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Lehrstück für Hardware-Startups: Wie zu komplexes Design die Fertigung eines Crowdfunding-Hits verzögerte

Der Coolest Cooler wurde trotz 13 Millionen US-Dollar von Unterstützern als „größtes Kickstarter-Desaster bezeichnet. (Foto: Coolest Cooler)

13 Millionen US-Dollar haben Kickstarter-Nutzer in die Hightech-Kühlbox Coolest Cooler investiert. Dennoch geriet das Projekt in Schieflage. Eine Analyse der Hardware zeigt jetzt, dass auch das Design teilweise daran schuld war.

Der Coolest Cooler war mit 13 Millionen Dollar die erfolgreichste Crowdfunding-Kampagne des Jahres 2014 und das Time Magazine ernannte ihn zu einer der 25 besten Erfindungen des Jahres. Eine Erfolgsgeschichte, sollte man annehmen, aber leider verzögerte sich die Auslieferung immer wieder. Zwar erhielten 2015 einige Unterstützer den Coolest Cooler, andere mussten jedoch weiter warten. Im März 2016 erklärte Erfinder Ryan Grepper dann, dass die Produktion gestoppt worden sei und man weitere 15 Millionen Dollar benötige. Von dem Geld sollte ein Drittel zur Herstellung der weiterhin offenen Kickstarter-Bestellungen genutzt werden. Einen Monat später bot Grepper den Unterstützern an, weitere 97 Dollar zu investieren, um schneller an die Kühlbox zu kommen. Etwa 10.000 Unterstützer nahmen das Angebot an, während die Boxen für die restlichen 27.000 Unterstützer durch die Erlöse aus dem Verkauf weiterer Kühlboxen finanziert werden sollten.

Unnötig kompliziert: Experten nehmen den Crowdfunding-Hit Coolest Cooler auseinander. (Foto: Coolest Cooler)

Unnötig kompliziert: Experten nehmen den Crowdfunding-Hit Coolest Cooler auseinander. (Foto: Coolest Cooler)

Beim Coolest Cooler dürften eine ganze Reihe von Dingen schiefgelaufen sein. Eine Analyse des Unternehmens Fictiv legt jedoch nahe, dass schon das Produktdesign zu Problemen geführt haben könnte. Für ihren Firmenblog haben die Prototyping-Experten die Kühlbox auseinandergenommen, die über einen Bluetooth-Lautsprecher, einen Akku und USB-Anschlüsse zum Aufladen von Smartphones, eine LED-Lampe und einen Mixer verfügt. Ihr Fazit: „Die Herstellung des Cooler kann nicht einfach gewesen sein. Die Experten schätzen, dass die Anzahl der notwendigen Gussformen die Produktionskosten und die Vorlaufzeit merklich in die Höhe getrieben haben. Später dürften die vielen Einzelfunktionen, die aufgrund des Designs jeweils einzeln gefertigt werden mussten, die Endmontage des finalen Produkts weiter verzögert haben.

Coolest Cooler: Was Startups aus dem Desaster lernen können

„Wenn die Designer etwas mehr Zeit gehabt hätten, die individuellen Funktionen in das Hauptgehäuse der Kühlbox zu integrieren, hätte das vielleicht die Anschubkosten und die Fertigungszeiten verringert“, erklärt Reilly Hayes von Fictiv. Sie schätzt, dass eine Minimierung der Bauteile in allen Baugruppen signifikant die Kosten und die Fertigungszeit verringert hätte. Dafür hätten die Macher aber länger an ihrem Entwurf feilen müssen, was vermutlich aufgrund der ursprünglich engen Deadline der Crowdfunding-Kampagne versäumt wurde. „Dies ist eine großartige Lektion für alle Designer: Die Anzahl individueller, komplexer Teile und der notwendigen Fertigung zu limitieren wird deinen Entwurf cooler machen“, schließt Hayes. Für den Coolest Cooler mag diese Erkenntnis zu spät kommen, andere Hardware-Startups, die ihr Produkt später nicht als „größtes Kickstarter-Desaster“ (The Verge) in der Presse sehen wollen, könnten aus den Ereignissen jedoch etwas lernen.

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Florian
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Ein weiteres Beispiel hierfür ist plux auf indigogo.

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