passt.

Schlecht stehen die Chancen nicht, dass Conrad mit dieser Strategie erfolgreich sein könnte. Denn das Unternehmen ist nicht nur etabliert und genießt einen Ruf bei der bastelaffinen Zielgruppe der Technik-Fans, sondern es muss auch nicht sein, dass sich auf diesem Gebiet nur ein oder zwei Systeme durchsetzen. Und vielleicht kann gerade bei den Smarthome-Geräten, deren Technik vielen Deutschen unter dem Big-Brother-Gesichtspunkt immer noch Unbehagen bereitet, ein deutscher Partner für mehr Vertrauen sorgen als Google oder Amazon. Immerhin hat Conrad beispielsweise im Hinblick auf seine E-Commerce- und Crosschannel-Strategie bewiesen, dass man deutlich weniger provinziell aufgestellt ist als es der Standort der Firmenzentrale vermuten lassen würde.

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