Fundstück

Der About-You-Gründer nennt den größten Fehler, den Konzerne machen

Tarek Müller, einer der Gründer und Geschäftsführer von About You. (Foto: dpa)

About-You-Gründer Tarek Müller passt in kein Schema, deshalb erschuf er sein eigenes. Der 29-Jährige erklärt, was ihn an Konzernen besonders stört.

Von Tarek Müller kann man gut und gerne behaupten, dass er einer der spannendsten deutschen Unternehmer dieser Zeit ist. Der Seriengründer hat 2014 den Fashion-Onlineshop „About You“ an den Start gebracht, der nach nur vier Jahren zum zweitgrößten deutschen Online-Modehändler nach Zalando aufgestiegen ist.

Wer sich mit der Biografie des jungen CEO beschäftigt, den wird das kaum wundern. Denn der 29-Jährige hat schon früh angefangen, unternehmerisch zu denken und auch zu handeln. Bereits mit 13 Jahren hat er eigene Webseiten aufgesetzt und sein erstes Geld mit Werbung verdient. Tarek Müller behauptet heute von sich selbst, dass sein Hobby immer schon das Geldverdienen war.

Hierarchien in Konzernen: „Oben sitzen Menschen wegen Verdiensten, die schon 20 Jahre her sind“

On the Way to New Work: Der Podcast über neue Arbeit. (Screenshot: t3n.de)

Mit 20 Jahren machte er bereits mehrere Millionen Euro Umsatz. Von einer zwischenzeitlich drohenden Privatinsolenz ließ er sich dabei nicht abschrecken. 150.000 Euro Schulden arbeitete er schnell ab und ging seinen Weg zielstrebig weiter. Der unternehmerische Tiefpunkt brachte ihn jedoch auch dazu, sich mit der Frage zu beschäftigen, wie ein reifes Unternehmen aufgebaut sein sollte. Dabei hat er nicht nur erkannt, wie Best Cases aufgestellt sind, sondern sah auch deutlich, wie Unternehmen überhaupt nicht organisiert sein sollten. In der aktuellen Folge des „On the Way to New Work“-Podcasts von Michael Trautmann und Christoph Magnussen erzählt Tarek Müller, was ihn an so vielen Konzernen besonders stört.

„Oben sitzen Menschen wegen Verdiensten, die schon 20 Jahre her sind.“

„80 Prozent der Energie ist darauf konzentriert, die Karriere einzelner Menschen zu sichern“, erklärt Müller und moniert, dass Hierarchie-Systeme vielerorts so aufgebaut sind, dass sie nicht dem Erfolg des Unternehmens, sondern einzelner Akteure dienen. Dabei gehe es oftmals nicht einmal um das Voranbringen von Karrieren, sondern wirklich nur um das Sichern des Status quo. „Oben sitzen Menschen wegen Verdiensten, die schon 20 Jahre her sind.“ Viele Unternehmenskulturen spiegeln diese Hierarchien wider. Er erklärt das am Beispiel von unterschiedlichen Kantinen. „Ganz ehrlich, wenn der Chef sagt, ich finde das Essen scheiße und gleichzeitig sollen die Mitarbeiter das dann essen – was ist das denn?“

Seine selbstattestierte Inkompatibilität zu ineffizienten Systemen hat sich schon in der Schule bemerkbar gemacht. „Schule ist ein System, das darauf ausbildet, ein Söldner dieser Wirtschaft und dieser Gesellschaft zu sein“, erklärt er in der 47. Folge des Podcasts. „Schule ist nicht darauf ausgelegt, Querköpfe durchzutragen.“

Konsequenterweise teilte er dann auch mit 18 Jahren seinen Eltern per E-Mail mit, dass er die Schule schmeiße, um Unternehmer zu werden. Den Wortlaut dieser E-Mail hat er kürzlich veröffentlicht. Michael Trautmann und Christoph Magnussen sprechen mit ihm über Organisationsprinzipien wie beispielsweise Doppelspitzen auf diversen Führungspositionen und was die Unternehmenskultur von About You ausmacht. Das komplette Gespräch haben wir unten eingebunden.

Übrigens, weitere Folgen des Erfolgs-Podcast „On the Way to New Work“ findet ihr hier und wenn ihr mehr über die Macher herausfinden wollt, empfehlen wir euch einen Blick in unser Interview: Zwei Podcaster wollen herausfinden, wie wir in 20 Jahren arbeiten!

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