News

Corona-Schnelltest: Euer Smartphone-Display kann sagen, ob ihr Covid habt

Das Handy könnte in Zukunft als Testobjekt für Corona-Schnelltests herhalten. (Foto: GeniusKp/ Shutterstock)

Lesezeit: 2 Min.
Artikel merken

Wissenschaftler schlagen einen Schnelltest für Geräteoberflächen vor, weil sie massenweise Viren darauf fanden. Ihr neues Verfahren besitzt eine ganze Reihe von Vorteilen.

Eine einfache und robuste Methode, Corona-Infektionen aufzuspüren, versprechen chilenische Wissenschaftler beim Phone-Screen-Testing (PoST). Sie veröffentlichten ihre Ergebnisse nun im Fachmagazin eLife. Die Branche geht davon aus, dass zum Eindämmen der Pandemie weiterhin massenweise Tests zum Einsatz kommen müssen. Sie suchten eine Testform, die einfach, angenehm und günstig ist, um speziell in ärmeren Ländern Tests in hoher Anzahl durchführen zu können. Ihre Lösung erscheint naheliegend: Man misst die Virenanzahl auf den Mobilgeräten der Testpersonen.

Zuerst berichtete MIT Technology Review über die Studie. Eine weitere aktuelle Arbeit misst auf ähnliche Weise die Virenanzahl in Schutzmasken.

Antikörper-Schnelletst vs. PCR-Test

Das Startup Diagnosis Biotech verwendet den Telefontest und führt Vorteile auf. (Grafik: Diagnosis Biotech)

Virus erkennen, bevor Antikörper gebildet worden sind

Die Wissenschaftler wiesen nach, dass sich auf den Telefonen von Infizierten massenweise Viren tummelten. Sie entwickelten einen PCR-Test, um ihre Menge zu bestimmen. Überraschend dabei: Die Trefferquote der neuen Methode lag bei 81 bis 100 Prozent und funktionierte damit mindestens so gut wie aktuelle Antikörper-Schnelltests. Es gibt aber einen entscheidenden Vorteil: PoST stellt die Krankheit zu einem früheren Stadium fest, wenn noch keine Antikörper gebildet worden sind. Zudem konnten Mediziner und Biochemiker in den Proben einzelne Varianten unterscheiden. Darüber ermittelten sie, wie hoch die Anteile der Virusvarianten waren. Das heißt, man könnte über die Schnelltests die Ausbreitung neuer Virusstämme wie der Delta-Variante kontrollieren.

Niedrige Zulassungshürden

Der Wisch-Test stellt im Grunde genommen einen Umwelttest dar und fällt damit aus den strengen Reglements für Medizinprodukte heraus. Er verzichtet nicht nur auf unangenehmes Stochern in der Nasenhöhle, sondern komplett auf den Einsatz im oder am Körper. Somit braucht er auch keine verschärften Hygienebedingungen oder medizinisches Personal wie andere Testverfahren. Das macht PoST in Relation sehr günstig, sodass er sich für arme Länder anbietet. Zudem nennen die Verfasser der Studie einen weiteren Vorteil: Die Probeentnahme dauert weniger als eine Minute. Damit eignet sich die Methode für schnelle Massentests.

Fast fertig!

Bitte klicke auf den Link in der Bestätigungsmail, um deine Anmeldung abzuschließen.

Du willst noch weitere Infos zum Newsletter? Jetzt mehr erfahren

Kommerzielle Nutzung bereits angelaufen

Der Biochemiker Rodrigo Young leitete die Studie, bei der neben Instituten des ganzen Landes auch das Institute of Ophthalmology der University College London beteiligt war. Young gründete bereits das Startup Diagnosis Biotech, das die Methode zum Aufspüren von Viren auf Büroausstattung – etwa Computern und Tastaturen – verwendet. Zielgruppe dabei sind Unternehmen, die über den Infektionsstand in der Organisation auf dem Laufenden bleiben wollen. So könne man Ausbrüche verhindern und frühzeitig Infizierte isolieren, wirbt die Firma.

Das könnte dich auch interessieren

Bitte beachte unsere Community-Richtlinien

Wir freuen uns über kontroverse Diskussionen, die gerne auch mal hitzig geführt werden dürfen. Beleidigende, grob anstößige, rassistische und strafrechtlich relevante Äußerungen und Beiträge tolerieren wir nicht. Bitte achte darauf, dass du keine Texte veröffentlichst, für die du keine ausdrückliche Erlaubnis des Urhebers hast. Ebenfalls nicht erlaubt ist der Missbrauch der Webangebote unter t3n.de als Werbeplattform. Die Nennung von Produktnamen, Herstellern, Dienstleistern und Websites ist nur dann zulässig, wenn damit nicht vorrangig der Zweck der Werbung verfolgt wird. Wir behalten uns vor, Beiträge, die diese Regeln verletzen, zu löschen und Accounts zeitweilig oder auf Dauer zu sperren.

Trotz all dieser notwendigen Regeln: Diskutiere kontrovers, sage anderen deine Meinung, trage mit weiterführenden Informationen zum Wissensaustausch bei, aber bleibe dabei fair und respektiere die Meinung anderer. Wir wünschen Dir viel Spaß mit den Webangeboten von t3n und freuen uns auf spannende Beiträge.

Dein t3n-Team

2 Kommentare
h.ruebe
h.ruebe

Na, ich hoffe, beim jeweiligen Mitarbeiter wird die Beprobung des Arbeitsplatzes angekündigt bzw. er wird gefragt, ob er es zulässt. Ansonsten wird’s der nächste Eingriff in die Privatsphäre.

Antworten
MP
MP

Müsste neben Menge und Art nicht auch bestimmt werden, wie lange die sich schon auf dem Display tummeln? Das wird ja vermutlich nur selten gereinigt oder gar desinfiziert. Oder ist das irrelevant, weil die Viren nur eine gewisse Zeit auf der Oberfläche überleben?

Antworten

Melde dich mit deinem t3n Account an oder fülle die unteren Felder aus.

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus!

Hallo und herzlich willkommen bei t3n!

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus, um diesen Artikel zu lesen.

Wir sind ein unabhängiger Publisher mit einem Team von mehr als 75 fantastischen Menschen, aber ohne riesigen Konzern im Rücken. Banner und ähnliche Werbemittel sind für unsere Finanzierung sehr wichtig.

Schon jetzt und im Namen der gesamten t3n-Crew: vielen Dank für deine Unterstützung! 🙌

Digitales High Five
Holger Schellkopf (Chefredakteur t3n)

Anleitung zur Deaktivierung

Artikel merken

Bitte melde dich an, um diesen Artikel in deiner persönlichen Merkliste auf t3n zu speichern.

Jetzt registrieren und merken

Du hast schon einen t3n-Account? Hier anmelden

oder