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Corona-Krise: Snowden fürchtet Verlängerung der Überwachung

Edward Snowden warnt vor Überwachungsmaßnahmen in Corona-Zeiten. (Screenshot: Youtube/CPH-Dox)

Whistleblower Edward Snowden hat in einem Interview eindringlich davor gewarnt, dass die im Rahmen der Corona-Krise eingeführten Überwachungsmaßnahmen dauerhaft sein könnten.

Immer mal wieder meldet sich der immer noch in Russland lebende Whistleblower Edward Snowden zu Wort, wenn seiner Meinung nach ein Ausbau der Überwachung von Bürgern weltweit droht. Aktuell bereiten Snowden die Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung des Coronavirus Sars-CoV-2 Sorgen. Im Interview mit dem Copenhagen International Documentary Film Festival (CPH-Dox) erklärte Snowden, dass solche Überwachungsmaßnahmen, wie die derzeit in der Corona-Krise angekündigten, meist von Dauer seien, wie The Next Web berichtet.

Dem früher für die CIA tätigen Snowden zufolge, dessen Informationen die NSA-Affäre mit ausgelöst haben, sei es schwierig, einmal angewandte Technologien wieder in zurück in die Mottenkiste zu verfrachten. Schließlich würden die Behörden sich mit der neuen Macht wohlfühlen. Snowden fürchtet, dass Regierungen nach Beendigung der Krise neue Gesetze erlassen könnten, die die für den Notfall erstellten Regeln dauerhaft etablieren könnten. Die Technologien könnten dann statt gegen die Ausbreitung des Coronavirus gegen die Opposition oder kritische Stimmen eingesetzt werden.

Snowden fürchtet Verlängerung der Überwachung

Als Beispiel nannte Snowden die Analyse von Standortdaten. Das sei natürlich ein wirksames Mittel, um die Ausbreitung des Virus und der infizierten Menschen zu erheben. Aber es könnte auch verlockend sein, mit einer verschärften Überwachung der Handydaten künftig Terroristen oder sonstige angebliche Staatsfeinde aufspüren zu wollen. Besonders besorgt zeigte sich Snowden angesichts der Möglichkeit, Überwachungsmaßnahmen mit Künstlicher Intelligenz zu verknüpfen. Die daraus folgende Effizienz stelle eine Bedrohung für die persönliche Freiheit dar.

Zuletzt hatte sogar die wegen ihrer drei Milliarden zuvor öffentlich verfügbarer Fotos umfassenden Bilderdatenbank in die Kritik geratene Gesichtserkennungsfirma Clearview die Gelegenheit erhalten, ihren Ruf zu reparieren. Denn laut dem Wall Street Journal soll sich das Unternehmen in Gesprächen mit Regierungen befinden, die die Technologie des Startups zur Überwachung der mit dem Coronavirus infizierten Menschen nutzen wollen. Vor allem China hatte großflächig solche und ähnliche Maßnahmen eingesetzt, um die Corona-Krise in den Griff zu bekommen.

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Ein Kommentar
Dennis
Dennis

Das die Überwachung dann eingestellt wird, ist wohl nur ein Traum.
Das wird weitergehen bzw. entsprechende Grundlagen schaffen.

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